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Gerät mit seiner Haltung zur Impfung immer mehr in Bedrängnis: Nationalspieler Joshua Kimmich.
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Gerät mit seiner Haltung zur Impfung immer mehr in Bedrängnis: Nationalspieler Joshua Kimmich.

Corona im Profifußball

Fall Kimmich: 2G-Regel für alle oder doch nur fürs Publikum?

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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2G für alle - oder doch nur fürs Publikum, während Fußballer weiter ungeimpft auf dem Rasen herumspringen? Der Profifußball muss endlich für klare Kante sorgen. Ein Kommentar.

Frankfurt - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat für die kommende Woche Medien zu einem Gespräch mit Direktor Oliver Bierhoff und Bundestrainer Hansi Flick eingeladen. Kommen darf nur, wer entweder doppelt geimpft oder genesen ist und dazu einen Negativtest vorlegen kann. Schon beim Länderspiel vergangene Woche in Wolfsburg durfte nur doppelt geimpfte oder genesene Presse vor Ort sein. Am Eingang wurde Fieber gemessen und auf die Kommastelle genau notiert.

Der DFB verlangte von Journalist:innen, was er von seinen Spielern und Trainern in deren Arbeitswelt nicht verlangte: eine doppelte Impfung oder einen Genesungsnachweis. Dass das nicht zusammenpasst, ist offenkundig. Möglicherweise hat´s inzwischen auch der DFB kapiert.

Infektionsschutz vor Corona - Kritik vom Profi-Fußball an der Politik

Man darf nun gespannt sein, was Bierhoff und Flick nächste Woche verkünden: Werden sie an Nationalspieler wie Joshua Kimmich nur appellieren, sich impfen zu lassen oder werden sie die Zugangsvoraussetzungen zur Nationalmannschaft an das anpassen, was der Verband (völlig zu Recht) aus Gründen des Infektionsschutzes von der Presse fordert?

Der Profifußball, zuletzt mal wieder in Person des scheidenden DFL-Chefs Christian Seifert, hat der Politik sicher nicht zu Unrecht vorgeworfen, dass sie der Corona-Pandemie allzu oft hinterherhechelte. Aber ist der Fußball immer vorbildlich vorausgelaufen und hat alle Szenarien bereits weit vorausschauend erkannt? Noch Anfang September, als die Zahlen niedrig waren, gab Seifert von sich: „Es wird Zeit, dass das ‚Team Vorsicht‘ aufpasst, dass es nicht zum ‚Team Weltfremd‘ wird“. Inzwischen weiß man, dass das „Team Vorsicht“ offenbar doch nicht ganz so weltfremd unterwegs war, als es um zurückhaltende Befüllung der Stadien warb.

Corona-Impfungen: Auch Fußball-Profis sind Teil der Gesellschaft

Wenn nun Klubvertreter trotz galoppierender Infektionen Glauben machen wollen, auch volle Arenen seien unbedenklich, dann sollte man das als eine besonders durchsichtige Form des Lobbyismus in eigener Sache interpretieren. Denn hunderttausende Fans werden ja nicht auf ihre Plätze gebeamt, sondern reisen an und ab und kommen sich dabei bisweilen nahe.

Dass künftig abhängig von der Hospitalisierungsrate nur noch Zuschauende, die geimpft, genesen und gegebenenfalls getestet sind, Zugang zu Großveranstaltungen bekommen sollen, ist zum Schutz der Schwächeren unserer Gesellschaft richtig. Und nachvollziehbar ist es auch, dass das Publikum es nicht zusammenbringt, wenn Profis auf dem Platz und in der Enge der Kabinen noch ungeimpft unterwegs sein dürfen, derweil auf den Tribünen strengere Regeln gelten.

Es muss kein Winkeladvokat mit juristischen Argumenten von Arbeitsfeld versus Freizeitwelt daherkommen: Im Unterhaltungsbetrieb Profisport sollten die Corona-Regeln für die Akteure selbst, diejenigen, die über sie berichten und diejenigen, die sie mit ihrem Eintrittsgeld finanzieren, ein stimmiges Bild ergeben. Das wäre mal eine Botschaft mit Symbolkraft, die die Menschen verstehen würden. (Jan-Christian Müller)

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