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Impfen lassen, erkranken – oder auf die WM verzichten

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Ohne Impfung steht für Nationalspieler viel auf dem Spiel: die eigene Gesundheit, der Erfolg des Teams - und gewiss auch die Teilnahme an der kommenden Weltmeisterschaft.

Frankfurt – Das Setting für die Olympischen Winterspiele in Peking ist klar: Athletinnen und Athleten, die sich auf diesen Höhepunkt ihrer Karriere vorbereiten, müssen entweder gegen Covid-19 geimpft sein oder sich zuvor volle drei Wochen in Quarantäne begeben. Letzteres ist einer professionellen Vorbereitung abträglich. Wer in Peking optimal für sich und fürs Land performen will, muss ergo nicht nur hart trainieren, sich gesund ernähren und wenig Alkohol trinken, er muss sich auch impfen lassen.

Fußballprofis, Trainer und Manager sprechen stets vom hohen Maß an Professionalität, mit dem sie sich auf ihre Spiele vorbereiten würden. Wenn dem tatsächlich flächendeckend so wäre, müsste die Durchimpfung sich bei Fußballprofis bei hundert Prozent bewegen. Denn völlig unabhängig von der Debatte um eine Impfpflicht haben die jüngsten Beispiele von vier Spielern der Nationalmannschaft gezeigt, dass sie aktuell allein aufgrund ihres fehlenden Impfschutzes nicht einsatzfähig sind.

Pro Impfung: Bundestrainer Hansi Flick.

FC Bayern: 20 Prozent des Kaders ist ungeimpft

Laut Erhebungen der Deutschen Fußball-Liga, die das Impfen genau wie der Deutsche Fußball-Bund ausdrücklich empfiehlt, liegt die Impfquote in den beiden Bundesligen bei mehr als 90 Prozent. Die DFL bezieht sich dabei auf freiwillige Klubangaben. Die kann man glauben oder nicht. Zweifel erscheinen aufgrund der jüngsten Fälle in verschiedenen Vereinen angebracht. Für den Branchenführer Bayern München gilt: Dort sind fünf Spieler - rund 20 Prozent des Kaders - nach wie vor ungeimpft. Mit entsprechenden Auswirkungen auf die Nationalmannschaft.

Der Arbeitgeber FC Bayern hat keine juristische Handhabe, eine Impfung durchzusetzen. Er kann nur freundlich darauf dringen, im Sinne des Teamerfolgs, des eigenen Schutzes vor Covid-19 und der Vorbildfunktion im Kampf gegen die Pandemie eigene Bedenken zurückzustellen. Denn eine Pflicht zur Impfung gegen das Coronavirus wurde vom Gesetzgeber bislang ausdrücklich verneint, und zwar für alle Berufsgruppen inklusive der Fußballprofis.

Deutscher Fußball: Impfpflicht für Nationalspieler nicht unrealistisch

Bundestrainer Hansi Flick könnte dagegen beschließen, nur noch geimpfte Spieler in den DFB-Kader zu nominieren. Er ist ja nicht Arbeitgeber der Nationalspieler, sondern entscheidet freihändig nach Form, Teamfähigkeit, Position und Gesundheitszustand. Aber ihm dürfte auch dünken, dass das einen Shitstorm einer lauten Minderheit nach sich ziehen würde.

Flick hat erstens die Verantwortung der privilegierten Profibranche erkannt. Und er hat zweitens jetzt zu spüren bekommen, wie er als Fußballtrainer direkt betroffen ist, wenn ungeimpfte Spieler kurzfristig ausfallen. In der gegenwärtigen Situation vor zwei belanglosen Länderspielen lässt sich das verkraften. Nicht aber unmittelbar vor Turnierbeginn in einem Jahr - wobei ohnehin damit gerechnet werden muss, dass auch Katar seine Einreisebedingungen für Spieler und Begleitpersonal ans Impfen oder an rigide Quarantäne-Verpflichtungen knüpft.

Fußball-Weltmeisterschaft 2022: Wird die Mannschaft ein 2G-Team?

Da die Bundesliga im November 2022 aber bis auf eine Woche an das Eröffnungsspiel am 21. November heranspielt, gibt es zur Impfung nach gegenwärtigem Stand nur diese denkbaren Alternativen: eine Corona-Erkrankung im halben Jahr vor dem Turnier oder den Verzicht auf die WM. (Jan Christian Müller)

Rubriklistenbild: © dpa

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