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Kommentar

Hertha hart am Wind

  • Jan Christian Müller
    vonJan Christian Müller
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Union hat in Berlin der „alten Dame“ aktuell den Rang abgelaufen. Ein Kommentar.

Zu Fuß braucht man stolze fünf Stunden und acht Minuten vom Olympiastadion weit im Westen bis zur Alten Försterei, der Heimat von Union Berlin, tief im Osten der Hauptstadt. 25 Kilometer, die nicht nur die räumliche Distanz der Lokalrivalen beschreiben, sondern auch den kulturellen und finanziellen Abstand. Die Spielplaner haben die Partie Hertha BSC gegen Union respektvoll auf den Exklusivtermin am Freitagabend gelegt. Aber in einer Stadt, in der sich erhöhte Temperaturen eher an der Covid-19-Inzidenz bemessen (Charlottenburg, Hertha: 163, Köpenick, Union: 110) als am Fußballfieber, würde man davon gerade in diesen trüben Zeiten wenig spüren.

Bei der Hertha wähnte man sich findig und ließ erstaunliche 60 000 blau-weiße Fähnchen an Straßen und Plätzen anbringen. Was als listige Marketingaktion gedacht war, sorgte für Unmut. Die wenig amüsierten Behörden leiteten ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Mal wieder so ein Eigentor der Hertha, die immer etwas verkrampft wirkt auf der Suche nach Liebe.

Bei Union tut man sich da leichter, wiewohl die Irritationen in der Republik über die laxe Corona-Politik des Klubs zurecht nicht unerheblich waren. Die Köpenicker pflegen ihr alternatives Underdog-Image nicht immer ganz unentspannt, derweil sie sich gänzlich entspannt um acht Punkte von der Hertha entfernt haben - bis hoch in die Europa League-Plätze. Die Überperformance ist schon seit dem Aufstieg 2019 unübersehbar und wird durch die Verpflichtung von Max Kruse (schon sechs Tore und fünf Vorlagen) noch verstärkt. Sportchef Oliver Ruhnert und Trainer Urs Fischer machen einen überragenden Job.

Dass Union gar nicht so alternativ ist, wie es daherzukommen scheint - geschenkt. Zwar empören sich Anhänger immer mal darüber, dass die luxemburgische Immobilienfirma Aroundtown als Hauptsponsor fungiert, aber das wird durch den guten Fußball weitgehend überlagert.

„Big City“-Klub Hertha - ohne Trikotsponsor und deshalb mit der vorbildlichen „Aktion Herthakneipe“ zur Unterstützung örtlicher Gaststätten unterwegs - tut sich bei der Markenpflege auch deshalb so schwer, weil sie unzuverlässig punktet und sich mit Lars Windhorst einen Tycoon einverleibt hat, dessen Image hart am Wind mit dem von Jürgen Klinsmann segelt.

Dem „Kicker“ sei dank für den präzisen Vergleich des Transfersaldos beider Klubs seit dem Bundesligaaufstieg von Union im Sommer 2019. Hertha: minus 106,1 Millionen Euro, aktueller Tabellenplatz Platz 13, Union: minus 2,755 Millionen Euro, Platz sechs. Noch Fragen zu Abstand, Aufwand und Ertrag?

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