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Muss viel aushalten: DFB-Generalsekretät Friedrich Curtius.
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Muss viel aushalten: DFB-Generalsekretät Friedrich Curtius.

DFL vs. Curtius

Höhepunkt in der Fußballschlammschlacht

Die deutsche Fußballliga DFL sperrt DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius aus, wirft diesem Indiskretion vor. Und macht dabei selbst auch keine wesentlich bessere Figur.

Der am heutigen Freitag bevorstehende Showdown um die Herrschaft im Deutschen Fußball-Bund ist schon seit Monaten von einer beispiellos durch die Streitparteien gesteuerten Medienkampagne begleitet worden, die am Donnerstag ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Nacheinander veröffentlichten der „Kicker“, die „Bild“-Zeitung, die Homepage des ZDF und die „Süddeutsche Zeitung“ Artikel, deren Stoßrichtung unschwer zu erkennen war: Der DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius, 45, soll als Verlierer aus dem Machtkampf mit Präsident Fritz Keller gehen. Hinter Keller steht die Deutsche Fußball-Liga (DFL), die der Öffentlichkeit am Donnerstag via „Bild“ und „SZ“ mitteilen ließ, dass Curtius künftig nicht mehr an Sitzungen der DFL teilnehmen darf. Diese Entscheidung des DFL-Präsidiums wurde offenbar schon vor Weihnachten getroffen, aber erst ganz gezielt am Donnerstag durchgestochen. Aus dem Schreiben der DFL zitieren die Blätter wörtlich und erklären, dass Curtius externe Dienstleister „im Namen des DFB beauftragt“ hätte, „Informationen und Interpretationen an Medien“ zu übermitteln, „die darauf gerichtet waren, das Ansehen der DFL zu beschädigen“.

Im Klartext: Die DFL glaubt, auf diese Art und Weise nun Waffengleichheit mit der Curtius-Seite hergestellt zu haben. Es wird gewissermaßen mit offenem Visier geschossen. Der Generalsekretär war schon lange von der DFL verdächtigt worden, Indiskretionen (vor allem zum Nachteil von Fritz Keller) gezielt an Medien durchgesteckt zu haben. Wie dem auch sei: Auch Journalisten haben sich in dieser schmutzstarrenden Angelegenheit zu Werkzeugen der einen oder anderen Seite machen lassen.

Das ZDF kam am Donnerstagabend mit einer Meldung um die Ecke, wonach es schon wieder neue staatsanwaltliche Ermittlungen gegen den DFB in Steuerangelegenheiten gäbe. Der Zeitpunkt ist interessant. Er fügt dem angeschlagenen Curtius größtmöglichen Schaden zu, ehe am Freitag das Präsidium (mit fünf Vertretern der DFL) über ihn richten soll. Offenbar hat die Liga ernstzunehmende Beweise, die dem langjährigen DFB-Funktionär in Sachen der externen teuren Beratung nicht zum Vorteil gereichen.

Im Grunde sollten sich aber alle Beteiligten einmal kritisch hinterfragen (und möglicherweise auch dafür schämen), in welcher Art und Weise sie die gegnerische Seite in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten öffentlich und hinterlistig via heimlichem Durchstecken an ausgewählte Medien (auch der „Spiegel“ spielte eine Rolle) diskreditiert haben. Und dabei auch sich selber als selbstsüchtige Alphatiere ohne Skrupel. (Jan Christian Müller)

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