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Fußball

Joachim Löw – Flügelflitzer, Taktikfuchs, Bundestrainer

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Joachim Löw kann auf eine lange Karriere als Spieler und Trainer zurückblicken: Was der ehemalige Bundestrainer bereits erlebt hat.

  • Bis zur EM 2021 war Joachim Löw Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft.
  • Als Spieler bleiben für Löw die großen Erfolge aus.
  • Löws Aufstieg vom Mittelklasse-Spieler zum Bundestrainer im Überblick.

Schönau im Schwarzwald/Frankfurt – Joachim Löw war Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft und ehemaliger Bundesliga-Profi. Nach der EM 2021 trat der 61-Jährige als DFB-Coach zurück und wollte sich neuen Aufgaben widmen. Löw selbst gilt als ausgeglichener Zeitgenosse, scharfsinniger Analytiker und Taktikfuchs.

Was den ehemaligen Bundestrainer geprägt hat, wo er als Fußball-Profi aktiv war und was ehemalige Weggefährten über Löw sagen – ein Überblick.

Joachim Löw – wo alles beginnt

Jogi Löw wird am 03.02.1960 in Baden-Württemberg geboren, genauer gesagt: in Schönau im Schwarzwald, einer Kleinstadt im Landkreis Lörach. Joachim wächst als der älteste von vier Söhnen auf. Nach der Grundschule besucht er das Gymnasium in Schönau, um anschließend eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann zu absolvieren.

Parallel dazu spielt Löw seit früher Kindheit Fußball. Zunächst für den TuS Schönau 1896, später für den FC Schönau. Er sei nicht besonders groß und stark gewesen, erzählt Löws erster Trainer Wolfgang Keller. „Seine Stärke war das Eins-gegen-Eins, und der Abschluss. In einem Spiel hat er mal 18 Tore geschossen, das war Rekord“, erklärt er der „Welt“. Den entscheidenden Schritt in Richtung Profifußball vollzieht er schließlich mit seinem Wechsel zu den Sportfreunden Eintracht Freiburg.

Jogi Löw: Seine aktive Karriere als Profi-Fußballer

Im Jahr 1978, im Alter von 18 Jahren, wagt Löw den Wechsel zum Lokalrivalen SC Freiburg: 18 Tore in 71 Spielen sind die Bilanz seiner ersten beiden Profi-Saisons, ehe er erneut im „Ländle“ wechselt – von der zweiten in die ersten Bundesliga: zum VfB Stuttgart. Mit nach Stuttgart bringt er einen Schien- und Wadenbeinbruch, der sein Debüt für die Schwaben deutlich verzögert. Seine Zeit in Stuttgart wird (noch) keine Erfolgsgeschichte, der VfB verleiht ihn nach einer Saison an Eintracht Frankfurt. Doch auch in Hessen wird Löw nicht glücklich. In 24 Spielen erzielt er fünf Tore für die SGE, setzt sich jedoch nicht entscheidend durch.

Joachim Löw, als Trainer des VfB Stuttgart, im Jahr 1998. (Archivfoto)

Der Wechsel zurück in die Heimat folgt. Erneut schlägt Löw seine Zelte beim SC Freiburg in der zweiten Bundesliga auf, wo er deutlich erfolgreicher ist. Zwar gelingen ihm im ersten Jahr lediglich acht Treffer in 34 Ligaspielen, in der zweiten Saison sind es hingegen bereits 17 Tore in 31 Partien. Mit dieser Empfehlung wechselt Joachim Löw innerhalb Badens zum Karlsruher SC, erneut in die erste Bundesliga. Doch auch dieser Abschnitt seiner Karriere ist wenig von Erfolg geprägt. Nach nur einem Jahr erfolgt der dritte Wechsel nach Freiburg, zum SC. Dieses Mal bleibt Löw für vier Jahre, bis zum Jahr 1989: 38 Tore in 116 Spielen für die Breisgauer sind die Bilanz.

Anschließend zieht es ihn in die Schweiz: Dort spielt Löw für den FC Schaffhausen, den FC Winterthur und den FC Frauenfeld, wo er seine aktive Karriere als Spieler beendet. Nach seinem Karriereende im Jahr 1995 widmet sich Löw anschließend dem Trainergeschäft.

Jogi Löws Stationen als SpielerVon - Bis
SC Freiburg1978 - 1980
VfB Stuttgart1980 - 1981
Eintracht Frankfurt1981 - 1982
SC Freiburg1982 - 1984
Karlsruher SC1984 - 1985
SC Freiburg1985 - 1989
FC Schaffhausen1989 - 1992
FC Winterthur1992 - 1994
FC Frauenfeld1994 - 1995

Joachim Löws Trainerkarriere beginnt in der Schweiz

In seiner Zeit in der Schweiz absolviert Löw die Ausbildung zum Fußballtrainer, die er jedoch nicht abschließt. Ein Ruf aus Stuttgart, von Rolf Fringer, der VfB-Trainer wurde, ereilt ihn: Er soll Co-Trainer werden. Löw sagt zu – und wird nur ein Jahr später Cheftrainer, als Fringer Schweizer Nationaltrainer wird. Als größter Erfolg dieser Zeit kann für Löw der DFB-Pokalsieg im Jahr 1997 gewertet werden. Nur ein Jahr später steht Löw mit Stuttgart im Finale des Europapokals der Pokalsieger, das jedoch mit 0:1 gegen den FC Chelsea verloren geht. Nach einer weiteren Saison ist Löws Ära in Stuttgart vorüber, er wird durch Winfried Schäfer ersetzt.

