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Gestürzt: Zlatan Ibrahimovics Statue in Malmö. 

Einwurf

Zlatan entwurzelt

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Unbekannte haben in der Nacht zum Sonntag der Bronzestatue von Zlatan Ibrahimovic vor dem Stadion des Malmö FF die Füße abgesäbelt. 

Einmal haben sie ihm eine Plastiktüte über den Kopf gezogen und eine Klobrille an den Arm gehängt. Ständig versuchen sie, ihm irgendetwas abzusägen, oftmals gelingt es auch, schon seit längerem fehlt ihm deshalb die Nase und ein großer Zeh. Dass er mit Farbe beschmiert wird, ist nichts Besonderes mehr. Doch nun hat es ihn als Ganzes erwischt, abgesägt an den Füßen, und so landete er Samstagnacht mit ausgestreckten Armen in jenem Bauzaun in Malmö, der ihn eigentlich beschützen sollte: Zlatan Ibrahimovic, 2,70 Meter hoch und eine halbe Tonne schwer, ganz aus Bronze.

Ibrahimovic: Sie lieben ihn halt, und deshalb hassen sie ihn jetzt

Als die imposante Statue noch ganz war und im vergangenen Oktober in seiner schwedischen Heimatstadt enthüllt wurde, sagte der Fußballstar Ibrahimovic, das Kunstwerk sei ein „Symbol, dass alles möglich ist“. Dass man es zum Beispiel wie er aus den ärmlichen Verhältnissen eines Malmöer Problemviertels herausschaffen und zu einem der berühmtesten Fußballer der Welt werden kann. Ajax und Inter und Milan und Barcelona und Manchester United, überall hat Zlatan gespielt und zahlreiche Tore geschossen und Titel gewonnen, eben erst ist er mit 38 aus der nordamerikanischen Rentnerliga MLS zurückgekehrt nach Europa, spielt jetzt wieder beim AC Mailand. Was für eine Geschichte. Immer hat sein komplizierter Hintergrund in Malmö die Geschichte noch ein bisschen besser gemacht, als sie es eh schon ist, und vermutlich hätten sie ihm noch zwei weitere Statuen hingestellt, eine aus Silber und eine aus Gold. Wäre ihm da nicht die Sache mit Hammarby IF unterlaufen.

Dazu muss man wissen: Der Stockholmer Klub Hammarby IF ist der Erzrivale von Malmö FF, wo Ibrahimovics Fußballkarriere begann, aber ganz bestimmt nicht endet. Zu groß ist die Wut der Fans, dass der Stürmer, dem seine Wurzeln ja ach so wichtig sind, nun ausgerechnet bei Hammarby als Anteilseigner einsteigt, wie Ende November verkündet wurde. Passenderweise stand da seit neuestem diese herrliche Statue vor dem Stadion herum, an der sich die liebeskranken Fans bestens abreagieren können mit ihren Sägen und Sprühdosen. „Ta bor“ heißt es seit Samstagnacht zu Fuße beziehungsweise Kopfe des gestürzten Bronze-Zlatans: „Zu entfernen.“

Ibrahimovic: Ein Symbol, dass alles möglich ist. In der Tat.

Als er beim FC Barcelona spielte, sagte Zlatan Ibrahimovic zu Teamkollegen, es sei ja gar nicht das Wichtigste auf der Welt, Geld zu haben. Nein, das Wichtigste auf der Welt sei, sehr, sehr viel Geld zu haben. Bis Vertragsende im Sommer streicht er in Mailand 3,5 Millionen Euro ein.

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