Bezieht klar Stellung: Benjamin Mee vom FC Burnley.
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Bezieht klar Stellung: Benjamin Mee vom FC Burnley.

Rassismus

„Ich schäme mich“

Der 5:0-Sieg von Manchester City gegen den FC Burnley wird von einem rassistischen Zwischenfall überschattet. Burnley Kapitän Benjamin Mee findet klare Worte.

Nach einer mutmaßlich rassistisch motivierten Aktion beim Premier-League-Spiel zwischen Manchester City und dem FC Burnley am Montagabend ermittelt jetzt die Polizei. Kurz nach dem Anpfiff war ein Flugzeug mit einem Banner mit der Aufschrift „White Lives Matter - Burnley“ (Weiße Leben zählen – Burnley) minutenlang über das Stadion geflogen und hatte für heftige Empörung gesorgt.

„Wir stellen Untersuchungen an, um die gesamten Umstände dieses Vorfalls zu klären. Erst dann sind wir in der Lage, zu beurteilen, ob Straftaten stattgefunden haben“, teilte die Polizei Lancashire mit. „Uns ist klar, dass dieses Banner viele Menschen in Lancashire und andernorts verärgert hat, und wir arbeiten weiterhin eng mit unseren Partnern beim Klub und bei den örtlichen Behörden zusammen.“

Der FC Burnley hatte noch am Abend eine Stellungnahme veröffentlicht. „Wir möchten klarstellen, dass die Verantwortlichen bei uns nicht willkommen sind“, hieß es darin. „Dies ist in keiner Weise das, wofür der FC Burnley steht.“ Man werde die Verantwortlichen mit Hilfe der Behörden identifizieren und mit lebenslangen Stadionverboten belegen. Schon vor dem Spiel machten Gerüchte die Runde, dass solche Umtriebe geplant seien. „Der Klub hat versucht es zu stoppen“, sagte Burnley-Kapitän Benjamin Mee. Es gelang nicht.

„Ich schäme mich und bin peinlich berührt“, sagte der sichtlich aufgewühlte Mee nach dem 0:5 bei Manchester City über den Affront: „Das ist nicht das, wofür wir stehen. Ich bin wirklich bestürzt, dass das passiert ist. Diese Leute müssen im 21. Jahrhundert ankommen und sich bilden.“

Der Gleichstellungsbeauftragte der Spielergewerkschaft PFA, Iffy Onoura, lobte Mee dafür. Über das Banner sagte Onoura dem Sender BBC: „Die Worte für sich selbst genommen sind nicht beleidigend, es geht einfach um den Zusammenhang. Es ist die Ablehnung der Diskussion, die wir im Moment führen und was sie repräsentiert.“

Spieler knien nieder

Die Spieler beider Vereine hatten vor dem Anpfiff am Mittelkreis niedergekniet, um ihre Unterstützung im Kampf gegen Rassismus zu zeigen. Auch Trainer, Personal und Schiedsrichter hatten sich an der Geste beteiligt. Auf den Rücken der Trikots stand zudem das Motto „Black Lives Matter“ (Schwarze Leben zählen) statt der Spielernamen.

Auslöser war der gewaltsame Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd nach brutaler Gewalt durch die Polizei. Seit dem Tod Floyds protestieren weltweit hunderttausende Menschen gegen Rassismus. Burnley stehe voll hinter der „Black Lives Matter“-Initiative der Premier League, betonte der Klub.

Der Sieg von Manchester City rückte vollends in den Hintergrund. Der von Bayern München umworbene Sane feierte bei den Skyblues nach 323 Tagen in der 79. Minute seine Rückkehr nach seinem Kreuzbandriss. Phil Foden (22.) brachte die Gastgeber in Führung. Vor der Pause sorgte Riyad Mahrez (43., 45.+3/Foulelfmeter) mit einem Doppelschlag für die frühe Vorentscheidung. David Silva (51.) und abermals Foden (63.) legten nach. (dpa/sid)

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