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Läuft die Uhr schon bald ab? Bundestrainer Joachim Löw steht in der Kritik.

Kommentar

Bundestrainer unter Druck: Die Uhr für Joachim Löw tickt

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Der Deutsche Fußball-Bund hat dem Bundestrainer eine Brücke gebaut, um den freiwilligen Rückzug anzutreten. Löw bekommt dazu ein Ultimatum gestellt. Ein Kommentar.

  • Wie geht es weiter mit Bundestrainer Joachim Löw?
  • Joachim Löw bekommt vom DFB ein Ultimatum gestellt – bis zum 4. Dezember muss er sich entschieden haben.
  • Der DFB baut dem Bundestrainer eine goldene Brücke, um den freiwilligen Rückzug anzutreten.

Frankfurt - Es hat schon was von Götterdämmerung, wie die letzten Tage von Joachim Löw nun heruntergezählt werden. Elf dürre Zeilen, am Montagmorgen vom Deutschen Fußball-Bund unter der Überschrift „DFB-Präsidium verabschiedet Fahrplan“ verschickt, lassen kaum Raum für andere Interpretationen, als dass nicht viele im Verband wirklich traurig wären, sollte der Bundestrainer einen gesichtswahrenden Rückzug aus freien Stücken antreten.

Bundestrainer Joachim Löw „eine goldene Brücke zum Rücktritt gebaut“

Dem 60-Jährigen wird, wie es generös heißt, „die zeitliche und emotionale Distanz“ gegeben, die aktuelle Situation der Nationalmannschaft – vor allem das erschütternde 0:6 gegen Spanien - aufzuarbeiten. Der Sportinformationsdienst folgerte daraus recht zügig, dem Weltmeistertrainer werde eine goldene Brücke zum Rücktritt gebaut. Das kann man so sehen.

Die Deutsche Presseagentur wollte so weit nicht gehen. Bei der größeren Nachrichtenagentur findet Joachim Löw noch Unterstützer vor, die beispielsweise seine Integrität schätzen. Doch dass sich im ureigenen Tätigkeitsbereich mittlerweile elementare Defizite auftun, fällt allen auf. Und der Verband registriert mit Unbehagen, dass in der durchaus repräsentativen Umfrage des Fachmagazins „Kicker“ Löw gerade mal mühsam über die Fünf-Prozent-Hürde gekrabbelt ist – die riesige Mehrheit hält ihn inzwischen für die falsche Besetzung. Ungeachtet seiner Verdienste um Entwicklung, Stil und WM-Titel - nebenbei gelang auch die Qualifikation zur EM 2021 souverän.

Amt des Bundestrainers: Ein „Erneuerer wie Ralf Rangnick vehement gefordert“

Dennoch hat der „Kicker“ jüngst für die Nationalelf einen Erneuerer wie Ralf Rangnick vehement gefordert. Zur Erinnerung: Rangnick pflegt an neuen Wirkungsstätten gerne jene Revolution anzuzetteln, mit der einst Jürgen Klinsmann 2004 den verstaubten DFB für die Heim-WM 2006 komplett auf links zu drehen versuchte. Rangnick ist besessen von Verbesserungen, aber er braucht die volle Macht.

So viel Reformbedarf besteht eigentlich nicht, es sei denn, der Verband ist der Meinung, dass Direktor Oliver Bierhoff und seine jungen Vordenker wie Joti Chatzialexiou, Tobias Haupt oder Meikel Schönweitz schon auf dem Holzweg sind, bevor die Akademie überhaupt fertig ist. Es muss also nicht gleich Rangnick sein, vielleicht tut es der dynamische U21-Erfolgstrainer Stefan Kuntz mit seiner trotz Corona extrem positiven Art vorübergehend für die EM 2021 auch. Die mitreißendere Art gegenüber jungen Profis besitzt der 58-Jährige auf alle Fälle.

„Anders als in den vergangenen Krisen kann Bundes-Jogi nicht monatelang untertauchen“

Aber vor solchen Spekulationen gebietet es der Anstand, dass Joachim Löw für sich klärt, was er möchte. Den bis 2022 laufenden Vertrag erfüllen mit all dem Risiko, dass diese durch die Pandemie weiterhin wenig planbare Saison mit sich bringt? Oder aber, vielleicht auch aus Selbstschutz, doch das indirekte Angebot zur freiwilligen Selbstaufgabe annehmen? Anders als in vergangenen Krisen kann der Bundes-Jogi nicht wieder monatelang untertauchen, ehe irgendwann im Schwarzwald weißer Rauch aufsteigt. Am 4. Dezember wird Oliver Bierhoff in einer Präsidiumssitzung die Lage erklären – Löw muss bis dahin entschieden haben, was für ihn das Beste ist. Die Uhr tickt.

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