Löw zieht es im Jahr 1998 in die Türkei, zu Fenebahce Istanbul. Zwar feiert er kurzfristig große Erfolge, wie den Gewinn des Atatürk-Pokals oder die Herbstmeisterschaft. Allerdings wird das Saisonziel Meisterschaft verfehlt und Löw muss nach nur einem Jahr wieder gehen. Es folgt die Rückkehr nach Baden-Württemberg. Löw übernimmt den Karlsruher SC: In seiner Zeit in Karlsruhe holt Jogi Löw seine Fußball-Lehrerlizenz nach, an der Sportschule des Fußball-Verbandes Mittelrhein in Hennef. Den Lehrgang besucht er unter anderem mit Jürgen Klinsmann.

Die Zeit in Karlsruhe endet nach 18 Spielen, wovon der KSC nur eines gewinnt. Löw übernimmt erneut einen türkischen Verein, Adanaspor, was jedoch nur von kurzer Dauer ist. Danach zieht es den 40-Jährigen nach Österreich. In der Alpenrepublik übernimmt er den FC Tirol Innsbruck und wird prompt Meister mit dem Team. Da die Innsbrucker in großen finanziellen Nöten stecken – beispielsweise verzichten die Spieler freiwillig für sechs Monate auf ihr Gehalt – meldet der Klub im Jahr 2020 Konkurs an, Löws Vertrag endet somit. Löw zieht weiter – nach Wien. Er trainiert fortan Austria Wien, wo er bis 2004 tätig ist. Anschließend beginnt seine Zeit im Kreise der Nationalmannschaft.

Jogi Löws Stationen als Vereinstrainer
VfB Stuttgart
Fenebahce Istanbul
Karlsruher SC
Adanaspor
FC Tirol Innsbruck
Austria Wien

Jogi Löws Arbeit für den DFB beginnt 2004

Gemeinsam mit Oliver Bierhoff und Jürgen Klinsmann beginnt Joachim Löw den deutschen Fußball umzugestalten. Unter dem Duo Klinsmann/Löw wird Deutschland Drittplatzierter beim Confederations-Cup im Jahr 2005 und holt auch bei der Heim-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 den dritten Platz.

Im Jahr 2006 wird Jogi Löw schließlich Cheftrainer der Nationalmannschaft. Er ist er der dritte Nationaltrainer, nach Erich Ribbeck und Otto Nerz, der selbst kein einziges A-Länderspiel absolviert hat.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann (l.) und sein Co-Trainer Joachim Löw (r.) im Jahr 2006. (Archivfoto)

Die Europameisterschaft im Jahr 2008 wird zur ersten Härteprobe Löws. Er besteht sie, fast. Das Ziel, den EM-Titel verpasst die DFB-Elf nur knapp. Im Endspiel unterliegt Deutschland Spanien mit 0:1. Auch beim nächsten großen Turnier, die Weltmeisterschaft 2010, wird von Löw nichts Geringeres als der WM-Titel erwartet. Deutschland wird Dritter. Der große Erfolg bleibt aus. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Europameisterschaft 2012: Deutschland scheidet im Halbfinale gegen Italien aus. Den größten Erfolg seiner Trainerkarriere feiert Jogi Löw zwei Jahre später: Deutschland wird im Jahr 2014 Weltmeister. Erinnerungswürdigster Moment bleibt dabei der 7:1-Sieg über Gastgeber Brasilien im Halbfinale.

Joachim Löw (r.) mit seinem Co-Trainer Hansi Flick auf dem Trainingsplatz im Jahr 2013. (Archivfoto)

Mit dem WM-Titel steigen die Erwartungen an Löw und das DFB-Team enorm an. Das Ausscheiden im Halbfinale der Europameisterschaft im Jahr 2016 gegen Gastgeber Frankreich wird deshalb als herber Rückschlag in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Deutschlands Platz an der Weltspitze wackelt plötzlich wieder. Der Tiefpunkt in Löws Karriere ereignet sich im Jahr 2018. Bei der Weltmeisterschaft scheidet Deutschland in der Vorrunde aus.

Joachim Löw im Jahr 2020. (Archivfoto)

Jogi Löw – EM 2021 als Abschluss

Jogi Löws letzte Amtshandlung als Bundestrainer beim DFB war die EM 2021. Nach einer durchwachsenen Vorrunde schied die deutsche Nationalmannschaft jedoch im Achtelfinale gegen England aus. Es war gleichzeitig der Abschluss einer Ära. Löws Ära. Alle Informationen zu den Gruppen und dem Spielplan der EM 2021 finden Sie im Überblick. (Tobias Utz)

Rubriklistenbild: © via www.imago-images.de

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