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Sieht nicht aus, wie ein Torschuss, ist aber einer: David Silva schießt den Entscheidungstreffer gegen Hoffenheim.

Champions League

Hoffenheim verpasst Überraschung

Ein einsatzgeschwächtes Hoffenheim verliert bei der Heimpremiere in der Champions League gegen Manchester City nach Blitzführung knapp.

Die TSG Hoffenheim hat in der Champions League trotz einer phasenweise starken Leistung die große Überraschung gegen den abgezockten englischen Fußball-Meister Manchester City verpasst. Im Duell mit Trainerfuchs Pep Guardiola verlor die ersatzgeschwächte Mannschaft von Julian Nagelsmann trotz Blitzführung unglücklich 1:2 (1:1).

Ishak Belfodil brachte die TSG nach 44 Sekunden in Führung, doch Manchesters Stürmerstar Sergio Agüero (8.) und David Silva (87.) drehten die Partie zugunsten des haushohen Favoriten. Die 24 851 Zuschauer bekamen dennoch ein enorm temporeiches und bis zum Ende offenes Spiel zu sehen. Silva profitierte von einem Fehler von Stefan Posch und traf in der Schlussphase zum Sieg der Gäste.

„Ich muss den Ball wegschlagen und darf ihn nicht annehmen. Dann geht es schnell, das ist sehr bitter“, sagte Posch bei Sky: „Es tut sehr weh, das Gegentor so spät zu bekommen.“ Manchesters Leroy Sane meinte: „Wir wussten, dass sie sehr guten Fußball spielen. Wir hatten Schwierigkeiten, das war ein hartes Stück Arbeit.“

Hoffenheim versteckte sich keinesfalls vor dem auf dem Papier übermächtigen Gegner. Nagelsmann machte aus der Not, auf alle seine Stammspieler in der Abwehr verzichten zu müssen, eine Tugend und ließ den Gast aus England extrem früh attackieren. Die furiose Anfangsphase war für Guardiola ein Deja-Vu: Bereits als Bayern-Trainer hatte der Spanier gegen Hoffenheim ein Tor in der ersten Minute kassiert (im August 2015).

Hoffenheim nach Ausfällen neu formiert

Nagelsmann fehlten unter anderem Kapitän Kevin Vogt und Nationalspieler Nico Schulz. Die deshalb neuformierte TSG-Abwehr gab sich große Mühe, die hochkarätig besetzen Gäste, bei denen die Nationalspieler Ilkay Gündogan und Sane in der Startelf standen, in Schach zu halten.
Bezeichnend eine Szene in der 15. Minute, als erst Pavel Kaderabek das 2:1 auf dem Fuß hatte und im direkten Gegenzug der starke TSG-Torwart Oliver Baumann gegen den heranrauschenden Raheem Sterling in höchster Not retten musste. Nagelsmann und Guardiola, der auf Mittelfeldstar Kevin De Bruyne verzichten musste, standen wild gestikulierend in ihren Coaching-Zonen.

„Das ist der Traum, für den die Spieler Profi geworden sind“, hatte Nagelsmann vor der Partie bei Sky gesagt. Die TSG hatte zum Auftakt bei Schachtjor Donezk in der Schlussphase den Ausgleich zum 2:2 hinnehmen müssen, entsprechend hungrig waren die Hoffenheimer auf den ersten Sieg. Die Citizens standen nach der überraschenden 1:2-Niederlage gegen Olympique Lyon bereits vor dem Anpfiff unter Druck.

Im Verlauf der ersten Halbzeit wurde Manchester seiner Favoritenrolle Stück für Stück gerechter. Abwehrchef Vincent Kompany scheiterte nach einer Ecke per Kopf an Baumann (29.), ebenso wie Agüero ein paar Minuten später mit dem Fuß (33. und 35.).

Hoffenheim zog sich ein wenig zurück, dem Bundesligisten hätte in dieser Phase etwas mehr Ruhe gut getan. Die Gäste legten weiterhin ein hohes Tempo vor, allerdings hatte auch Belfodil das zweite Tor vor Augen, er scheiterte aber an City-Torwart Ederson (39.).

In der zweiten Halbzeit spielten beide Teams weiter mit offenem Visier. Die TSG setzte immer wieder starke Konter und erarbeitete sich sogar die Feldüberlegenheit. Guardiolas Abwehr hielt aber zunächst dagegen. Auf der Gegenseite zeichnete sich zudem Baumann erneut aus. Nach dem 1:2 durch Silva drängte die TSG auf den Ausgleich. (sid)

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