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Die Entscheidung: Benjamin Hübner (Zweiter von rechts) köpft den Ball zum 2:3 ins Berliner Tor.

Hertha - Hoffenheim 2:3

Hoffenheimer Hoch

Das 3:2 bei Hertha BSC bringt TSG in Schlagdistanz zu den Besten.

Was ist denn da los? Im Zeitalter nach Julian Nagelsmann war die TSG Hoffenheim ausgesprochen rumpelig in die neue Saison gestartet. Und jetzt: Durch ihren dritten Sieg in Serie sind die Kraichgauer die Mannschaft der Stunde – und der Blick auf die kommenden Gegner steigert nochmals die gute Stimmung. Am Dienstag treten die Dorfkicker im DFB-Pokal beim Drittligisten MSV Duisburg an, danach warten in der Bundesliga Paderborn, Köln, Mainz und Düsseldorf. Mancher Fan träumt da von der Champions League, die schon jetzt gar nicht so weit weg ist.

„Wenn du so denkst und redest, ist das eine sehr große Gefahr“, warnte Trainer Alfred Schreuder, der die kommenden Aufgaben auch als Favorit mit Demut angehen will: „Wenn wir von unserer Stärke und Qualität überzeugt sind, aber auch wissen, dass wir nicht Bayern München sind, dann können wir so weitermachen.“

Und zwar mit dem Punktesammeln, das klappte auch beim 3:2 (2:0)-Auswärtssieg in Berlin gegen Hertha BSC

optimal. Nach der eigentlich beruhigenden 2:0-Führung ließ Hoffenheim die Berliner durch Fehler in der Abwehr zwar auf 2:2 herankommen, doch das Team stemmte sich kollektiv gegen den Punkteverlust und wurde mit dem 3:2 durch Benjamin Hübner (80.) belohnt. Zur Belohnung lud der Trainer die Spieler zum Essen ein. Ein verdienter Lohn.

Wende mit Kramaric

Neun Zähler aus den vergangenen drei Partien gegen Bayern, Schalke und Hertha – so erfolgreich war kein anderer Bundesligist in diesem Zeitraum. Er hätte „jeden für verrückt erklärt“, der diese Prognose im Vorfeld gewagt hätte, gab Andrej Kramaric zu. Der kroatische Vizeweltmeister ist einer der Gründe für den Hoffenheimer Aufschwung nach einem ganz schwachen Saisonstart.

Wie schon bei seinem Comeback nach mehrmonatiger Verletzungspause in der Vorwoche auf Schalke traf Kramaric gegen Hertha – diesmal zum 2:0 (38.). Und er hielt erneut die volle Distanz durch. Er wundere sich selbst, warum er „keinen Krampf bekomme“. Schreuder ist „jeden Tag stolz“, dass der Rekordtorjäger trotz verlockender Angebote noch immer für Hoffenheim spielt. Denn Kramaric macht den Unterschied. „Er hat keinen Spielrhythmus, er war aber wieder einer der Besten auf dem Platz“, sagte Schreuder, der den Kroaten mit seinem Ex-Spieler Dusan Tadic von Ajax Amsterdam verglich: „Sie sind ähnliche Typen, beschäftigen sich nur mit Fußball, achten auf ihren Körper, sind hochprofessionell.“

Während Kramaric bereits seinen 52. Treffer im 115. Spiel für die TSG bejubeln durfte, trug sich Jürgen Locadia mit dem 1:0 (30.) erstmals in die Torschützenliste ein. Die 25-jährige Leihgabe aus England, die im Winter 2018 noch für 17 Millionen Euro von Eindhoven nach Brighton gewechselt war, bekam von Torhüter Oliver Baumann ein Extralob: „Er ist ein Spieler, der uns wahnsinnig weiterhelfen kann.“

Das Geheimnis seines ungewöhnlichen Vornamens – zumindest für einen Niederländer mit karibischen Wurzeln – konnte Locadia nur bedingt aufklären. „Mein Vater ist Kolumbianer, meine Mutter von der Karibik – ich sehe keine Verbindung. Aber mein Vater heißt auch Jürgen.“ (sid)

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