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Joshua Kimmich
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Joshua Kimmich, Star des FC Bayern München.

Corona-Impfung

Kann „selbst denken“: Lafontaine verteidigt Kimmich - Lauterbach als „Covid-Heulboje“

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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  • Tobias Utz
    Tobias Utz
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Joshua Kimmich gehört zu den Spielern des FC Bayern , die noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sind: Offenbar wartet der DFB-Star auf einen neuen Impfstoff. 

Update von Dienstag, 26.10.2021, 9.00 Uhr: Die Nachricht, dass sich Nationalspieler Joshua Kimmich vorerst nicht gegen das Coronavirus impfen lassen will, sorgt weiterhin für Diskussionen. Nachdem die Bundesregierung an den Bayern-Star appellierte (s. Update v. 14.30 Uhr), haben sich nun mehrere prominente Stimmen zu Wort gemeldet, unter anderem Oskar Lafontaine, Politiker der Linken, dazu geäußert.

Lafontaine bezog auf Facebook zur Causa Kimmich Stellung: Der Nationalspieler könne „selbst denken“ und habe mit seinen Bedenken zu den Langzeitfolgen der Corona-Impfung „recht“. In der Stellungnahme bezeichnete Lafontaine zudem Karl Lauterbach als „Covid-Heulboje“ und kritisierte „sogenannte Experten“

Kommentar

Keine Corona-Impfung – Die verheerende Botschaft des Joshua Kimmich

+++ 14.30 Uhr: Die Bundesregierung hofft darauf, dass sich Nationalspieler und Bayern-Profi Joshua Kimmich doch noch gegen das Coronavirus impfen lässt. Es gebe „klare und überzeugende Antworten von nationalen und internationalen“ Fachleuten für Menschen, die Bedenken wegen der Impfung gegen das Coronavirus hätten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. „Ich hoffe, dass Joshua Kimmich diese Informationen alle nochmal auf sich wirken lässt und sich dann auch vielleicht für die Impfung entscheiden kann.“ Seibert verwies dabei darauf, dass Kimmich ein Fußballer sei, „auf den Millionen schauen“. Er hätte damit bei einer Impfung „Vorbildwirkung“, sagte der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Von der Zahl der Geimpften hängt es eben ganz entscheidend auch davon ab, wie wir in Deutschland unser Zusammenleben in der Pandemie organisieren können.“

Joshua Kimmich im DFB-Trikot.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums betonte, die Impfung sei eine „individuelle Entscheidung“. Angesichts der hohen Zahl von Geimpften sei aber bereits viel auch über seltene Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt und die Corona-Vakzine „deutlich besser erforscht“ als andere. Nebenwirkungen träten laut Experten zudem „immer innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auf“. Der Sprecher des für Sport zuständigen Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU) sagte, dieser sei seit Monaten der Überzeugung, „dass das Impfen der einzige nachhaltige Weg aus der Pandemie ist“. Das Ministerium habe deshalb versucht, über die Sportverbände für die Impfung zu werben. Letztlich müsse aber jeder einzelne dies entscheiden. „Einen Impfzwang gibt es in Deutschland nicht.“

Immunologe Carsten Watzl hat sich am Montag ebenfalls zur Causa Kimmich geäußert – und vor einem „Missverständnis“ gewarnt.

Erstmeldung von Montag, 25.10.2021, 9.30 Uhr: München – Im Fußball und darüber hinaus beschäftigte am Wochenende vor allem eine Nachricht: Joshua Kimmich gehört zu den Spieler in der Fußball-Bundesliga, die bisher noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sind. Aufgrund der erwarteten Vorbildrolle des Musterprofis stößt diese Tatsache auf Kritik. Kimmichs Begründung lautet:  Er habe „persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“, sagte der Fußball-Nationalspieler nach dem Sieg des FC Bayern München gegen die TSG Hoffenheim am Sky-Mikrofon.

