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Fiel im Europacup-Spiel gegen Eintracht Frankfurt kaum auf: Ivan Perisic (links) gegen Sebastian Rode.

FC Bayern München

Ivan Perisic: Der Soforthelfer

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Ivan Perisic wird den FC Bayern München kurzfristig wohl weiterbringen, die angestrebte Zukunftslösung ist der Neuzugang aber nicht.

Als der FC Bayern am Dienstag um kurz vor 11 Uhr die Leihe von Ivan Perisic bestätigte, war die Münchner Anhängerschaft längst einen Schritt weiter. Statt um den 30 Jahre alten Leihspieler von Inter Mailand ging es vor allem um die Frage, wer noch nach München kommen wird. Schließlich drängt die Zeit, weniger im Hinblick auf den Bundesligaauftakt am Freitag gegen Hertha BSC, für den sich die Bayern auch mit ihren nun 18 Feldspielern einen Erfolg zutrauen. Dafür aber umso mehr im Hinblick auf die Champions League, die in einem Monat beginnt, zwei Wochen nach dem Transferschluss.

„Bis zum 2. September werden wir noch was bekommen“, hatte Trainer Niko Kovac schon vor dem glanzlosen, aber souveränen 3:1(1:0)-Sieg im Pokal bei Energie Cottbus gesagt und anschließend vor allem die junge Mannschaft des Regionalligisten gelobt, wodurch für sein Starensemble kein uneingeschränktes Kompliment übrig blieb. „Das Tempo mit rauf und runter war schon sehr extrem. Ich hätte mir gewünscht, dass es ein bisschen weniger gewesen wäre“, sagte Kovac. In Bezug auf den Sommerschlussverkauf wollte er allerdings auch danach nicht konkret werden, allein schon wegen jener Rüge, die er sich zuletzt von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge eingehandelt hatte.

Also verwies Kovac nach dem Sieg am Montagabend durch die Tore von Robert Lewandowski, Kingsley Coman und Leon Goretzka lieber auf Hasan Salihamidzic. „Ich werde Folgendes machen“, sagte der Trainer, „über das redet dann nicht mehr der Trainer, sondern der Sportdirektor.“ Der war allerdings gar nicht nach Cottbus gereist, ebenso wenig Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß, nicht zuletzt wegen des finalen Papierkrams in Sachen Perisic. Und ohnehin sind auch von Salihamidzic keine Verlautbarungen zu erwarten, ehe nicht der nächste Transfer offiziell ist.

Mit „das“ meinte Kovac die konkrete Frage zu Philippe Coutinho, 27, vom FC Barcelona, an dessen Verpflichtung die Münchner laut Medienberichten auf ähnliche Weise basteln wie zuvor an jener von Perisic. Der Kroate, Fachgebiet Linksaußen, soll an diesem Mittwoch leihweise ins Training einsteigen, ehe sich die Bayern bis zum Sommer 2020 überlegen können, ob sie die mit Inter vereinbarte Kaufoption in Höhe von 20 Millionen Euro ziehen. Für diese Saison werden zunächst knapp fünf Millionen Euro Leihgebühr fällig.

Veto in der Causa Coutinho

In Spanien berichtete die Zeitung „Mundo Deportivo“ unterdessen, dass sowohl Coutinhos aktueller Verein als auch der Spieler, Anfang 2018 für rund 150 Millionen Euro Ablöse vom FC Liverpool nach Barcelona übergelaufen, nicht bereit seien, auf das erste Angebot des FC Bayern einzugehen. Angeblich soll es um eine kostenlose Leihe über zwei Jahre mit anschließender Kaufoption gegangen sein, wobei die Münchner zunächst nur Coutinhos Jahressalär von rund elf Millionen Euro übernehmen würden. Das vorläufige Veto aus Katalonien könnte auch daran liegen, dass Coutinho weiter als sogenannte Verhandlungsmasse für Barcelonas angedachten Neymar-Transfer von Paris Saint-Germain bereitgehalten werden soll. So eindeutig wie zuvor bei Perisic sind die Signale in der Causa Coutinho jedenfalls nicht.

In jedem Fall soll der erfahrene Perisic sofort weiterhelfen, er kann sicher als derzeit sinnvolle Lösung wahrgenommen werden, nicht aber als die eigentlich angestrebte Zukunftslösung. Womöglich kommt der lauf- und zweikampfstarke sowie von seinen neuen Kollegen schon freudig begrüßte Perisic bereits am Freitag gegen die Hertha zu seinem Debüt. Bei den Berlinern hatte er vor zehn Jahren mal zur Probe mittrainiert, ging dann aber für zwei Jahre zum FC Brügge. Der FC Bayern ist nach Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg die dritte Bundesligastation seiner Karriere.

„Ich freue mich sehr, zurück in Deutschland zu sein. Der FC Bayern ist einer der größten Klubs in Europa“, wurde Perisic in der Mitteilung der Münchner zitiert, „wir wollen nicht nur in der Bundesliga und im DFB-Pokal, sondern auch in der Champions League angreifen.“

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