Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Da waren sie noch freundlich zueinander: Claus Vogt (links) und Thomas Hitzlsperger bei der Mitgliederversammlung im Dezember 2019.
+
Da waren sie noch freundlich zueinander: Claus Vogt (links) und Thomas Hitzlsperger bei der Mitgliederversammlung im Dezember 2019.

Kommentar

Hitzlspergers Eigentor

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
    schließen

Thomas Hitzlsperger hat sich ein klassisches Eigentor geschossen, indem er zu einer ungehörigen Abrechnung gegen den eigenen Vereinspräsidenten Claus Vogt ansetzte. Ein Kommentar.

Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass der VfB Stuttgart mit seiner frechen Rasselbande durch die Beletage der Balltreterei fegt und für mächtig Aufsehen sorgt. Die blutjunge Truppe hat sich als Neuling auf Platz sieben eingenistet. Die Schwaben hamstern Lob von allen Seiten. Berechtigterweise.

Doch irgendetwas muss arg aus dem Ruder laufen, wenn Trainer Pellegrino Matarazzo einen Tag vor dem Auftakt im neuen Jahr gegen RB Leipzig so gut wie keine Frage zur sportliche Situation beantworten, sondern seine Meinung zu der auf anderer Ebene tobenden Schlammschlacht abgeben soll. „Es hat sehr schnell eine Dimension erreicht, die bemerkenswert ist“, sagte der gebildete US-Italiener mit dem klangvollen Namen.

In Bad Cannstatt tobt im Führungszirkel ein öffentlich ausgetragener, beispielloser und niveauloser Machtkampf. Der VfB ist, kurioserweise in Zeiten des sportlichen Erfolgs, mal wieder drauf und dran, sich selbst zu zerlegen. Im Zentrum des Schmierentheaters steht AG-Chef Thomas Hitzlsperger. Dem früheren Nationalspieler wird ein gutes Gespür für Schwingungen und Strömungen nachgesagt, doch nun ist der smarte Ex-Profi ins Fettnäpfchen getreten. Der nette Herr Hitzlsperger hat die Maske fallen lassen, sein anderes Gesicht gezeigt, ein eiskaltes.

„Hitz the Hammer“ hat sich ein klassisches Eigentor geschossen, indem er in einem Offenen Brief zu einer ungehörigen Abrechnung gegen den eigenen Vereinspräsidenten Claus Vogt ansetzte, ihn desavouierte und quasi vernichtete. Hitzlsperger sprach dem in Fankreisen beliebten Unternehmer jegliche Kompetenz ab und bezichtigte ihn nicht weniger als des Versagens auf allen Ebenen. Vogt schlug anderntags ebenfalls in einem ausführlichen Brief zurück, prangerte Unwahrheiten an. Jeder gegen jeden, ein Schauspiel, das nur Verlierer zurücklässt.

Dass Hitzlsperger neben dem Vorstandsposten nun auch das Präsidentenamt anstrebt, ist höchst umstritten und gehört sich nicht. In Wahrheit steckt hinter dem Allmachtsanspruch ein schlecht kaschierter Putschversuch, der Versuch, einen unbequemen Geist, der sich in der Aufarbeitung einer undurchsichtigen Datenaffäre profiliert hat, aus dem Amt zu drängen. Der denkt nicht daran, noch nicht, doch der Zustand ist unhaltbar.

Für den VfB ist der Imageschaden beträchtlich und weitaus größer als nur ein „Kratzer“, wie Hitzlsperger glaubt. Der Klub muss aufpassen, dass kein Totalschaden entsteht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare