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Weiß auch nicht mehr weiter: HSV-Coach Daniel Thioune beim 1:1 gegen Karlsruhe.
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Weiß auch nicht mehr weiter: HSV-Coach Daniel Thioune beim 1:1 gegen Karlsruhe.

Aufstieg in weiter Ferne

Jämmerlicher HSV

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Hamburger Zweitligist manipuliert sich im Aufstiegsrennen im dritten Jahr nacheinander selbst, Trainer Thioune wirkt mitgenommen. Und sollte dennoch in jedem Fall weitermachen dürfen.

Die Ergebnisse des Top-Aufstiegsfavoriten Hamburger SV im April 2021: 3:3 nach 3:0-Führung bei Hannover 96, 1:2 gegen Darmstadt 98, 1:2 in Sandhausen, 1:1 gegen Regensburg, 1:1 gegen den Karlsruher SC. Drei von 15 möglichen Punkten. Indiskutabel. Die trübe Realität: Den Hanseaten droht zum dritten Mal in Folge Tabellenplatz vier in Liga zwei. Zu wenig zum Aufstieg, zu wenig sogar zur Relegation. Nach der Hinrunde war die Mannschaft von Daniel Thioune noch mit drei Punkten Vorsprung Tabellenführer gewesen.

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Der Absturz erfolgte auch in den beiden Vorjahren unter Hannes Wolf und Dieter Hecking zum Saisonende hin, als die Rothosen jeweils wie in ausgelatschten Slippern auf dem Platz herumfielen und sich scheinbar wehrlos dem Unausweichlichen fügten. Warum wiederholt sich das nun auch unter dem dritten Trainer, noch dazu mit einer Mannschaft, die von Sportchef Jonas Boldt eigens dazu zusammengestellt worden war, mehr Widerstandskraft zu entwickeln? Niemand kann das erklären. „Ob das immer nur am Trainer liegt? Das wage ich zu bezweifeln“, sagt Boldt.

Trainer Thioune, eine eigentlich stattliche Erscheinung mit durchdringender Stimme, saß nach der neuerlichen Enttäuschung gegen Karlsruhe am Donnerstagabend wie ein Häuflein Elend in der virtuellen Presserunde. Wochenlang hatte er tapfer gegen den Trend angekämpft. „Birne frei, Brust breit, der Kopf hoch – wir gehen jetzt All-In“, hatte der 46-Jährige noch vor dem Spiel als Losung ausgerufen. Was dann kam, war eine wiederholte Total-Enttäuschung: lahmes Aufbauspiel, kein gemeinsames Pressing, nachlässige Zweikampfausübung, kaum Chancen, und einen Gegentreffer nur eine Minute nach dem Führungstor. Es passte, wieder einmal, nichts zusammen. „Wir brauchen nicht über Dinge zu reden, die sich nicht realisieren lassen, wenn wir keine Fußballspiele gewinnen“, stöhnte Thioune. Aus eigener Kraft ist nichts mehr machbar für ihn und seine Mannschaft in Richtung erster Liga.

Natürlich könnte sich der HSV jetzt daran machen, mit einem neuen Trainer ins nächste Spieljahr zu gehen. Aber wahrscheinlich wäre es klüger, einen besonnenen, intelligenten Mann wie Thioune aus den bitteren Erfahrungen lernen zu lassen. In den vergangenen Wochen sah es verdächtig danach aus, als hätte er sein Linie verloren, als wüssten die Spieler nicht mehr, wer wann was zu tun hätte. Es war kein Gemeinsinn erkennbar und folglich keine Spielidee. Thioune glaubt, vieles habe mit dem Kopf zu tun, „der Kopf hat den Körper gehemmt.“ Es ist das HSV-Syndrom. Immer wieder diagnostiziert, niemals abgestellt.

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