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Im Standgas in die Ligapause

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Von: Hanna Raif

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Wie immer eine Augenweide: Jamal Musiala (links, hier gegen den Schalker Alex Kral), der in Gelsenkirchen beide Münchner Tore vorbereitete.
Wie immer eine Augenweide: Jamal Musiala (links, hier gegen den Schalker Alex Kral), der in Gelsenkirchen beide Münchner Tore vorbereitete. © dpa

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann freut sich über die stabile Form, die sein Team auch beim 2:0 auf Schalke bestätigt. Auch für die Nationalmannschaft ist er optimistisch.

Tatsächlich, die Aussage „Frohe Weihnachten“ fiel am Samstagabend in der Arena von Gelsenkirchen. 42 Tage waren es noch bis zum Fest, als sich die Bayern nach dem 2:0 auf Schalke im dichten Nebel ein letztes Mal in diesem Bundesliga-Jahr auf die Heimreise nach München machten. Aber der Blick des Tabellenführers richtet sich ohnehin noch weiter nach vorne, bis ins Frühjahr des kommenden Jahres. Seine Abschlussworte 2022 hatte Julian Nagelsmann überlegt gewählt, sie lauteten: „Wir müssen so weiterspielen wie jetzt, dann haben wir auch die Chance, alle Titel zu gewinnen, die wir gewinnen können.“

Kein frommer Wunsch, sondern eine klare Ansage, die überwintern und wieder hervorgekramt werden wird, wenn es nach der WM in der Bundesliga und in den Achtelfinals des DFB-Pokal in Mainz sowie der Champions League gegen Paris St. Germain weitergeht. Trotzdem ist es nur logisch, dass die Bayern nach überragenden Englischen Wochen, der geglückten Auf- und Überholaktion in der Liga sowie Gala-Auftritten am Fließband ihre eigenen Maßstäbe maximal hoch ansetzen. Der Sieg zum Abschluss auf Schalke ist „schnörkellos“ gewesen, wie Kapitän Manuel Neuer betonte. Trotzdem schraubten Treffern von Serge Gnabry (38.) und Eric Maxim Choupo-Moting (52.) die Pflichtspieltor-Bilanz in der laufenden Saison auf 82 – und bekräftigen Nagelsmann in der Gewissheit, dass sein Team aus der Formdelle im Frühherbst nicht nur die richtigen Schlüsse gezogen hat, sondern sogar „sehr erwachsen“ geworden sei: „Wir rennen nicht immer nur nach vorne. Wir spielen auch mal ein Spiel 2:0 nach Hause.“

In Gelsenkirchen hatte er „eine konzentrierte Leistung“ gesehen, „kein Feuerwerk“. Aber genau das war in diesem Spiel, das eine Woche vor Anpfiff in Katar für die Köpfe der Nationalspieler kein leichtes war, auch gefordert gewesen. Ein solider Auftritt und überragende Einzelaktionen – allen voran von Gnabry und Doppel-Vorlagengeber Jamal Musiala – reichten, um den engagierten Tabellenletzten nie am Sieg schnuppern zu lassen. Das Bayern-Spiel hatte lediglich bis zum ersten Treffer ungeordnet gewirkt, danach waren die Machtverhältnisse vor 62 271 Zuschauern deutlich. Schalke hat jetzt seit über 600 Minuten nicht gegen die Bayern getroffen. Unabhängig davon resümierte Neuer: „Auf dem Weg zur Meisterschaft können wir uns nur selbst schlagen.“

Nagelsmann sprach schon jetzt, nach 15 Spieltagen, von „einer besseren Hinrunde“ als im Vorjahr, denkt aber aus gutem Grund noch weiter. Auch wenn nach nun erst mal Urlaub ansteht („Sonne und Schnee“), will der 35-Jährige während der XXL-Winterpause die Lehren aus der verkorksten Rückserie seiner Premierensaison ziehen: „Da haben wir ein bisschen was zu tun.“ Zumal die große Unbekannte Winter-WM die Planungen nicht unbedingt erleichtert. Nur wenn alle Spieler gesund vom Turnier zurückkommen – und „wir den Shape mit in den zweiten Teil der Saison nehmen“ –, sei „sehr viel drin“.

Verstärkungen braucht es dafür nicht, betonte der Trainer, obwohl er „Ohren und Augen“ auf dem Transfermarkt „immer offen“ halte. Intensiver aber wird sein Blick auf die WM-Fahrer aus den eigenen Reihen sein. Dem DFB-Team mit seinem Bayern-Block traut Nagelsmann sogar den Titel zu. „In dieser Form ist einiges drin“, sagte er – bevor die Weihnachtsferien begannen.

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