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Der Ball gehorcht ihm: Jae-Sung Lee in Aktion für Mainz 05.
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Der Ball gehorcht ihm: Jae-Sung Lee in Aktion für Mainz 05.

Mainz 05

Jae-Sung Lee: Fleißig und schlau

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Südkoreaner Jae-Sung Lee gibt dem Fußball-Bundesligisten Mainz 05 eine Note, die dem Team guttut

Es hat in der bewegten, fast 50-jährigen Geschichte der Zweiten Fußball-Bundesliga kaum einen besseren Fußballspieler gegeben als Jae-Sung Lee. Drei Jahre lang wirbelte der Südkoreaner für Holstein Kiel im offensiven Mittelfeld. Seit Sommer steht der 29-Jährige bei Mainz 05 unter Vertrag, und jetzt ist er auch im deutschen Oberhaus voll angekommen. Beim Mainzer 2:1-Sieg in Bielefeld leitete er sein Tor zum 1:0 noch in der eigenen Hälfte mit ein und sprintete dann schnurstracks in den gegnerischen Strafraum, wo er so per Abstauber zu Stelle war. Nach 19 Toren in Liga zwei sein erstes Bundesligator. Hinterher gab es ein Sonderlob vom Trainer Bo Svensson. Der sagt über den südkoreanischen Nationalspieler: „Er ist ein Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und Sturm und hat immer eine gute Lösung, auch auf einer Position, auf der du viel unter Druck bist. Dazu ist er auch gegen den Ball extrem fleißig und haut sich in jedes Ding rein, bis es nicht mehr geht“

Freitag gegen Gladbach

Svensson hat Lee deshalb inzwischen zur Stammkraft befördert, Leandro Barreiro verlor seine Planstelle, und man muss sagen: Seitdem agiert Mainz 05 unvorhersehbarer als zuvor. Mit seinen kurzen Drehungen vermag Lee, dem Spiel oftmals eine überraschende Wende zu geben. Drei Siege nacheinander sind die Folge.

Lee ist ein schlauer Spieler, der sich gern zwischen die Linien schleicht und so in den Defensiven der Gegner für Unordnung sorgt. Borussia Mönchengladbach soll das am Freitagabend (20.30 Uhr) zu spüren bekommen.

Die Mainzer sind froh, sich im Poker um Lee vor allem gegen 1899 Hoffenheim durchgesetzt zu haben. Sportvorstand Christian Heidel frohlockte über den ablösefreien Wechsel: „Die ganze Liga hat gedacht, dass Lee nach Hoffenheim wechselt.“ Auch Werder Bremen und der Hamburger SV waren stark interessiert. Aber dann kamen die Nullfünfer um die Ecke. „Bo Svensson hat mich direkt angerufen und ich habe gespürt, dass Mainz mich unbedingt wollte“, berichtet Lee. Ein bisschen musste er sich an die höheren Anforderungen in Liga eins erst gewöhnen. Die anstrengenden Trips mit der Nationalmannschaft taten ihr übriges, dass die Mainzer Nummer sieben sich nicht gleich durchsetzen konnte.

Sein erstes Jahr in Deutschland sei schwierig gewesen. berichtet Lee im Videocall, die andere Kultur, das Essen, das Wetter im hohen Norden der Republik - an all das musste er sich erst noch gewöhnen. Leistung brachte der laufstarke Mittelfeldmann indes bei Holstein Kiel von Beginn an. Der Höhepunkt: Der Pokalsieg nach Elfmeterschießen gegen Bayern München im vergangenen Januar. Eigentlich hatte Lee vorgehabt, sich hinterher das Trikot von Thomas Müller zu angeln, „aber die Bayern waren dann ganz schnell in der Kabine“. Also wurde daraus nichts.

Trikottausch mit Hector

Thomas Müller kannte Lee aus direkter Konfrontation übrigens schon länger. Im entscheidenden Gruppenspiel der WM 2018 in Kasan stand Lee in der südkoreanischen Startelf und spielte beim 2:0-Sieg 96 Minuten durch. Müller wurde nach 63 Minuten für Leon Goretzka eingewechselt. Deutschland schied aus. Lee lächelt bei der Erinnerung an diesen unvergesslichen Nachmittag, der trotz des Sieges auch für Südkorea das WM-Aus bedeutete. Und er weiß noch sehr genau,mit wem er hinterher das Trikot tauschte: „Mit Jonas Hector.“ In zwei Wochen trifft er den Kölner Ex-Nationalspieler beim Heimspiel in Mainz wieder. Bis dahin will Lee noch Punkte aufs 05-Konto schaufeln. „Ich will fleißig sein und das, was der Trainer von mir verlangt, zu hundert Prozent erfüllen.“ Wer den Perfektionisten Bo Svensson kennt, weiß, dass das schier unmöglich ist.

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