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Fredi Bobic ist von der Krise bei Hertha BSC sichtlich genervt.
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Fredi Bobic ist von der Krise bei Hertha BSC sichtlich genervt.

Bundesliga

Hertha BSC: Fredi Bobic in der Krise - und sichtlich genervt

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Vor der Rückkehr nach Frankfurt steht der Berliner Macher Fredi Bobic vor Grundsatzfragen. Sein Bekenntnis zum Chefcoach klingt genervt.

Berlin - Wer von sich in der dritten Person redet, wird gerne in diese Richtung interpretiert: Man denkt über sich selbst nach, wie man es über andere Menschen tun würde. Ob es dieser Winkelzug war, den Pal Dardai anwandte, um die Frage zu beantworten, ob er nach dem nächsten Tiefschlag mit Hertha BSC noch im Amt bleiben würde? Seine Antwort klang ulkig: „Pal Dardai hat immer einen Einjahresvertrag. Pal Dardai erfüllt diesen Vertrag. Wenn dieser Mann stört, dann muss man das sagen.“ Er sei keine Last und arbeite immer leidenschaftlich.

Hertha BSC und Fredi Bobic in der Krise

Nein, der Hertha-Trainer wirft die Brocken nicht hin, obwohl eigentlich alle wissen, dass der verlässliche Ungar nicht der Stararchitekt im selbst ernannten Big-City-Klub wird. Wenn es eines Belegs bedurfte, wie unfertig und anfällig das Dardai-Team noch ist, dann lieferte ihn die 1:2-Heimniederlage gegen den SC Freiburg. Zeitweise hatte die Alte Dame ganz ordentlich gespielt, beim Stande von 1:1 Pech mit einem Lattenschuss von Neuzugang Jurgen Ekkelenkamp, ehe dann SC-Edeljoker Nils Petersen zuschlug.

Dardai insistierte, dass er sich diesmal nicht vercoacht habe. Er könne ja „nicht mitspielen und den Ball wegköpfen“ beteuerte der 45-Jährige, ergo würde ihn also an den zwei Standardgegentoren keine Schuld treffen. Doch gemeinhin ist die Zuteilung bei Standardsituationen sehr wohl Traineraufgabe. Die Breisgauer mit ihren bescheidenden Mitteln bleiben ungeschlagen, die Berliner mit den verbrannten Windhorst-Millionen hingegen dümpeln mit sechs Punkten an der Abstiegszone herum.

Hertha BSC: Fredi Bobic bekannt sich zu Trainer Dardai

Mehr als Mittelmaß scheint auch diese Saison nicht möglich, und ausgerechnet in dieser misslichen Situation kommt nun der neue Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic nach der Länderspielpause zum Auswärtsspiel in den Frankfurter Stadtwald, wo der 49-Jährige bei seinem überstürzt anmutenden Abgang als Sportvorstand von Eintracht Frankfurt so viel Porzellan zerschlagen hatte. Unmittelbar nach Spielschluss zerstreute Bobic die Befürchtungen, dass es unter seiner Regie zur ersten Trainerentlassung der Saison kommt. Sein Bekenntnis zu Dardai klang allerdings reichlich genervt: „Ja, also noch mal, weil die Leistung – das habe ich Pal auch gesagt – insgesamt in Ordnung ist. Ich habe viele positive Ansätze gesehen.“

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Deshalb müsse ihm auch niemand einen neuen Trainer vorschlagen, wie das TV-Experte Lothar Matthäus mit Edin Terzic, den Technischen Direktor von Borussia Dortmund, schon getan hat. Noch einmal Gesundbeter Bobic: „Die Leistung und die Art und Weise war insgesamt in Ordnung auch von der Körpersprache. Auch wenn das Ergebnis nicht stimmt.“

Doch wenn es doch bloß nur ein einzelnes Resultat wäre, das nicht stimmig erscheint. Der Hauptstadtklub steckt in einer Sackgasse, und die Umsetzung des Fußball-Großprojekts mit Hilfe eines zwielichtigen Investors gestaltet sich ähnlich schwierig wie die Fertigstellung eines Großflughafens.

Hertha BSC laufen die Fans weg: Was macht Fredi Bobic?

An den verschiedensten Ecken klemmt es noch, und es geht offenbar in einer Kabine, in der sich jeder selbst der nächste ist, bereits los. Grundsätzlich ist der Konflikt zwischen Erwartung und Realität kaum aufzulösen. Mit jeder Spielzeit wird der Rückstand auf die echten Topvereine in München, Dortmund, Leipzig, Leverkusen oder Wolfsburg größer, gleichzeitig erreicht Hertha nicht mal das Level von Nischenklubs wie Freiburg oder Mainz.

Selbst wenn die Aufsteiger Bochum und Fürth anscheinend wenig Klasse haben, ist nicht mal sicher, dass Berlin nicht in den Abstiegskampf verstrickt wird. Derweil verprellt die Hertha mit ihren unstrukturierten Auftritten auch die Fans: Der Umstand, dass nur lächerliche 18 376 Zuschauer:innen ins Olympiastadion kamen, ging wegen anderer drängender Themen am Samstag fast unter. Der in Köpenick verwurzelte Stadtrivale Union hatte zwei Tage zuvor fast 5000 Fans mehr zum Europapokalspiel gegen Maccabi Haifa in die Spielstätte tief im Westen gelockt. (Von Frank Hellmann)

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