Nationalspieler Antonio Rüdiger im Trikot des FC Chelsea.
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Nationalspieler Antonio Rüdiger im Trikot des FC Chelsea.

Kritik an Rüdiger

Herzchen für Hass

  • Jakob Maurer
    vonJakob Maurer
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Nationalspieler Antonio Rüdiger unterstützt erst einen umstrittenen Beitrag, nimmt das Like später zurück und spricht von einem „Fehler“ – auch Darmstadt-Spieler in der Kritik.

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger hat auf Instagram erst einen umstrittenen Beitrag mit einem Like versehen und dies später zurückgenommen. Der Beitrag zeigt in einer Fotomontage den französischen Präsidenten Emmanuel Macron sowie auf dessen Gesicht einen Schuhsohlen-Abdruck. Geteilt hatte ihn vor einer Woche der russische Mixed-Martial-Arts-Star Khabib Nurmagomedov.

Im Zuge der Proteste von Teilen der muslimischen Welt gegen Macron verbreitet sich das Bild derzeit im Netz und bei Kundgebungen. Der französische Präsident hat Zorn auf sich gezogen, unter anderem weil er nach dem islamistisch motivierten Mord an dem Lehrer Samuel Paty Mitte Oktober sagte, der Islam befinde sich „weltweit in der Krise“.

Darmstadt-Spieler mit Like

Für Aufregung sorgt jedoch vor allem der auf Russisch und Arabisch verfasste Text dazu. Nurmagomedov hetzt mit drohenden Worten gegen Macron: „Möge der Allmächtige Sie in diesem und im nächsten Leben demütigen“, heißt es dort ins Deutsche übersetzt und: „Glauben Sie mir, diese Provokationen werden zu Ihnen zurückkehren“. In den sozialen Netzwerken warfen Nutzer:innen Rüdiger daraufhin vor, islamistische Inhalte zu unterstützen.

Nach der Like-Rücknahme entschuldigte sich Rüdiger am Freitag. „Das war ein Fehler“, teilte der 27-jährige Spieler vom FC Chelsea in einer Stellungnahme mit. Er habe den Beitrag geliked, ohne den Text zu verstehen. „Ich lehne jede Art von Gewalt ab und möchte mich deshalb klar von diesen Inhalten distanzieren.“

Weiter teilte er mit: „Wenn es ein übergeordnetes Thema in meinem Leben gibt, dann ist es der Kampf gegen Gewalt und Rassismus.“ Er wolle klarstellen, „dass ich überzeugt gläubig bin, aber auch ein entschiedener Gegner von jeglicher Gewalt“.

Der 35-malige Nationalspieler wurde am Freitag für die Länderspiele gegen Tschechien, die Ukraine und Spanien nominiert. Nach FR-Informationen gab es mit Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff eine Aussprache. Nach Rüdigers Erklärung sei das Thema für den Deutschen Fußball-Bund erledigt.

Auch Ex-Nationalspieler Mesut Özil und die beiden Spieler von Darmstadt 98, Serdar Dursun und Ensar Arslan, sollen den Beitrag zeitweise geliked haben. Das legen Sreenshots nahe, die bei Twitter geteilt wurden. Der hessische Grünen-Vorsitzende Philip Krämer kritisierte die Zweitligaprofis und twitterte: „Dieses Bild wird von Vertreter*innen des politischen Islams als Propaganda gegen Demokratie und Meinungsfreiheit verwendet.“

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