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Gianni Infantino (rechts unten) beim WM-Qualifikationsspiel im September zwischen dem Iran und Irak in Doha.
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Gianni Infantino (rechts unten) beim WM-Qualifikationsspiel im September zwischen dem Iran und Irak in Doha.

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Infantinos falsche Vorstellungen von Frieden

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Der Fifa-Präsident hat eine gemeinsame WM-Austragung der Vereinigten Arabischen Emirate und Israel für das Jahr 2030 ins Spiel gebracht. Dem Schweizer geht es dabei aber vor allem um neue Sponsoren für den Fußball-Weltverband aus der Golfregion. Ein Kommentar.

Die Vorstellung ist zu schön, um wahr zu sein. Was jahrzehntelang der Politik nicht gelungen ist, soll nach der Vorstellung von Fifa-Präsident Gianni Infantino dem Fußball gelingen: Die Aussöhnung zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarstaaten. Geht es nach dem Schweizer, sollen die Vereinigten Arabischen Emirate die Weltmeisterschaft 2030 austragen und Israel als Co-Gastgeber fungieren.

Sport ist sicherlich ein Baustein von vielen, um die Region zu befrieden, aber nur ein ganz kleiner. Das musste Infantino schon erleben, als er vorhatte kurzfristig die WM 2022 in Katar auf 48 Teams aufzustocken. Dafür hätte Katar aber einen Co-Gastgeber benötigt. Aufgrund der diplomatischen Krise mit Saudi-Arabien wegen des Jemen-Kriegs ließ sich aber keine Nation aus der Region darauf ein, um es sich nicht mit Saudi-Arabien zu verscherzen.

Der Nahostkonflikt zwischen Israel und Palästina mit all seinen Auswirkungen ist noch viel komplexer. 15 Länder der Arabischen Liga erkennen Israel weiterhin nicht als Staat an. Immerhin haben Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate diplomatische Beziehungen zu Israel aufgenommen. Ein wichtiger, aber eben nur ein winziger Schritt zu einem echten Frieden. Solange der fragil ist, sind Pläne einer gemeinsamem WM obsolet. Schließlich muss auch die Sicherheit von allen Beteiligten bei einem so großen Turnier gewährleistet sein. Eine Fußball-WM hinter Schutzwällen und patrouillierendem Militär kann niemand wollen.

Auch nicht Infantino, dem es mit seinem Vorstoß um etwas anderes gehen dürfte: Nämlich, die arabischen Herrscherfamilien aus Dubai und Co als Fifa-Sponsoren zu gewinnen. Seit er sein Amt als Präsident angetreten hat, ist er regelmäßig in der Golfregion unterwegs. Er hatte vor, die Klub-WM an ein Konsortium aus Saudi-Arabien zu verkaufen, trat sogar in einem Werbevideo des Landes auf. Nun will er Friedensstifter in der Region werden. Das kauft ihm niemand ab.

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