Er finde es schade, dass es in der Debatte „nur noch geimpft oder nicht geimpft“ gebe, so Kimmich. „Und nicht geimpft bedeutet dann oftmals gleich, dass man Corona-Leugner oder Impfgegner ist. Aber ich glaube, es gibt auch ein paar andere Menschen zu Hause, die einfach ein paar Bedenken haben, was auch immer die für Gründe haben. Und ich finde, auch das sollte man respektieren. Vor allem, solange man sich an die Maßnahmen hält“, sagte der Spieler des FC Bayern. Er sage nicht kategorisch, dass er sich „überhaupt nicht impfen lasse“. Es sei „auch sehr gut möglich, dass ich mich in Zukunft impfen lasse“, betonte Kimmich.

Insider des FC Bayern München berichtet: Joshua Kimmich wartet auf Totimpfstoff

Wie nun ein Insider des FC Bayern München nun gegenüber der Bild-Zeitung berichtete, wartet Joshua Kimmich offenbar auf einen Totimpfstoff. Aktuell forscht unter anderem die österreichisch-französische Firma Valneva an dem neuen Wirkstoff. Nach ersten Studien könnte das Vakzin im Frühjahr 2022 eine EU-Zulassung erhalten. Bis dahin wäre Kimmich vom FC Bayern München noch ungeimpft.

Joshua Kimmich beim Warmlaufen. (Archivfoto)

Doch was sind Totimpfstoffe überhaupt? Im Unterschied zu den mRNA-Impfstoffen wie Biontech/Pfizer und Moderna oder den Vektor-Impfstoffen wie Astrazeneca und Johnson & Johnson, die ebenfalls keine vermehrungsfähigen Viren wie Lebendimpfstoffe enthalten, sind die im Vakzin enthaltenen Krankheitserreger bei den Totimpfstoffen inaktiv. Deshalb sollen die Nebenwirkungen seltener sein. Impfstoffe dieser Art werden bereits seit Jahrzehnten gegen Grippe, Kinderlähmung oder Tetanus eingesetzt, sind also nicht neu und könnten schon im kommenden Jahr auch gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen. Für Joshua Kimmich offenbar ein Grund, mit der Impfung gegen Covid-19 zu warten.

Josuha Kimmich nicht gegen Corona geimpft: Thomas Müller sieht mehrere Facetten

Trotz aller wissenschaftlicher Erkenntnisse wird die Corona-Impfdebatte in Deutschland sehr emotional geführt. Die Aussagen eines derart prominenten und wichtigen Spielers des FC Bayern München befeuern diese weiter. Kimmich ist Vater zweier Kinder und der erste namhafte Bundesliga-Profi, der seinen Status als Ungeimpfter, inklusive Begründung, öffentlich macht. Er ist aber auch der Fußball-Star, der im Rahmen seiner Corona-Hilfsaktion „Solidarität im Kleinen wie im Großen“ und mit dem Projekt „We Kick Corona“ gemeinsam mit Kollege Leon Goretzka bereits zahlreichen Menschen in der Pandemie helfen konnte.

FC-Bayern-Star Joshua Kimmich ist noch nicht gegen das Coronavirus geimpft. Das hat eine Debatte ausgelöst.

Thomas Müller, Vize-Kapitän des FC Bayern München und Freund von Kimmich, sieht die Entscheidung des Nationalspielers in verschiedenen Facetten. Aus Sicht als „Freund“ sei es eine „absolut akzeptable Entscheidung“, sagte Müller. Als „Teamkollege“ und mit dem Blick auf die Pandemie-Lage wäre ein Corona-Impfung besser. „Aber genauso muss man irgendwie auch versuchen, das zu respektieren. Das ist ein schmaler Grad, das ist eine ethische, moralische Diskussion“, sagte der 32-Jährige.

Kimmich wird beim FC Bayern München alle zwei bis drei Tage auf Coronavirus getestet

Kimmich verwies darauf, dass er sich seiner „Verantwortung bewusst“ sei. Er halte sich derweil an die Hygienemaßnahmen. Beim FC Bayern München würden alle nicht geimpften Spieler alle zwei bis drei Tage getestet, sagte der Mittelfeldakteur. Doch spätestens, wenn Kimmich in einem Stadion aufläuft, in dem nur Zuschauer:innen nach dem 2G-Konzept – also nur Geimpfte und Genesene – zugelassen sind, könnte es zu weiteren Debatten kommen. (msb/tu mit AFP/dpa)

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