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Weist den Weg: Bo Svensson.
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Weist den Weg: Bo Svensson.

Überragende Rückrunde

Historischer Moment für Mainz 05

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Jubel nach dem vorzeitigen Klassenerhalt – Trainer Bo Svensson als Vater des Erfolgs.

Am Samstagnachmittag ist Jubel ausgebrochen im Teamhotel von Mainz 05 droben direkt neben dem Volkspark. Denn um 17.20 Uhr stand fest: Die Nullfünfer sind weder von Werder Bremen noch von Arminia Bielefeld einzuholen, schon gar nicht vom 1. FC Köln oder Schalke 04. Ergo: Mainz 05 spielt auch in der kommenden Saison weiter in der Ersten Fußballbundesliga. Dazu brauchte es die Partie gegen Borussia Dortmund gar nicht mehr. Sogleich posteten die Rheinhessen ein Jubelposter der Mannschaft in den Sozialen Netzwerken, das allein bei Facebook rund tausend Mal geteilt wurde. Überragend oft für Mainzer Verhältnisse.

Überragendes hat auch Trainer Bo Svensson geleistet und dabei eine mausetote Truppe überlebensgroß hergerichtet. Vorausgegangen war die Verpflichtung von Christian Heidel als Sportvorstand zu Weihnachten, der umgehend Sportdirektor Martin Schmidt und Svensson zurück nach Mainz holte. Heidel sprach am Samstag prompt einen „Riesendank an die Mannschaft, an das Trainerteam, den gesamten Verein und unsere Fans“ aus. „Dieser Klassenerhalt ist eine Gemeinschaftsleistung von allen Beteiligten, die die gesamte Rückrunde zusammengehalten haben. Das war mein Wunsch und eine alternativlose Voraussetzung Anfang Januar, als wir diese gemeinsame Mission angetreten haben.“ Heidel sprach von einem „historischen Moment“ und lobte ein bisschen auch sich selbst: „Es war Ruhe im Klub und der ganze Fokus galt dem Sport.“

Ganz so war es nicht, es gab zwischenzeitlich noch mächtig Ärger um die Aufstellung der Aufsichtsratskandidaten durch eine überforderte Wahlkommission. Der Zwist stellte sich jedoch als Angelegenheit heraus, der mehr negativ nach außen abstrahlte, als dass er die Arbeit von Svensson mit der Mannschaft beeinträchtigt hätte. Die punktete nun regelmäßig zuverlässig und ließ sich auch durch eine abgrundtiefe Leistung auf einen furchtbaren Untergrund beim 0:1 gegen den FC Augsburg Ende Februar nicht wieder aus dem Tritt bringen. Von Platz 17 aus rollte sie das Feld auf.

Bemerkenswert: Gegen die Spitzenteams Leipzig, Bayern, Leverkusen, Frankfurt und beim Hinspiel in Dortmund gab es bis Sonntag unter Svensson keine einzige Niederlage. Und das nach mickrigen sieben Punkten aus der völlig missratenen Hinrunde unter Achim Beierlorzer und Jan Moritz Lichte. Zudem belastet durch einen Spielerstreik nach der Suspendierung von Stürmer Adam Szalai, der unter Svensson wieder regelmäßig ran durfte.

Viele Spieler entwickelt

Dem Dänen gelang es zudem, die jungen Leandro Barreiro und Jonathan Burkhardt zu entwickeln, dem Niederländer Jean-Paul Boetius bei allem angeboren Freigeist Seriosität zu vermitteln, Stefan Bell als Abwehrchef zu reanimieren und somit auch die Top-Verteidiger Jeremiah St. Juste (der gerade in die niederländische Nationalmannschaft berufen wurde) und Moussa Niakhaté zu stabilisieren. Zudem erwies sich der zuvor farblose Österreicher Phillipp Mwene als klasse linker Läufer, dazu die Top-Leihgaben Danny da Costa und Dominik Kohr.

Svensson hörte dennoch nie auf, seine Mannschaft sowohl intern als auch öffentlich sorgsam zu kritisierenen - zuletzt sparte der 41-Jährige aber auch nicht mehr mit reichlich verdientem Lob. Sie hätten gemeinsam „etwas Brutales geschafft“ freut sich Svensson, der Vater eines Erfolges, den sie nun gemeinsam kompensieren müssen.

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