Fußballtraining bei Hitze: Werder Bremens Spieler suchen Abkühlung.
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Fußballtraining bei Hitze: Werder Bremens Spieler suchen Abkühlung.

Kommentar

Hitzefrei muss sein

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Wie gut, dass Magath niemanden mehr um die Plätze jagt. Denn in diesen Tagen knallt die Sonne nur so auf die Trainingsplätze, und genügend Wasseraufnahme ist dringend notwendig. Ein Kommentar.

Qualität kommt von Qual“. Von wem stammt dieser Satz? Natürlich. Von Felix Magath. Der Mann, der heute 65 Jahre alt wird und der laut Ernst Happel „mit seinen Zauberfüßen die Bälle streicheln konnte“. Zum Beispiel im Endspiel im Europapokal der Landesmeister 1983. Da schoss er den Hamburger SV zum 1:0-Sieg gegen Juventus Turin. Der HSV, die Könige von Europa. Lang ist’s her. Während der Spielmacher Magath ein Feingeist war, entpuppte sich der Trainer Magath als echter Schleifer. Sein eingangs erwähntes Zitat brachte ihm den Spitznamen Quälix ein. Trainingseinheiten am frühen Morgen, zahlreiche Sprints die Hügel rauf, und natürlich durfte der Medizinball nie fehlen.

Nach einer Niederlage seines VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern kippte er vor acht Jahren nach einem 40-minütigen Waldlauf die meisten der vorhandenen Wasserflaschen einfach mal aus. Pädagogische Maßnahme. Die Spieler sollten teilen lernen, um den Mannschaftsgeist zu stärken, sollte Magath später erklären.

Bellarabi kollabiert

Wie gut, dass Magath niemanden mehr um die Plätze jagt. Denn in diesen Tagen knallt die Sonne nur so auf die Trainingsplätze, und genügend Wasseraufnahme ist dringend notwendig. Dass sie nicht alles ist, zeigte sich am Dienstag in Wuppertal, als der Leverkusener Karim Bellarabi beim Testspiel gegen den Regionalligisten nach dem Duschen auf der Ersatzbank einen Kreislaufkollaps erlitt. Der Notarzt kam, der ehemalige Nationalspieler musste ins Krankenhaus. Die Diagnose: Zu große Belastung bei extremer Hitze von deutlich über 30 Grad. Bayer-Trainer Heiko Herrlich hat konsequenterweise das tägliche Training in die Morgenstunden verlegt. 

Der Fall ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie behutsam die Profis mit ihren Körpern umgehen müssen, weil der Fußball unglaublich athletisch geworden ist und ihnen alles abverlangt. Es ist zwar schade für viele Fans, dass in der schönsten Jahreszeit kein Bundesligafußball zu sehen ist, aber es ist für die Spieler einfach nicht zumutbar in der prallen Nachmittagssonne zu kicken. Zugemutet wird das aber den Kickern der Dritten Liga und der Regionalliga, die am Wochenende startet. Die Regionalliga Bayern spielt sogar schon seit zwei Wochen. Und die Fans sollten mindestens zwei Liter Wasser dabei haben, um sich genügend abzukühlen. Auch wenn es Trinkpausen geben wird, eigentlich müssten die Partien auf die Abendstunden verlegt werden. Es muss ja nicht erst ein Spieler umkippen, bis die Verantwortlichen reagieren.

Besonders spannend wird die Thematik, wenn die WM 2022 in Katar ansteht, die im November beginnt. Dann soll die Bundesliga bereits im Juli starten. Spätestens dann wird man darüber nachdenken müssen, die Partien später anzupfeifen. Trotz aller Liebe für die Anstoßzeit 15.30 Uhr. 

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