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Heldt bleibt wohl in Hannover

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Hannovers Manager Horst Heldt erhält keine Freigabe.
Hannovers Manager Horst Heldt erhält keine Freigabe. © dpa

Nach einem weiteren Gespräch zwischen Clubchef Martin Kind und Sportchef Horst Heldt deutet sich der endgültige Verbleib des Managers von Hannover 96 an.

Vertraut mir oder entlasst mich: Mit dem Rücken zur Wand hat sich Peter Stöger den Frust der letzten Wochen von der Seele geredet und vom Verein in bemerkenswerter Offenheit eine Entscheidung verlangt. In absehbarer Zeit will der Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln Klarheit über seine Zukunft haben. Zudem bemängelte er mit ungewohnt harschen Worten den Umgang miteinander beim Tabellenletzten. Derweil stellte der FC das Werben um Sportchef Horst Heldt „aus Respekt vor Hannover 96“ offiziell ein.

„Nachdem Horst Heldt Interesse an einem Wechsel nach Köln signalisiert hatte, haben wir mit ihm ein erstes Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit geführt. Voraussetzung für weitergehende Gespräche war jedoch immer, dass Horst Held eine angemessene Möglichkeit findet, sein bis 2020 laufendes Vertragsverhältnis bei Hannover 96 zu beenden. Dies ist bis zum Donnerstag nicht gelungen“, sagte FC-Präsident Werner Spinner. „Das gegenseitige Interesse haben wir nur bestätigt, weil es in der vergangenen Woche ohne Zutun des FC in der Öffentlichkeit bekannt wurde. Wir werden nun wie geplant die Gespräche mit anderen Kandidaten fortsetzen und sind weiter absolut überzeugt, die richtige Lösung für den FC zu finden.“

Somit dauert die Suche nach einen Nachfolger von Jörg Schmadtke an - und durch das sportliche Vakuum vielleicht auch der Schlingerkurs mit Stöger. Auf Ultimaten oder eine mögliche Entlassung auf Raten hat der 51-Jährige aber keine Lust mehr. „Ich könnte mit jeder Entscheidung leben. Aber es muss eine her“, forderte er am Donnerstag. Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle reagierte gelassen auf den Vorstoß. „Dass eine baldige Entscheidung für ihn wünschenswert ist, habe ich vernommen. Aber wir haben gemeinsam vereinbart, dass wir jetzt nur noch von Spiel zu Spiel schauen“, sagte er.

Stöger äußerte auch Kritik am Miteinander in Köln. „Wir haben uns schon von ein paar Werten, die wir in den letzten Jahren gelebt haben, wie zum Beispiel Vertrauen, Respekt und Verantwortung ein Stück weit losgelöst“, sagte er. „Es ist leider im Moment schwierig, diese Werte beisammen zu halten. Und das geht leider Gottes in alle Bereiche. Da haben wir in der ganzen Besetzung ein bisschen Nachholbedarf.“ Der ausdrücklich von der Kritik ausgeschlossene Wehrle entgegnete auf Anfrage: „Ich weiß nicht, wen er meint und an welche Beispiele er denkt. Grundsätzlich haben wir eine Charta, nach deren Werten wir leben wollen.“

Das größte Problem derzeit sei die Unsicherheit, monierte Stöger. Dass man sich nun auf einen Kurs festlegt, „wäre auch für mich wichtig. Aber entscheidend sind die Spieler und der Staff. Dort herrscht richtige Unsicherheit. Diese Ungewissheit ist ein Szenario, das nicht optimal ist.“ Er habe „das Gefühl, dass wir in einer Situation sind, in der Klarheit das oberste Gebot sein sollte“, sagte Stöger. „Es wäre gut, klare Aussagen zu treffen, weil dies Sicherheit gibt. Diese Sicherheit ist derzeit nicht zu fühlen.“

Er habe seinen Spielern noch einmal klar gemacht, dass sie in der aktuellen Situation noch mehr im Fokus stehen als sonst und sich ihrer Verantwortung bewusst sein müssten. „Ich habe aber immer noch sieben, acht Stunden Schlaf und fahre nachts nicht mit dem Auto durch die Gegend, um einen Spieler an der Theke zu erwischen“, sagte Stöger zu Gerüchten, der ein oder andere Profi würde vor Spielen um die Häuser ziehen.

Keinen Wert legt Stöger mehr auf die Dienste von Fitnesscoach Benjamin Kugel. Die Gründe dafür lägen ausschließlich im „zwischenmenschlichen Bereich“, versicherte der Trainer. Der im Nebenjob auch Athletikcoach der deutschen Fußball-Nationalmannschaft eingesetzte Kugel soll Stimmung gegen den Chefcoach gemacht haben. „Der Faktor Vertrauen war für mich nicht mehr so gegeben. Deshalb habe ich ihm gesagt, es würde uns beiden gut tun, wenn wir uns in den nächsten Tagen nicht über den Weg laufen“, begründete Stöger die ungewöhnliche Maßnahme. (dpa/sid)

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