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„Unser Metzger“: Bayern-Fans sorgen mit Hoeneß-Plakat für Aufsehen

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Von: Johannes Skiba

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Vor dem Champions-League-Achtelfinale FC Bayern gegen PSG senden die Fans der Münchner eine klare Botschaft an die Franzosen – und die eigene Vereinsführung.

München – Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München sorgten die Fans der Franzosen mit einer spektakulären Choreografie, die über drei Tribünen reichte, für Staunen. Der Hauptfigur des japanischen Mangas „One Piece“ Monkey D. Ruffy zerschlug dabei mit seinem langen Arm ein Logo des FC Bayern. Im Vorfeld des Rückspiels der beiden Topteams in der Königsklasse kam nun die schlagfertige Antwort der Bayern-Anhängerinnen und Anhängern.

FC Bayern
Das Plakat der Bayern-Fans. © Eibner-Pressefoto / Memmler / Imago Images

Auf einem Transparent war auf französischer Sprache der Schriftzug „Unser Metzger schlachtet den langen Arm von Katar“ geschrieben. Darauf war Uli Hoeneß zu sehen, der den langen Arm aus der Choreo des Hinspiels abschlägt. Der Arm der Mangafigur wurde kurzerhand als metaphorischer Einfluss der katarischen Investoren kreativ uminterpretiert. Die katarischen Inhaber des Pariser Klubs tätigen seit Jahren millionenschwere Investitionen und betreiben Sportswashing.

Fans des FC Bayern kritisieren mit Hoeneß-Plakat nicht nur PSG

Der gelernte Metzger Hoeneß schneidet auf dem Plakat jedoch nicht nur den Arm von PSG ab. Auf der abgetrennten Hälfte des Arms war neben dem PSG-Emblem auch das Logo von „Qatar Airways“ zu sehen. Die Fluglinie ist großer Sponsor der FC Bayern. Die aktive Fanszene stellt sich seit Jahren gegen die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Unternehmen aus Katar. Der Wüstenstaat wird immer wieder mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht.

Die Südkurve des FC Bayern übt Kritik am Einfluss von Katar auf den Fußball und antwortet gleichzeitig auf die Choreo von PSG.
Die Südkurve des FC Bayern übt Kritik am Einfluss von Katar auf den Fußball und antwortet gleichzeitig auf die Choreo von PSG. © schimak

Dass Hoeneß selbst den katarischen Einfluss auf den deutschen Rekordmeister zerschlägt, ist indes nur Wunschdenken. Mehrfach verteidigte der 71-jährige Ehrenpräsident beispielsweise die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Katar. Auf den Jahreshauptversammlung des FCB im Oktober reagierte Hoeneß gereizt auf die Kritik von Bayern-Mitglied Michael Ott. Hoeneß hatte Ott beim Verlassen des Saales zugerufen: „Ihr Auftritt war peinlich! Das ist der Fußballclub Bayern München, nicht die Generalversammlung von Amnesty International! Das müssen Sie mal lernen.“

Fans des FC Bayern bei PSG-Spiel mit deutlichem Zeichen gegen Katar

Anders als der langjährige Bayern-Manager erkennen die Fans der Münchner die Verantwortung des Fußballs über den Sport hinaus und äußern ihren Unmut. Das Banner im Vorfeld des Champions-League-Achtelfinales ist als doppelte Kritik sowohl am Kontrahenten PSG als auch der eigenen Vereinsführung ein deutliches und kreatives Zeichen der Fankurve des FCB. (jsk)

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