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Manchester City gegen Real Madrid - wenn es nach der Uefa geht eine Art Dauerbrenner im Fußball.
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Manchester City gegen Real Madrid – wenn es nach der Uefa geht, eine Art Dauerbrenner im Fußball.

Champions-League-Reform

In der Mangel des Mammons

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Mit der angestrebten Reform der Königsklasse reagiert die Uefa auf die Drohkulisse „Super League“. Geschützt werden die großen Klubs. Es geht um Geld – wie immer. Ein Kommentar.

So ein Spiel FK Krasnodar gegen Stade Rennes oder eines, das den FC Midtjylland auf Ferencvaros Budapest treffen lässt oder Ludogorez Rasgrad, will keiner sehen, höchstens noch die Anhänger aus Russland, Bulgarien oder Ungarn. Aber wen interessieren schon Fans? Die Uefa zumindest nicht, allenfalls dann, wenn sie schöne Bilder produzieren mit prächtigen Choreografien. Und solche Klubs, die sich sportlich für die Champions League qualifiziert haben, die klein sind, aber oho, stören im Grunde nur das prachtvolle Gesamtgefüge, sind nicht dafür geeignet, dem königlichen Hochglanzprodukt neuen Schliff zu verleihen. Die Kleinen sind den Großen ein Dorn im Auge, nicht attraktiv genug, um noch mehr Kohle herauszuschlagen. Der Markt dürstet nach Auffassung der Uefa mehr nach einer Partie Manchester City gegen Real Madrid, gerne auch drei-, viermal pro Saison.

Das Exekutivkomitee der Uefa ist nun auf Anregung der mächtigen europäischen Klubvereinigung ECA auf die Idee gekommen, die Champions League noch ein bisschen größer zu machen. Ein sogenanntes „Schweizer Modell“ sieht ab 2024 vor, dass 36 (statt jetzt 32) Mannschaften dabei sind. Es soll keine Gruppenspiele mehr geben, dafür soll in einer Tabelle gespielt werden, die ersten Acht qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale, die folgenden 16 ermitteln per Playoffs die restlichen acht Gegner.

Spiele ohne Ende

Und drei der vier zusätzlichen Plätze sollen reserviert sein für Klubs mit großem Namen, die aber momentan sportlich gerade am Stock gehen; mithilfe einer Zehnjahreswertung sollen darbende Großmeister aufgefangen werden. Aktuell etwa wären Borussia Dortmund, der FC Arsenal oder Benfica Lissabon nicht für die lukrative Königsklasse qualifiziert – mittels ihrer in der letzten Dekade gesammelten Punkte allerdings schon. Das Nachsehen hätten Ligen aus der Türkei, Österreich oder Dänemark, deren Meister keine direkten Startplätze hätten. Dass diese Pläne, die 225 Spiele (statt 125), vier zusätzliche Spieltage und mindestens zehn Vorrundenpartien brächten, den ohnehin pickepackevollen Terminkalender wohl sprengen würden, nimmt man in Kauf – die Aussicht auf zusätzliche Einnahmen trüben jeden realistischen Blick. Mit knapp fünf Milliarden Euro an TV-Geldern (knapp zwei Milliarden mehr als momentan) wird gerechnet.

Und diese Idee, so heißt es, soll flugs umgesetzt werden. Schon im März, April könnte eine Entscheidung fallen, spätestens bis zum 20. April, zum Uefa-Kongress in Montreux, soll alles in trockenen Tüchern sein. Die großen Klubs machen Druck, nehmen die Uefa mit der Drohung einer „Super League“ in den Würgegriff – dadurch würden die nationalen Ligen massiv entwertet. Und dann ist da immer noch die Conference League, ein dritter Wettbewerb, der auf Kosten der Europa League eingeführt wird. Insgesamt spielen in der neuen Saison 96 Klubs international (bisher 80), Spiele schier ohne Ende.

Nicht viel spricht dafür, dass sich die Champions-League-Reform noch verhindern ließe. Die Stoßrichtung der Goliaths ist offensichtlich: Die immergleichen Klubs sollen möglichst immer in der Champions League dabei sein, damit sie auch in sportlich dürren Zeiten mit fetten Einnahmen jonglieren können. Die sportliche Relevanz bleibt da auf der Strecke – Hauptsache, die Geldquellen versiegen nie.

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