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Meistens einen Schritt zu spät: Niklas Süle (hinten) hat auch hier gegen Bielefelds Michel Vlap das Nachsehen.
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Meistens einen Schritt zu spät: Niklas Süle (hinten) hat auch hier gegen Bielefelds Michel Vlap das Nachsehen.

Bayern wanken

Hinten drückt der Schuh

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Kein anderer verkörpert die eklatanten Defensivschwächen des FC Bayern so sehr wie der gebürtige Frankfurter Süle.

Niklas Süle, die Geschichte ist gut bekannt, ist in Frankfurt geboren. Seine Heimat: Mörfelden-Walldorf, Kreis Groß-Gerau, was vor dem Jahreswechsel noch mal Thema war, weil der Nationalspieler in einem Magazin, das sich eher weniger mit dem Fußballsport, sondern dessen Außenwirkung beschäftigt, verriet, dass er hier zusammen mit seinem Bruder Fabian eine Bar gekauft habe. Die würde er ja ohnehin immer zu Weihnachten besuchen, um stundenlang zu plaudern. Dann könne man, so die Idee, den Laden doch auch gleich übernehmen und betreiben.

Die Pandemie verhinderte im Dezember 2020 die Eröffnung. Einige Wochen später, die Corona-Krise hat jeglichen Barbetrieb (anders als den Fußballbetrieb) immer noch verhindert, ist das gerade nicht das größte Problem des 25-Jährigen, der einst mit 14 Jahren von Eintracht Frankfurt ins Nachwuchsleistungszentrum der TSG Hoffenheim wechselte.

Wenn die Bayern am Samstag im Frankfurter Stadtwald vorstellig werden, dann geht es auch um seine Person: Dass die Abwehr der Münchner Allesgewinner nicht sicher steht, wenn Süle eine der Säulen der Innenverteidigung bilden soll, war beim 3:3 gegen Arminia Bielefeld offensichtlich.

Schlechter kann einer kaum verteidigen als der 1,95 Meter große und 97 Kilo schwere Abwehrmann an diesem vogelwilden Montagabend. Selbst Bielefelds Mittelstürmer Fabian Klos, immerhin schon 33, schien schneller unterwegs. Körperlich und gedanklich. Bei zwei Gegentoren hing der hüftsteife Süle mit in der Verantwortung. Bisweilen wirkte es auf dem in der ersten Halbzeit schneebedeckten Boden so, als suche auf einer Eisfläche einer Halt, der sich profillose Turnschuhe angezogen hat.

Doch dann tapste Süle auch die zweite Halbzeit nur wieder hinterher, als der Rasen schön grün schimmerte, weil der Himmel die Schleusen geschlossen und Arbeiter die weiße Pracht vom Spielfeld geschoben hatten.

Was ist bloß los mit Münchens Nummer vier? Hat ihm die lange Pause aus dem Vorjahr, bedingt durch einen komplizierten Kreuzbandriss, so viel Selbstvertrauen gekostet? Oder fehlt die Fitness? Süle muss hoffen, dass Joachim Löw diesen rätselhaften Auftritt nicht nachträglich in aller Schärfe ausleuchtet, sonst könnte der Bundestrainer noch auf die Idee kommen, dem wankenden Abwehrmann für die März-Länderspiele eine Schaffenspause zu geben.

Schon 29 Liga-Gegentore

Dann kann Löw ja nicht testen, sondern muss gegen Island, Rumänien und Nord-Mazedonien für die WM-Qualifikation liefern. Löws ehemaliger Assistent Hansi Flick sind die grandiosen Abwehrschwächen nicht verborgen geblieben. „Wir müssen besser verteidigen, das müssen wir abstellen“, betonte der Bayern-Trainer. Allein 29 Liga-Gegentore sprechen eine deutliche Sprache - zwei mehr als der Elfte Werder Bremen. Angesichts der Belastung und der Ausfälle stoße sein Kader aber „an Grenzen“; sonst hätte Flick ja nicht den Abwehrchef David Alaba ins Mittelfeld gestellt. Der Österreicher wird im Sommer gehen, aber für Süle wird es dadurch nicht einfacher.

Im Gegenteil: Mit dem erst 22 Jahre alten Dayot Upamecano kommt ein Konkurrent derselben Gewichtsklasse, der aber bereits deutlich standfester, stellungssicherer und auch technisch reifer wirkt. An der Seite des Franzosen könnte dessen Landsmann Lucas Hernandez aufblühen, der immer noch das Etikett eines 80-Millionen-Transfers trägt – und immerhin aktueller Weltmeister ist. Für Süle kann es nur heißen: schnell wieder aufstehen und in Frankfurt Leistung anbieten. Nur heißt der Gegenspieler dann nicht Fabian Klos, sondern André Silva.

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