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Kam, sah und siegte: Thomas Müller (Nummer 13) schießt Deutschland zum Sieg über Rumänien.
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Kam, sah und siegte: Thomas Müller (Nummer 13) schießt Deutschland zum Sieg über Rumänien.

WM-Qualifikation

DFB-Team dreht Spiel gegen Rumänien: Joker Müller sticht

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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DFB-Team kämpft sich nach Rückstand gegen Rumänien hartnäckig zurück und wird mit 2:1-Sieg belohnt.

Hamburg - Es war ein wunderschönen Herbsttag in Hamburg. Die Hansestadt zeigte sich unter wolkenlosem Himmel leicht und locker von ihrer besten Seite. Daran sollte sich am Abend im Volkspark auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft orientieren. Aber die Angelegenheit entwickelte sich gegen wehrhafte Rumänen komplizierter als zuvor angenommen.

Am Ende hatte das DFB-Team vor 25.000 Fans in der damit ausverkauften Arena einen weiteren Spreizschritt in Richtung Weltmeisterschaft 2022 in Katar gemacht. Beim 2:1 (0:1) brauchte es eine kollektive Kraftanstrengung, ehe Serge Gnabry und Thomas Müller das heftig umkämpfte Spiel noch wendeten. Da störte es dann auch kaum noch, dass Hansi Flick im vierten Spiel das erste Gegentor seiner noch jungen Bundestrainerkarriere hinnehmen musste.

WM-Qualifikation: Deutschland gewinnt 2:1 gegen Rumänien

Coach Hansi Flick musste unfreiwillig auf Torwart Manuel Neuer verzichten, der sich mit schmerzenden Adduktoren herumplagt und deshalb besser beraten war, seinem Stellvertreter Marc-André ter Stegen den Vortritt zu lassen. Freiwillig entschied sich Flick für Marco Reus auf der Spielmacherposition und gegen Müller. Das war nicht unbedingt erwartet worden, zeigt aber, dass Deutschland in diesem Bereich reich mit überdurchschnittlichen Fußballprofis gesegnet ist.

Der Bayernblock schrumpfte ohne Neuer und Müller um zwei Leute auf immer noch sehr ansehnliche fünf Spieler. Müller durfte sich aber immerhin als einziger Ersatzmann mit den Startelf-Spielern aufwärmen. Joshua Kimmich gab in Neuers Abwesenheit den Kapitän und machte als bester Deutscher ein gutes Spiel.

DFB-Team gerät früh in Rückstand

Aber auch Kimmich musste sich einige Zeit vom frühen Rückstand erholen. Psychologisch war das 0:1 der Rumänen durch Iani Hagi, den Sohn des kleinen, großen Gheorghe Hagi, aus der neunten Minute ganz schwer zu verdauen. Denn unmittelbar zuvor hatte der Videoassistent einen von Schiedsrichter Cüneyt Cakir aus der Türkei gegebenen Strafstoß stark angezweifelt. Cakir, einer der Besten seines Fachs, begab sich an den Bildschirm und sah dort nach etlichen Zeitlupen-Wiederholungen, dass das vermeintliche Foulspiel von Andrei Burca an Timo Werner keine auch nur annähernd elfmeterwürdige Attacke gewesen war. Die Entscheidung wurde richtigerweise kassiert. Da konnte das Gros des Publikums noch so sehr protestieren.

Praktisch im Gegenzug setzte sich dann Hagi sehr gekonnt gegen Antonio Rüdiger und den unaufmerksamen Thilo Kehrer durch, tunnelte dabei Rüdiger noch rotzfrech und bugsierte den Ball mit der linken Pike am verdutzten ter Stegen vorbei unhaltbar ins lange Eck. Nach diesem Rückstand mussten die überraschten Deutschen sich erst wieder finden. Das dauerte eine gute Viertelstunde, dann bekamen die Gastgeber mehr Kompression in ihr Pressing. Die Stürmer agierten variabel, weder Leroy Sané noch Gnabry und Timo Werner klebten stur an ihrer Position.

Aber die Rumänen verteidigten diszipliniert, die DFB-Elf versuchte immer wieder, auf den Halbpositionen in die Schnittstellen zu gelangen, manchmal gelang das erfolgversprechend, aber am Ende dann doch nicht präzise genug. Bis auf einen letztlich zu schlappen Kopfball von Serge Gnabry und einen knüppelharten Schuss von Marco Reus bekam der tapfere rumänische Torwart Florin Nita bis zur Pause nicht viel zu tun.

DFB-Team: Getriebe mit Kimmich und Goretzka arbeitet auf Hochtouren

Aber die Fans waren dennoch hörbar zufrieden mit den Anstrengungen der deutschen Nationalmannschaft, die Unterstützung des bei Länderspielen traditionell kritischen Hamburger Publikums blieb nicht aus. Das Getriebe mit Kimmich und Leon Goretzka arbeitete auf Hochtouren, Bälle wurden am Fließband sehr früh erobert. Doch vor allem Sané agierte bei allem Eifer zu unpräzise und verlor reichlich Bälle – der Preis für sein risikoreiches Spiel.

Mit dem Toreschießen haperte es auch nach der Pause nur noch kurze Zeit weiter. Die Konter der Rumänen gegen weit aufgerückte Deutsche blieben zwar immer wieder höchst gefährlich, aber dann nutzte Gnabry nach kluger Ablage von Reus die zwei, drei Meter Raum, die ihm die Rumänen nur kurz schenkten, für einen trockenen 18-Meter-Schuss, flach ins lange Eck (52.). Der Ausgleich war verdienter Lohn großer Mühen.

Das deutsche Spiel blieb druckvoll, Reus verpasste nur knapp ein Tor (58.), Werner (67.) und Sané auch (73.). Letzterer blieb besonders fleißig und ein bisschen verrückt unterwegs. Kimmich trieb wie besessen an, unterstützt von Reus und Goretzka, dem aber bei weitem nicht alles gelang. Flick wechselte aus, Thomas Müller und Kai Havertz kamen für den zuvor doch weitgehend unsichtbaren Werner und für Reus.

Es war ordentlich Druck auf dem Kessel. Ein Druck, der sich kurz vor Ende dann doch noch entlud. Und zwar nach einer eingeübten Standardsituation. Ecke Reus, Kopfballvorlage Goretzka, zehn Minuten vor Ultimo vollendet von Joker Müller am zweiten Pfosten. Und dann: Jubel, Trubel, Heiterkeit – und am Ende auch noch ein große Portion Glück. (Jan Christian Müller)

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