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Hertha BSC: Chaos in der Hauptstadt

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Von: Ingo Durstewitz

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Sichtlich unzufrieden: Trainer Tayfun Korkut von Hertha BSC bespricht sich mit Geschäftsführer Fredi Bobic.
Sichtlich unzufrieden: Trainer Tayfun Korkut von Hertha BSC bespricht sich mit Geschäftsführer Fredi Bobic. © dpa

Beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC brennt es lichterloh – ausgerechnet vorm Abstiegskracher gegen Borussia Mönchengladbach.

Sehr viel mehr Krise geht nicht, sehr viel mehr Unruhe auch nicht. Bei Hertha BSC, dem abgeschmierten Klub aus der Hauptstadt, brennt es lichterloh – und das ausgerechnet vor dem hochbrisanten Abstiegskracher am Samstag (18.30 Uhr/Sky) zwischen Not (Hertha) und Elend (Gladbach).

Hier die Turbulenzen im Zeitraffer: Am Anfang steht der indiskutable Auftritt beim 1:4 gegen Frankfurt, der Sportboss Fredi Bobic Kette rauchen und vor Zorn kochen lässt. Anfang der Woche schmeißt dann Sportdirektor Arne Friedrich den Bettel hin – zermürbt von einem Machtkampf mit Fredi Bobic, einen Machtkampf, den der Ur-Herthaner nicht gewinnen kann. Denn Fredi Bobic ist der Alleinherrscher in der Kapitale, er hat den Klub nach seinen Vorstellungen umgebaut.

Fast zeitgleich holt der in die Enge getriebene Trainer Tayfun Korkut zu einer Brandrede auf dem Trainingsplatz aus und stellt seine Spieler in den Senkel (zufälligerweise gefilmt und ins Netz gestellt). „Euch steht die Scheiße bis hier. Mir steht die Scheiße bis hier“, wetterte er. Und weiter: „Glaubt ihr, dass wir so rauskommen? Glaubt ihr, dass ihr so aus irgendetwas in eurem Leben rauskommt?“ Passt irgendwie nicht so zu dem sonst so besonnenen, ja fast schon lethargischen Trainer.

Sportboss Bobic ist dennoch gewillt, mit dem von ihm eingestellten Fußballlehrer weiterzumachen, obwohl der Klub im freien Fall Richtung zweite Liga saust. Bobic aber ist der Meinung: „Die Spieler haben erkannt, dass sie das Problem sind.“ Eine Einschränkung gibt es freilich: Sollte Hertha in Gladbach verlieren, wäre das wohl das Ende für Korkut: „Der Trainer und die Spieler wissen, dass wir punkten müssen.“

Und über allem schwebt der Zwist mit Investor Lars Windhorst, der nun sogar eine von ihm in Auftrag gegebene, kostspielige Hertha-Doku stoppen ließ, weil er nicht so gut weg kam. Der Geldgeber droht dem von ihm als Gegenspieler ausgemachten Präsidenten Werner Gegenbauer unverhohlen. „Im Mai ist die nächste Mitgliederversammlung“, ließ sich sein Sprecher Andreas Fritzenkötter zitieren. „Da wird etwas passieren müssen.“ Hertha BSC, der Möchtegern-Big-City-Club, versinkt im Chaos. Mal wieder.

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