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Erstmals im Königsklassenoutit: 1899-Coach Julian Nagelsmann.

Champions League

Hoffenheim mit „breiter Brust“

Gemischte Gefühle hat Hoffenheim nach dem Unentschieden beim ersten Gruppenspiel in der Königsklasse.

Die TSG 1899 Hoffenheim ist in der Champions League an-, aber nur einen kleinen Schritt vorangekommen. „Ganz zufrieden“ trat Trainer Julian Nagelsmann nach dem 2:2 (2:1) bei Schachtjor Donezk den Heimflug aus der Ukraine an.

Seine Spieler haderten jedoch mit dem vergebenen Premieren-Sieg in Charkiw. Und nach dem überraschenden 2:1 von Olympique Lyon beim Favoriten Manchester City dürfte die Erkenntnis gewachsen sein, dass man gegen den vielleicht schwächsten Gruppen-Gegner einen Erfolg verpasst hat.

Trotz der zweimaligen Führung durch Florian Grillitsch (6. Minute) und Havard Nordtveit (38.) reichte es für die Kraichgauer nur zu einem Punkt. „Wenn du so lange führst, willst du auch gewinnen“, sagte Jung-Nationalspieler Nico Schulz. „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Dann musst du eben versuchen, noch ein Tor zu machen, damit du das Spiel so gut wie beendest.“

So muss Hoffenheim weiter auf den ersten internationalen Auswärtserfolg warten, nachdem dies auch in der lehrreichen Europa-League-Vorrunde 2017 nicht gelungen war. „Wir können erhobenen Hauptes nach Hause fahren als Champions-League-Neuling“, sagte Nagelsmann jedoch.

Im ersten Heimspiel der Königsklasse geht es nun am 2. Oktober gegen Manchester mit Star-Trainer Pep Guardiola, danach kommt am 23. Oktober Lyon nach Sinsheim. Alexander Rosen, der Direktor Profifußball, verwies darauf, dass ein Team wie Man City im vergangenen Jahr bei Schachtjor Donezk verloren habe. „Unter dem Strich ein verdienter Punkt, vielleicht war noch ein bisschen mehr drin. Man hat nicht gemerkt, dass wir zum ersten Mal dabei waren.“

Nagelsmann, mit 31 Jahren der jüngste Chefcoach einer Mannschaft in der Historie des wichtigsten europäischen Vereinwettbewerbs, haderte mal wieder mit den vergebenen Chancen seines Teams. „Ich hätte heute auch gerne gewonnen, aber ich kann mit dem Punkt leben. Wir hatten qualitativ die besseren Torchancen“, sagte er, tröstete sich aber: „Fürs erste Champions-League-Spiel haben wir es ganz ordentlich gemacht. Wir haben den Zuschauern was geboten.“

Eine extra Portion Motivation hatten die derzeit verletzten Profis um Nadiem Amiri und Benjamin Hübner ihren Kollegen mit einer Video-Borschaft geschickt, die das Team in der Abschlussbesprechung anschaute. „Das war richtig cool“, sagte Rosen.

In der Schlussphase rannten die Hoffenheimer vor 28.336 lautstarken Zuschauern im Metalist-Stadion nur noch hinterher. Maycon gelang in der 81. Minute der Ausgleich. „Man hat gemerkt, dass uns am Ende ein bisschen die Luft gefehlt hat“, sagte Nagelsmann, betonte aber: „Ich glaube nicht, dass die beiden anderen Mannschaften nach diesem Spiel nun lieber gegen uns spielen als vorher.“

„Mit breiter Brust“, so Kapitän Kevin Vogt, „gehen wir hier raus.“ Der starke Mittelfeldakteur Grillitsch durfte sich zudem über die Auszeichnung als „Man of the Match“ freuen. Der oft kritisierte Abwehrspieler Nordtveit war ohnehin überglücklich nach seinem Treffer. „Ein Traum für mich. Mein Sohn ist drei Jahre und hatte vorher gesagt, du musst mal ein Tor machen.“

Insgesamt zeigte sich das ersatzgeschwächte Team aus Hoffenheim, mit nur 3200 Einwohnern der kleinste Ort in der Geschichte der Königsklasse, reifer als in der Europa League. Bereits am Samstag kann sich die TSG gegen einen weiteren Champions-League-Teilnehmer beweisen - Borussia Dortmund kommt in der Bundesliga. (dpa)

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