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Mit Lockerheit doch noch zum Aufstieg? Horst Hrubesch will den Hamburger SV auf seine Art revitalisieren.
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Mit Lockerheit doch noch zum Aufstieg? Horst Hrubesch will den Hamburger SV auf seine Art revitalisieren.

Wer steigt in die Bundesliga auf?

Aufstiegsrennen in Liga zwei: Das Horst-Case-Szenario beim HSV

  • Jakob Böllhoff
    VonJakob Böllhoff
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Bochum und Fürth schnuppern in der zweiten Liga am Aufstieg, Kiel hetzt hinterher, Düsseldorf träumt noch und der Hamburger SV hofft auf Horst Hrubesch.

Ein wenig verzerrt ist das Tabellenbild der zweiten Fußballliga natürlich schon noch aufgrund der Nachholspiele von Holstein Kiel, alles in allem aber ist klar: Um die zweieinhalb begehrten Plätze an der Spitze (zwei direkte Aufsteiger, ein Relegationsteilnehmer) balgen sich gleich fünf Klubs. Ein Blick auf deren Risiken und Chancen im Saisonendspurt.

VfL Bochum: Eine Viertelstunde nur und der Aufstieg wäre quasi eingetütet gewesen. 1:0 führte der Vfl zuletzt in Darmstadt, war besser und verlor dann die Balance. Das Resultat: ein fieser Bauchklatscher, eine schmerzhafte Niederlage, die die Zweifel ungewollt nährt, diese herausragende Saison doch noch irgendwie zu vermurksen. Da spielt jetzt der Kopf mit. Auch ist Torwart Manuel Riemann bis Saisonende verletzt, ebenso kann der Ex-Frankfurter Danny Blum nicht mehr durch des Gegners Abwehr spritzen.

Und trotzdem: VfL-Trainer Thomas Reis hat mit seiner verbindlichen Art eine Truppe geformt, die den Aufstieg verdient hätte, die hinten sauber herausspielt, außen schnell sprintet und vorne mit Robert Zulj über einen Mann der Zweitliga-Extraklasse verfügt. Der Kader, mit geringen Mitteln zusammengestellt vom früheren Profi Sebastian Schindzielorz und dem Ex-Leverkusener Ilja Kaenzig, taugt zwar nicht für Erstligaansprüche, geschlossen genug aber scheint er, um sich den Aufstieg im Endspurt nicht mehr nehmen zu lassen.

Fürth und Kiel in guten Positionen

Greuther Fürth: Die Franken haben wahrlich kein namhaftes Team beisammen, sie schwirren unter dem Radar, die ganze Saison schon. Klar, Julian Green probierte es einst beim FC Bayern und schaffte es nicht, Anton Stach und Paul Jaeckel sind U-21-Nationalspieler, Branimir Hrgota, Kapitän und bester Spieler, verdrängte anno dazumal (unter Trainer Niko Kovac) kurz Frankfurts Fußballgott Alex Meier – alles in allem aber wird Fürth gerne unterschätzt. Aus dieser Rolle heraus haben sich die Kleeblätter eine gute Ausgangslage erspielt. Es wirkt nicht alles rund, eher so eckig wie es das Stadion am Ronhof ist, doch bisher hielten die Teile zusammen. Das könnte reichen.

Holstein Kiel: Die Norddeutschen sind zuletzt aus ihrer zweiwöchigen Corona-Quarantäne in die Saison zurückgekehrt, um eine ziemlich komfortable Tabellensituation vorzufinden: Die Konkurrenten haben ja netterweise darauf verzichtet, im Aufstiegsrennen davonzueilen. Die KSV Holstein jedenfalls ist nach dem Sieg am Dienstagabend gegen Sandhausen bereits auf Platz drei vorgerückt und hat, bei noch zwei Nachholspielen in der Hinterhand, alle Chancen, den direkten Aufstieg zu bewerkstelligen. Natürlich, dafür muss die Mannschaft von Trainer Ole Werner ein Mammutprogramm überstehen, ist der Restspielplan nicht gerade der einfachste. Doch die Störche wirken so fokussiert und so stabil, fußballerisch und mental, dass ihr Höhenflug in die Bundesliga trotz aller Widrigkeiten kein Überraschung wäre. Und verdient sowieso.

HSV hofft auf Hrubesch

Hamburger SV: Nur noch ein Unentschieden, dann ist der HSV am VfB Lübeck vorbeigezogen, aber für Arminia Hannover wird es nicht mehr reichen in dieser Saison. Arminia Hannover ist zu weit weg. Nicht einmal die ewige Tabelle der zweiten Liga bietet den stolzen Hamburgern also schnellen Trost, und erst Recht nicht die Tatsache, dass es ihnen, zurzeit auf Platz 79 rangierend im historischen Tableau, in der neuen Saison locker gelingen dürfte, nicht nur die Hannoveraner zu überholen, sondern auch SC Herford, VfR Bürstadt, Röchling Völklingen.

Mit einem auf viele Arten faszinierenden Kollaps hat der HSV eine starke Bewerbung für ein weiteres Jahr im Unterhaus eingereicht, es wäre das vierte nacheinander. Trainer Daniel Thioune, der die Rollenwandlung vom Hoffnungsträger zu tragischen Figur an der Seitenlinie genauso vollendete wie seine Vorgänger Hannes Wolf und Dieter Hecking, ist von der Klublegende Horst Hrubesch ersetzt worden, 70 Jahre alt und erwiesenermaßen vollkommen unverwüstlich. Spötter im Netz bezeichnen die Entwicklung als Horst-Case-Szenario, was aber eher nicht die Art von Lockerheit ist, mit der Hrubesch seine Spieler doch noch zu einem Schlussspurt Richtung Aufstieg bewegen will. „Er soll einfach er selber sein“, sagt Sportvorstand Jonas Boldt – ein Rat indes, der dem HSV an sich schon lange kein Glück mehr bringt.

Fortuna Düsseldorf: Hoffnung da, Hoffnung weg, dann keimt sie wieder auf. Das zehrt an den Nerven, Trainer Uwe Rösler aber fühlt sich gerüstet für die finale Achterbahnfahrt der laufenden Saison. „Ich hab‘ ja sowieso keine Haare mehr“, sagt er. Noch Anfang Dezember bewegte sich die Fortuna in Reichweite der Abstiegsplätze, nun hat sie Außenseiterchancen auf den Aufstieg. Vier Siege aus den vergangenen fünf Spielen, besser ist kein Rivale. Freilich: Drei Siege müssen jetzt her, soll es noch klappen, was nicht unmöglich erscheint. Zu verlieren haben sie in Düsseldorf ja nichts mehr, nicht einmal Haare.

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