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Kamerun fühlte sich im Achtelfinale benachteiligt.

Achtelfinale

„Ich schäme mich zutiefst“

Kameruns Videofrust sorgt für Ärger. Doch auch in anderen Achtelfinals bescherte der Videobeweis einige Aufregung.

Bastian Dankert sah fast immer entspannt aus, als er eingeblendet wurde – und der deutsche Videoassistent war während des WM-Achtelfinals zwischen England und Kamerun (3:0) wahrlich oft im Bild. Schließlich verursachte der 39 Jahre alte Rostocker einen Streik, weinende Fußballerinnen und 17 Minuten Nachspielzeit. Der englische Trainer Phil Neville sprach hinterher von einer Schande – bezog sich damit aber explizit nicht auf Dankert.

„Ich schäme mich zutiefst für unseren Gegner“, kommentierte Neville die kurzzeitige Arbeitsverweigerung und die wüsten Proteste der Afrikanerinnen in Richtung der chinesischen Schiedsrichterin Liang Qin: „Beim Start meiner Trainerkarriere hat Arsene Wenger zu mir gesagt, dass die Mannschaft den Coach widerspiegelt. Wenn das meine Spielerinnen gewesen wären, würden sie nie mehr für England spielen.“

Die Kamerunerinnen hatten sich nach dem 0:2 für kurze Zeit geweigert, das Spiel fortzusetzen. Sie fühlten sich benachteiligt, weil beim Treffer von Ellen White (45.+4) zunächst auf Abseits entschieden worden war. Dankert griff allerdings zu Recht ein, White stand klar nicht im Abseits. Die Stimmung kippte erneut, als der Anschlusstreffer durch Ajara Nchout (48.) nach Videobeweis zurückgenommen wurde. Die vermeintliche Torschützin brach daraufhin in Tränen aus und schien dem Zusammenbruch nahe, auf dem Platz wie an der Seitenlinie arteten die Proteste aus.

In allen Achtelfinals am Wochenende sorgte der Videobeweis für Aufregung. Beim Spiel von Frankreich gegen Brasilien etwa (2:1 nach Verlängerung) wurde der vermeintliche Führungstreffer durch Valerie Gauvin (23.) nach fünfminütiger Diskussion zurückgenommen, weil sie Torfrau Barbara beim Abschluss behindert hatte. Immerhin hatte der Weltverband Fifa schon als Zwischenfazit nach der Vorrunde eingeräumt, dass nicht alles rund gelaufen sei. „Ich muss zugeben, dass ein paar Fehler gemacht worden sind“, hatte Schiedsrichter-Boss Pierluigi Collina gesagt: „Das ist zwar verständlich, aber es sollte nicht passieren. Ich bedauere das.“ (sid)

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