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Abgang: Manuel Neuer.
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Abgang: Manuel Neuer.

Pokal-Aus der Bayern

Historische Pleite

  • vonJonas Austermann
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Das unerwartete Pokal-Aus spült die aktuellen Schwierigkeiten des FC Bayern nach oben.

Es kommt nicht oft vor, dass Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß sprachlos sind. Am späten Mittwochabend in Kiel aber war genau das der Fall. Nachdem Holsteins Fin Bartels den sechsten Elfmeter seines Teams verwandelt hatte und beim Zweitligisten alle Dämme brachen, schälten sich Münchner Vorstandschef und Ehrenpräsident mühsam aus ihren Decken, eilten im Schneesturm schnurstracks die Tribüne herunter und wollten nach dem Pokal-Aus in Runde zwei, dieser handfesten Blamage, mit keinem sprechen.

Die Akteure der historischen Pleite aber mussten vor die Mikros. „Natürlich ist es ein Schock, wir sind enorm enttäuscht“, sagte Hansi Flick. Thomas Müller, noch einer der Aktiveren in Bayern-Reihen, bezeichnete den überraschenden K. o. als „extrem bitter“. „Es war keine Pokal-Sensation, die sich von Anfang an abgezeichnet hat, sondern wir haben in den Details Fehler gemacht. Und Kiel hat das – wie beim Elfmeterschießen – kaltschnäuzig bestraft“, sagte er weiter.

Erstmals seit dem 1. November 2000 ist für den Rekord-Pokalsieger (20 Titel) wieder in der zweiten Runde Schluss. Damals scheiterten die Münchner beim Oberligisten 1. FC Magdeburg – ebenfalls im Elfmeterschießen. Oliver Kahn stand einst zwischen den Pfosten, nun sprach das Vorstandsmitglied von einem „enttäuschenden Abend in Kiel“. Er erinnerte aber auch gleich an die Reaktion, die der FC Bayern einst folgen ließ. „Vor gut 20 Jahren schieden wir ebenfalls in der 2. Runde des DFB-Pokals aus. Ein halbes Jahr später haben wir die Champions League geholt. Jetzt müssen wir schleunigst im neuen Jahr ankommen!“ Die Niederlage bei Holstein Kiel war auch die erste seit 17 Jahren gegen einen unterklassigen Verein. Zudem bedeutete sie das Ende einer Siegesserie nach 13 Pokal-Spielen.

Schlecht gelaunter Müller

Und wenn selbst der sonst immer zu Späßen aufgelegte Müller so reagiert wie beim ARD-Interview, dann bahnt sich beim deutschen Rekordmeister und Rekordpokalsieger eine Krise an. Immerhin konnte Müller seinen Teamkollegen aber nicht vorwerfen, nicht „alles investiert“ zu haben. „Das ist so ein bisschen das Positive – und trotzdem ist es natürlich sehr, sehr enttäuschend, hier als klarer Favorit auszuscheiden“, sagte er.

Auch Flick verschonte seine Triple-Sieger, zumindest nach außen, mit knallharter Kritik. Sein Team habe „tolle Moral“ bewiesen, erklärte der Münchner Coach, gab nach dem Aus aber zu: „Wir müssen die Dinge besser machen. Wir haben viel zu tun.“

Nach den beiden Niederlagen in Mönchengladbach und Kiel muss der Bundesliga-Spitzenreiter vor allem spielerisch schnellstens zurück in die Spur finden. „Wir müssen jetzt nach vorne schauen“, sagte Flick . Am Sonntag ist der aufstrebende SC Freiburg (zuletzt fünf Siege in Serie) zu Gast in München. Das Aus im sportlich unbedeutendsten Wettbewerb mag angesichts des pickepacke vollen Terminkalenders vielleicht sogar etwas Gutes haben und einigermaßen zu verschmerzen sein, weitere Ausrutscher kann sich der Triple-Sieger aber nicht erlauben. Sonst wird es noch ungemütlicher als am Mittwochabend in Kiel – und Rummenigge oder Hoeneß melden sich wieder zu Wort.

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