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Im Auge des Sturms: Friedhelm Funkel. Foto: AFP
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Im Auge des Sturms: Friedhelm Funkel.

Voll daneben: 1. FC Köln

Ins Fettnäpfchen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Nach dem 0:3 bei Leverkusen geht ein Shitstorm auf Neu-Trainer Friedhelm Funkel nieder.

Es gibt Einstände, die glücklicher verlaufen als jener von Friedhelm Funkel beim 1.FC Köln. Rein sportlich schlugen sich die Rheinländer im Derby in Leverkusen zwar wacker, doch am Ende stand eine saftige 0:3-Schlappe. Auch der für den gescheiterten Markus Gisdol eingesprungene Trainer-Methusalem konnte trotz ordentlicher Ansätze den Sinkflug nicht bremsen, aus den letzten neun Partien hagelte es sieben Niederlagen, Ausbeute in toto: zwei von 27 Punkten. Zahlen eines Absteigers. Und am Dienstag kommt auch noch Schwergewicht RB Leipzig nach Müngersdorf. Trübe Aussichten.

Und zu allem Überfluss trat der alte Haudegen Funkel vor der Sky-Kamera noch tief rein ins Fettnäpfchen. Die Gründe für die Pleite verortete der 67-Jährige auf den Leverkusener Außenbahnen, wo die wieselflinken Moussa Diaby und Leon Bailey für überfallartige Angriffe sorgten. „Sie haben eine enorme Schnelligkeit“, hob Funkel an und schlingerte weiter: „Durch ihre, ihre, äh, ja, äh, den einen oder anderen Ausdruck darf man ja jetzt nicht mehr sagen, durch ihre Spieler, die halt so schnell sind.“ Er meinte eben Diaby und Bailey, beide Schwarze Profis.

Was Funkel wirklich sagen wollte, blieb im Verborgenen, der Coach wurde dennoch sofort in die rechte Ecke geschoben, der Rassismus-Vorwurf wurde nicht nur latent geschürt, sondern offen ausgebreitet. Auf den Rheinländer prasselte ein Shitstorm erster Güte ein, viele forderten den sofortigen Rauswurf des beliebten Fußballlehrers.

Festzuhalten ist, dass die unausgesprochene Kernaussage maximal unbedacht und unnötig war und – in anderem Zusammenhang – sehr wohl als gefährlicher Alltagsrassismus zu werten wäre. Doch wer Funkel richtig kennt, der weiß, dass er nicht nur ein untadeliger Sportsmann, sondern auch ein absolut integrer und anständiger Mensch ist, frei von rechtem Gedankengut, und es nicht verdient, in einen Sack mit einer unheilvollen Brut an hirnlosen Faschos gesteckt zu werden. Selbst wenn dieser verbale Fehltritt eine gewisse Empörung rechtfertigt, ist es nicht korrekt, ihn ans Kreuz zu nageln. Da sollte man schon differenzieren.

Der Trainer selbst war erschrocken und mitgenommen ob der Lawine, die er lostrat. „Wenn ich da missverstanden worden bin, tut es mir leid“, beteuerte Funkel. „Ich habe mit so vielen Spielern aus allen Kontinenten zusammengearbeitet, und es hat mir immer Spaß gemacht. Egal, ob der Spieler jung, alt oder was weiß ich ist.“ Welchen Begriff er letztlich umschifft hat, verriet er nicht: „Ich weiß nicht mehr genau, was mir da durch den Kopf gegangen ist. Aber ich bin weit davon entfernt, irgendjemanden anzugreifen. Das habe ich noch nie in meinem Leben gemacht, und das werde ich bis zu meinem Lebensende nicht machen.“

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