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Jonas Hofmann: Der Rollenspieler

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Von: Frank Hellmann, Jan Christian Müller

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Mit drei Toren in nur zwölf Länderspielen: Jonas Hofmann.
Mit drei Toren in nur zwölf Länderspielen: Jonas Hofmann. © dpa

Mit dem flexiblen Gladbacher Jonas Hofmann kann Bundestrainer Hansi Flick viel anfangen.

Es hat zuletzt nicht mehr viele Siegerspieler aus Mönchengladbach gegeben, jenem Traditionsstandort, in dem die deutsche Nationalmannschaft am kommenden Dienstag gegen Italien ihr nächstes Heimspiel austrägt. Einen Siegerspieler vom Niederrhein gibt es aber doch: Jonas Hofmann bestätigte den guten Eindruck, den er als einer der wenigen seiner Spielkameraden im Klub gemacht hat, auch im DFB-Team. Im reifen Alter von 29 schickt sich der flinke Außen an, auch im Halbfeld gute Dienste auf höchstem Niveau zu tun. Schleicht sich heimlich zwischen die englischen Innenverteidiger, nimmt einen klugen Pass von Joshua Kimmich auf, dreht ein und trifft für Deutschland. Schon sein dritte Länderspieltor im zwölften Einsatz.

Das führt dann dazu, dass man hinterher zum gefragten Mann wird. „Ich habe den Ball super getroffen. Er hat ein bisschen geflattert, das war schwierig für den Torhüter“, beschied Hofmann, der damit wohl Jordan Pickford von Schuld freisprechen wollte, obwohl der englische Keeper mindestens so eigenartig wie die Kugel flog. Hinterher formte Hofmann seine Hände zum Herzchen - für die Freundin auf die Tribüne, Sky-Moderatorin Laura Winter aus Rödermark im Süden von Frankfurt.

Bleibt er in Gladbach?

Jonas Hofmann ist nicht auf den Mund gefallen und mit reichlich Selbstvertrauen ausgestattet. Hansi Flick sei zufrieden mit seinem Output. „Er schätzt es, mich hinten und vorne rechts einsetzen zu können. Dazu noch zentral, wie es in Gladbach meine Rolle ist.“ Hofmann weiß, dass Vielseitigkeit im modernen Fußball ein Qualitätssiegel ist, er verbindet sein Stärken geschickt mit denen des Bundestrainers: „Wenn er die Flexibilität hat, dann passt er es dem Gegner, dem Spiel und der Situation an.“ Und dann ist Jonas Hofmann gern zur Stelle und liefert.

Der in Heidelberg geborene Flick hält viel von dem in Heidelberg geborenen Hofmann, und das hat tatsächlich rein gar nichts mit dieser zufälligen Brücke zu tun. Schon Joachim Löw hatte in Hofmann einen Allzweckkönner gesehen und ihn vor der EM zum Rechtsverteidiger umgeschult, den er dann aber wegen einer Knieverletzung nicht einsetzen konnte.

Flick führte diese Variante fort, weil er gerade gegen schwächere Gegner gerne mit Außenverteidigern spielt, die nach vorne Impulse setzen. Dass er gegen England den nach hinten grundsoliden Lukas Klostermann aufstellte, könnte für die WM ein Fingerzeig sein – und auf eine Art Arbeitsteilung hindeuten.

Reiflich muss nun überlegt werden, wo Hofmann seine Zukunft sieht. Am Niederrhein, wo sein Vertrag noch bis 2023 läuft und mit Daniel Farke nun endlich ein neuer Trainer gefunden ist? Mit Gladbachs Sportdirektor Roland Virkus hat sich Hofmann zuletzt ausgetauscht. Über seine eigene Zukunft aber entscheide er nicht am Telefon, sagte er, sondern er möchte seinem Gegenüber bei solchen Gesprächen in die Augen sehen. Eine Gelegenheit wird sich finden: Er ist ja nächste Woche schon wieder da.

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