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Pure Mainzer Freude. Foto: imago images
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Pure Mainzer Freude.

Im Stile eines Spitzenteams

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Der Mainz 05 feiert seinen dritten Zu-Null-Sieg im vierten Bundesligaspiel und den perfekten Einstand von Neuzugang Marcus Ingvartsen.

Der Spieltag hatte für Dietmar Hopp schon blöd begonnen. Das große Tor zur Sinsheimer Fußballarena klemmte. Der Mäzen der TSG Hoffenheim musste warten, bis es mechanisch geöffnet werden konnte. Und dann klemmte auch das Toreschießen bei seiner Mannschaft. Sie verlor sehr verdient 0:2 (0:1) gegen Mainz 05.

Hansi Flick hatte schon eine Weile vor dem Schlusspfiff genug gesehen und machte sich aus der Sinsheimer Arena fort ins nur 20 Kilometer entfernte Bammental nach Hause. Aus Furcht vor viel Verkehr musste der Bundestrainer so früh nicht aufbrechen. Es waren nur etwas mehr als 8000 Leute statt der erlaubten 15 000 dabei, als die TSG Hoffenheim eine der schwächsten Leistungen ihrer 13-jährigen Bundesligazugehörigkeit ablieferte.

Flick hatte die siegreichen Mainzer schon im Vorfeld öffentlich für deren kompakte Herangehensweise belobigt und als eine Art Vorbild für die Nationalmannschaft bezeichnet. Er sollte sich an diesem milden Nachmittag bestätigt sehen. Der Kollege Bo Svensson hat in aller Kürze aus einem Haufen mittelmäßig begabter Bundesligaspieler eine verschworene Truppe zusammengeklebt, die Schwächen eines Gegners wie Hoffenheim kühl analysiert und den Kontrahenten nach allen Regeln der Kunst seziert.

„Richtig gescheppert“

So saß nach der Partie ein ziemlich bedröppelter Hoffenheimer Trainer Sebastian Hoeneß in der Pressekonferenz. Er sei nicht enttäuscht, sondern „stocksauer“ ließ der Coach wissen. Denn seine Mannschaft hatte es in der Tat kein einziges Mal auch nur annähernd geschafft, den Mainzer Keeper Robin Zentner in Unruhe zu versetzen. Die aktuelle Spitzenmannschaft Mainz 05 hat in vier Saisonspielen nun dreimal zu Null gespielt und weder gegen Leipzig (1:0), gegen Fürth (3:0) und nun in Hoffenheim beim 2:0 dem Gegner großartige Räume geschenkt. Einzig das 0:2 in Bochum fiel heraus.

Abwehrchef Stefan Bell, selbst sehr souverän, lobte hinterher seine Vorderleute: „Die Sechser, die Achter und unsere Stürmer haben uns brutal viel abgenommen.“ In den Zweikämpfen, fügte der Routinier an, habe es mehrfach „richtig gescheppert“ - meist waren die zusehends frustrierteren Hoffenheimer dabei nur zweiter Sieger.

Und nach vorn hatten die Gäste aus Mainz auch die eine oder andere gute Idee. Hoffenheim lud geradezu dazu ein, das defensive Mittelfeld mit dem schwachen Ex-Nationalspieler Sebastian Rudy war ständig überfordert. Mit dem Mainzer Mittelfeldpressing wussten die verunsicherten Hausherren nichts anzufangen. So ergab sich der Mainzer Führungstreffer durch Stürmer Jonathan Burkhardt nach schneller Drehung und Klassevorarbeit des unermüdlichen Dominik Kohr geradezu logisch (21.).

Die schönste Geschichte des Spiels wurde aber erst in der 77. Minute präsentiert. Da rannte der gerade eingewechselte Mainzer Anton Stach auf dem rechten Flügel den nachlässig verteidigenden Hoffenheimern Munas Dabbour und Chris Richards einfach davon, spielte gediegen zur Mitte, wo der ebenfalls gerade eingewechselte Marcus Ingvartsen technisch stark mit links zum 2:0 abschloss.

Ganz abgesehen davon, dass so ein Jokertor immer etwas besonderes ist, war es in diesem Fall noch viel besonderer. Für den Dänen Ingvartsen war es nach seinem Wechsel von Union Berlin nämlich die erste Ballberührung im Trikot von Mainz 05. Und dann - nach nur 78 Sekunden auf dem Spielfeld - gleich ein Treffer. „Very nice feeling“ - „sehr schönes Gefühl“ kommentierte der Stürmer danach, zumal ihm das Tor direkt vor der Mainzer Fankurve gelungen war.

Dort wurde in der Schlussminuten aber vor allem der Trainer als Architekt des Erfolgs gefeiert, der seine Mannschaft nahezu perfekt durch die Coronakrise mit elf Ausfällen navigiert hat und nächsten Samstag mit einem Sieg im Duell der Überperformer gegen den SC Freiburg nachlegen kann. Mainz 05 wird dann allerdings ziemlich sicher auf mehr Gegenwehr treffen.

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