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Beeindruckt den Coach mit seiner Ballfertigkeit: Amin Younes. hübner
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Beeindruckt den Coach mit seiner Ballfertigkeit: Amin Younes. hübner

Deutsche Nationalmannschaft

DFB-Kader vor EM 2021: Jogi Löw mit deutlichem Signal in Richtung Amin Younes

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Bundestrainer Joachim Löw lobt die neue mannschaftliche Geschlossenheit und Frankfurts Trickser Amin Younes für seine Trainingsleistungen.

Duisburg - Einen Spaziergang an der sonnigen Rheinuferpromenade oder auch nur einen kurzen Bummel durch die Düsseldorfer Innenstadt: Das alles ist für die deutschen Fußball-Nationalspieler in ihrer abgeschlossenen Hotelblase gerade nicht drin. Statt dessen schlagen die Akteure die Stunden auf dem Zimmer tot, wie Ilkay Gündogan verriet, der sich zum Zeitvertreib vor allem im Managerspiel versucht. Richtig erfolgreich sei er dabei nicht, klang bei dem fußballerisch in Hochform befindlichen Profi durch, der im dritten WM-Qualifikationsspiel gegen Nordmazedonien (Mittwoch 20.45 Uhr/RTL) das DFB-Team als Kapitän auf den gepflegten Rasen der Duisburger Arena führen soll.

Jogi Löw klopft sich vor EM 2021 selbst auf die Schulter: Organisation im DFB-Team stimmt

Weil Manuel Neuer für seinen Rivalen Marc-André ter Stegen das Hoheitsgebiet zwischen den Pfosten räumt, übernimmt der dienstälteste Feldspieler, der sich bei der Zusammenstellung eines funktionierenden Ensembles in der virtuellen Welt nicht ganz so erfolgreich anstellt wie der Bundestrainer im richtigen Leben. Jogi Löw urteilt für die DFB-Team nach dem Sechs-Punkte-Start in die WM-Qualifikation: „Die Mannschaft agiert auf dem Platz wie ein Team.“ Nachdem sich vor vier Monaten beim Spanien-Debakel in der Nations League noch einer auf den anderen verließ, wirft sich nun auf dem Weg zur EM 2021 und zur WM 2022 wieder einer für den anderen ins Zeug. Entgegen sonstigen Gepflogenheiten hat sich Löw sogar zart selbst auf die Schulter geklopft: In den Besprechungen habe er „vehement darauf rumgeritten“ (O-Ton Löw), dass die Organisation stimmt. Und siehe da: „Jetzt ist es wieder kompakter, geschlossener.“

Jogi Löws Systematik greift vor EM 2021 wieder

Selbst ein Freigeist wie Leroy Sané würde zur Balleroberung vier-, fünfmal in die eigene Hälfte sprinten, betonte Bundestrainer Jogi Löw. Dann kann das Mittelfeld des DFB-Teams zupacken – und die Abwehr bleibt gleich gänzlich unbehelligt. Allerdings hat die Systematik gegen Gegner gegriffen, die sich nicht mal für die EM 2021 qualifiziert haben. Gegen Island (3:0) und Rumänien (1:0) sei man ja wirklich „nicht aufs Äußerste“ gefordert gewesen. Gegen Nordmazedonien, Fifa-Weltranglistenplatz 65, sei es noch einmal nötig, die Kräfte zu bündeln und bloß nicht zu glauben, Altstar Goran Pandev und Spielgefährten würden sich so leicht aufs Kreuz legen lassen.

„Es wird ein Kraftakt“, warnte Jgi Löw, der Gegner sei „mit allen Wassern gewaschen“ und „keinen Deut schlechter als Rumänien“. Angeblich schwingt beim 61-Jährigen keinerlei Wehmut mit, das 33. und letzte WM-Qualifikationsspiel seiner Karriere zu coachen. Verloren hat der Südbadener übrigens kein einziges.

Jogi Löw könnte Amin Younes von Eintracht Frankfurt länger spielen lassen

Jogi Löw will Eindrücke vom Abschlusstraining und Gespräche mit den Spielern abwarten, in welchem Umfang rotiert wird – in radikalem Stil auf keinen Fall. Die minimal angeschlagenen Sané und Dampfmacher Leon Goretzka böten sich an, damit sich Florian Neuhaus und Timo Werner zeigen können. Der ehemalige DFB-Jugendtrainer und RTL-Co-Kommentator Steffen Freund merkte am vergangenen Sonntag in Bukarest an, dass es ein Virtuose wie Amin Younes nicht verdient habe, erst in der Nachspielzeit zu kommen, so dass er nicht einmal mehr das Spielgerät streicheln könne. Aber auch da bleibt Löw jetzt bei seiner Linie. Der Trickser von Eintracht Frankfurt zeige in manchen Trainingsformen verblüffende Aktionen auf engem Raum. „Ich bin froh, dass Amin Younes in dieser Woche bei uns dabei ist. Er verursacht im Training viel Wirbel mit seinen Aktionen. Ob er morgen von Anfang an spielt, kann ich nicht sagen.“ Es sei aber eine „große, große Freude“, den 27-Jährigen zu erleben.

Hörte sich bei Jogi Löw zumindest so an, dass das achte Länderspiel des Dribblers ein bisschen länger dauern könnte. Für Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner ist es gar kein Problem, dass die Younes-Spielminuten bisher an den Fingern einer Hand abzuzählen sind. Eintracht Frankfurts Leihspieler sei dankbar, „dass er bei der deutschen Elite“ dabei ist, die Einladung zum DFB-Team sei „ein Zeichen auch für die Zukunft des Spielers“.

Kampf um Platz im Kader für EM 2021: Auch Amin Younes hat eine Chance

Younes wurde schließlich auch belohnt, um Julian Draxler und Julian Brandt ob ihrer stagnierenden Entwicklung einen letzten Denkzettel vor der Nominierung des DFB-Kaders für die EM 2021 zu verpassen. Zusammengetrommelt wird das vorläufige Aufgebot am 25. Mai im österreichischen Ferienort Seefeld zum Trainingslager, nach der Bekanntgabe des endgültigen EM-Kaders geht es in Testspielen gegen Dänemark (2. Juni) und Lettland (7. Juni) an den Feinschliff. Zwischen Younes, Draxler und Brandt gebe es „einen Konkurrenzkampf“, bestätigte Jogi Löw; entscheidend wird sein, „wie und wie oft die Spieler in den nächsten zwei Monaten spielen“.

Kompromisse wird Bundestrainer Jogi bei seinem letzten Turnier keine mehr eingehen. Interessant noch, wer unter den 20 deutschen Spielern auftaucht, die der Sammelalbenhersteller Panini gedruckt hat. Demnach wären sowohl Thilo Kehrer, Jonathan Tah und Luca Waldschmidt als auch Draxler und Brandt bei der EM 2021 im Sommer dabei. Könnte nur sein, dass nach Jogi Löws echter Kaderzusammenstellung einige Klebebildchen zur Ramschware werden. (Frank Hellmann)

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