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Germany‘s Coach Joachim Loew adjusts his face mask before a training session of Germany‘s national football team
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Die Zukunft von Joachim Löw beim DFB ist geklärt.

Kommentar

Joachim Löw bleibt: Bundestrainer hat nur eine Chance

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Nur wenige im Sport erwischen den perfekten Zeitpunkt, um abzutreten. Joachim Löw gehört eher nicht dazu. Und doch ist das DFB-Bekenntnis zum Bundestrainer richtig. Ein Kommentar.

Was war das damals für ein Aufschrei! Von den Massen gefeiert, von den Medien hofiert – und doch keine Lust mehr auf den Leistungssport? Auf den Tag genau vor vier Jahren verkündete Nico Rosberg seinen Rücktritt als Formel-1-Fahrer. Dabei war der Wiesbadener gerade Weltmeister geworden – und doch erst 31 Jahre alt. Sich den richtigen Zeitpunkt zum Abschied auszusuchen, ist eine der schwierigsten Entscheidungen im Profisport.

Joachim Löw bleibt Bundestrainer – Geschichte ist voll von verpassten Gelegenheiten

Allein die Geschichte der Bundestrainer des deutschen Fußballs ist voll von verpassten Gelegenheiten. Sepp Herberger, der „Zauberer von Bern“, musste sich nach der WM 1962 in Chile als der „Maurer von Santiago“ titulieren lassen – und war darüber tief gekränkt. Nachfolger Helmut Schön wurde 1974 das zweite Mal Weltmeister mit Deutschland – und 1978 bei der Schmach von Cordoba gedemütigt. Jupp Derwall gewann die EM 1980 – eine verpasste EM-Vorrunde kostete ihn vier Jahre später den Job. Berti Vogts erging es nicht besser: nach der EM 1996 der Held, nach der WM 1998 der Depp.

Nur Franz Beckenbauer machte alles richtig: Der „Kaiser“ zog nach der WM 1990 mit dem Goldpokal auf dem Rasen von Rom von dannen. Auch Jürgen Klinsmann hatte beim WM-Sommermärchen 2006 ein gutes Gespür für den Abgang: Der Reformer wäre sonst als Blender enttarnt worden (was dann später als Vereinstrainer in München und Berlin passierte). Bei Joachim Löw ist die Gemengelage nun viel schwieriger. Nach der WM 2014 war er noch zu vital, die Mannschaft zu gut, die Perspektiven zu verlockend, um sich im Schwarzwald zur Ruhe zu setzen. Der DFB hätte ihn, wenn überhaupt, nach der WM 2018 entlassen müssen.

DFB geht Weg mit Bundestrainer Joachim Löw weiter – Alternativen rar gesät

Jetzt, mitten in der Pandemie, wäre es der falsche Zeitpunkt gewesen. Zumal die Alternativen rar gesät sind. U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz ist keine Autorität, die neue taktische Kniffe lehrt. Ralf Rangnick kein Heilsbringer, der Abwehrspieler von Weltklasseformat hervorbringt. Daher ist es nicht verkehrt, dass Löw noch eine letzte Chance bekommen.

Der Vertrauensverlust bei Fans und Medien scheint derzeit irreparabel. Löw wird eine enorme Wandlungsfähigkeit beim Coaching, bei der Ansprache an den Tag legen müssen. Und er braucht schon im Frühjahr Spieler, die ihm bedingungslos folgen. Dass im März 2021 bereits die WM-Qualifikation ansteht, ist gleichzeitig seine Chance. Denn eine Weltmeisterschaft ist immer noch das, was im Fußball alles überstrahlt. Wie in der Formel 1.

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