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Typisches Martinez-Spiel: Der 32-Jährige 2013 im Supercup gegen den FC Chelsea.

FC Bayern im Supercup

Javi Martinez und der schöne Kreis

  • vonHanna Raif
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Der Supercup gegen Sevilla wäre der passende Schlusspunkt für Javi Martinez beim FC Bayern München, der vor einer Rückkehr zu Athletic Bilbao steht. Der Spanier verbindet „unvergessliche“ Erinnerungen mit dem Wettbewerb.

Irgendwo ist sie noch gespeichert, aber inzwischen muss Javi Martinez in seinem Bilderordner ganz schön weit zurück scrollen, wenn er auf seinem Smartphone nach dieser Aufnahme sucht. Sie ist gut geworden, davon kann man ausgehen, wenn man die Szene nach dem Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals Anfang August beobachtet hat. Der Spanier hatte lange auf dem Rasen der Münchner Arena posiert, den Blick ins leere Rund gerichtet, Lucas Hernandez lichtete ihn aus allen Richtungen ab. Zumindest von seiner Seite also ist alles bereitet für einen Abschied aus München, sogar das Motiv zum Servus sagen. Nur in der Chefetage ist man noch nicht ganz so weit.

Vollzugsmeldungen über einen Wechsel zurück zu Athletic Bilbao wurden in Spanien schon in der vergangenen Woche verbreitet. Aus München ist nun zu hören, dass es bisher lediglich eine grundsätzliche Anfrage für einen Kauf gegeben haben soll. So schnell, wie man dachte – im Raum stand ein Transfer bis zum 27. September – wird es womöglich nicht gehen. Trotzdem aber darf man davon ausgehen, dass die Reise, die die Mannschaft morgen zum Supercup in Budapest antreten wird, eine der letzten für Martinez als Bayern-Spieler sein dürfte. Womöglich gibt es zum Abschluss nach acht Jahren im roten Trikot noch einen Titel gegen den FC Sevilla, für den 32-Jährigen würde sich mit dem Sieg in diesem Prestige-Wettbewerb ja immerhin ein schöner Kreis schließen. Denn 2013, als die Bayern das letzte Mal im Supercup-Finale standen – und zum ersten Mal gewannen –, war Martinez der umjubelte Held.

Die Partie in Prag, eine der ersten mit Pep Guardiola an der Seitenlinie, kann man getrost als „echtes Martinez-Spiel“ bezeichnen. Es ist ja in den acht Jahren unter fünf Trainern nicht nur ein Mal vorgekommen, dass der Mann, der am Ende seiner Kräfte wirkte, plötzlich noch mal aufdrehte. Zum Spiel gegen den FC Chelsea, damals Europa-League-Sieger, war der Weltmeister mit Leistenproblemen angereist, Guardiola hatte ihm offiziell einen Einsatz über „fünf bis zehn Minuten zugetraut“. Trotzdem wechselte der Coach seinen Landsmann in der 56. Minute ein, am Ende also blieb er inklusive Verlängerung mehr als eine Stunde auf dem Platz. Und rettete sein Team in allerletzter Sekunde ins Elfmeterschießen.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort auftauchen, das kann Martinez ja gut. Und als in der lauen Prager Sommernacht die 121. Minute lief, stellte er das mal wieder unter Beweis. Schmerzen hatte er die ganze Zeit, das sah man ihm an, aber er gab nicht auf. Die Flanke von David Alaba kam gut, der Ball flog Martinez vor die Füße, er schob ihn ins Netz. Die Wende in der Schlussminute setzte in diesem intensiven, absolut sehenswertem Spiel die nötigen Kräfte fürs Elfmeterschießen frei. Martinez trat nicht an, er hatte schon genug geleistet. Endstand: 5:4.

Konkurrenz ist zu groß

„Unglaublich und unvergesslich“ nannte Martinez seinen Last-Minute-Treffer später: „Schließlich schieße ich ja nicht so viele Tore.“ Genau 13 waren es bisher für Bayern, dazu kommen neun Vorlagen. Aber Jupp Heynckes hat diesen Mann ja auch einst nicht nach München gelotst, um das Offensivspiel zu beleben. Martinez gab lange Jahre den perfekten Abräumer, setzte Maßstäbe auf der Sechs, als Kämpfer und Beißer. Die Aussage von Karl-Heinz Rummenigge („wird schwieriger für ihn“) überraschte auch ihn zuletzt nicht. Joshua Kimmich und Leon Goretzka stehen nun für einen anderen Stil im defensiven Mittelfeld.

16-mal kam er in der vergangenen Ligasaison zum Einsatz, beim Auftakt zur neuen Spielzeit beobachtet er auf der Bank, wie Hansi Flick diverse Jugendspieler einwechselte. Auch die Spiele auf dem Weg zum Champions-League-Titel verfolgte er als Statist. Diese Rolle will und muss Martinez sich nicht mehr antun. Bilbao wird rufen – aber womöglich gibt es am Donnerstag ein neues Abschiedsbild: Mit Supercup.

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