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Maß aller Dinge im Frauenfußball. FC Barcelona.
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Maß aller Dinge im Frauenfußball. FC Barcelona.

Frauenfußball

Heldinnen in neuenDesigner-Kleidern

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Mit der Einführung einer Gruppenphase hofft die Champions League der Frauen auf mehr Sichtbarkeit und höhere Erlöse

Da sage noch einer, der FC Barcelona habe den Anschluss in Fußball-Europa verpasst. Vielleicht haben sich einfach nur die Prioritäten verlagert: Denn Barça Femini, Barcelonas Fußballerinnen, feierten am 16. Mai dieses Jahres mit einem 4:0 im Champions-League-Finale gegen den Chelsea FC einen durchaus stilprägenden Triumph, der eine nachhaltig angelegte Entwicklung der Frauen-Abteilung krönte. Die Katalanen stellen nun den ersten Klub, die Europas wichtigsten Vereinswettbewerb bei Männern wie Frauen gewonnen haben, auch wenn die historische Dimension eingedenk der geräuschvollen Trennung von Lionel Messi und des gigantischen Schuldenbergs ein bisschen untergegangen sein mag. Zugleich manifestierte die Finalkonstellation aus Göteborg, wie sehr die namhaften Männer-Marken inzwischen auch die weibliche Königsklasse dominieren.

Insofern ist nur logisch, dass die Champions League der Frauen sich an das Format der Männer anlehnt. Neuer Modus heißt auch hier größeres Gewand. Erstmals wird eine Gruppenphase mit 16 Teams ausgetragen, der sich die K.o.-Runde ab Frühjahr anschließt, ehe im Mai 2022 im Juventus-Stadion in Turin das Finale steigt. Es gibt keine Zweifel, dass dieser Schritt überfällig war, um die Projektionsfläche für Europas beste Frauenteams massiv zu erhöhen. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin spricht von einer „neuen Zeitrechnung“, die naturgemäß mit finanziellen Anreizen garniert ist. Die 24 Millionen Euro Prämien – inkludiert 400 000 Euro fixes Startgeld für jeden Teilnehmer – sind zwar im Vergleich zu den gigantischen Geldbeträgen der Männer nur ein Klacks, aber immerhin das Vierfache gegenüber früher. Strategisches Ziel ist es, über eine Zentralvermarktung die Zuschauerzahlen und den kommerziellen Wert in fünf Jahren zu verdoppeln. Zur guten Verpackung gehören ein neues Design und eine eigene Hymne.

Für Siegfried Dietrich, den Sportdirektor von Eintracht Frankfurt und Sprecher der Frauen-Bundesligen, steht fest, dass die nationalen Ligen interessanter werden – und auch die deutsche Spielklasse profitiert, weil künftig drei Vereine mitspielen können. Die beiden deutschen Startplätze hatten zuletzt stets der FC Bayern und VfL Wolfsburg blockiert. Der vierfache Europacupsieger 1. FFC Frankfurt – 2015 der letzte deutsche Gewinner – begab sich im Vorjahr unter das Dach von Eintracht Frankfurt, um nicht von der Bildfläche zu verschwinden.

Wer im Frauenfußball international mitreden möchte, muss einige Milliönchen abzweigen. Meister FC Bayern hat sich innerhalb der AG zu diesem Investment bekannt und will laut Präsident Herbert Hainer „international eine gute Rolle spielen“. Es darf für die bestens besetzten Münchnerinnen ruhig auch mal übers Halbfinale hinausgehen, sonst wäre nicht die japanische Weltklassespielerin Saki Kumagai von Olympique Lyon auf den Bayern-Campus gekommen. Passenderweise treffen die FCB-Frauen in ihrer Gruppe auf den französischen Rekordsieger und BK Häcken aus Schweden. Zuerst warnt FCB-Trainer Sven Scheuer aber pflichtschuldigst vor dem „anspruchsvollen Auftaktgegner“ Benfica Lissabon (Dienstag 21 Uhr).

Sara Däbritz freut sich

Vizemeister und Pokalsieger VfL Wolfsburg beginnt mit dem Topspiel bei Chelsea mit den deutschen Nationalspielerinnen Melanie Leupolz und Ann-Katrin Berger (Mittwoch 21 Uhr), hat dazu Servette Genf und Juventus Turin in einer Gruppe. Ralf Kellermann, der Sportliche Leiter der „Wölfinnen“, sieht den Trend, „dass vor allem jene Mannschaften den Wettbewerb dominieren werden, die dieses auch bei den Männern tun.“ Tatsächlich sind die Parallelen nicht zu leugnen.

Für die vermehrt kritisch beäugte Frauen-Bundesliga war es ein gutes Zeichen, dass sich der Dritte TSG Hoffenheim trotz namhafter Abgänge in Richtung Wolfsburg und München in der Qualifikation gegen AC Milan und FC Rosengård durchsetzte. Der Talentschuppen aus dem Kraichgau hat gegen Titelverteidiger Barcelona und Arsenal WFC nach Ansicht von Trainer Gabor Gallai „nichts zu verlieren“ und macht gegen den dänischen Vertreter HB Køge (Dienstag 18.45 Uhr) aus deutscher Sicht den Anfang.

Alle Partien überträgt für die nächsten vier Jahre der Streamingdienst Dazn live; übrigens die ersten zwei Jahre parallel gratis auf seinem Youtube-Kanal. Klar ist, dass eine größere Sichtbarkeit im Frauenfußball gewiss nicht mit zusätzlichen Bezahlschranken erzeugt wird. Thomas de Buhr, Leiter der Deutschland-Geschäfte, freut sich, „attraktiven Sport zu zeigen, Heldinnen zu kreieren und Storys zu erzählen“. Bei den Protagonisten rennen die Macher offene Türen ein. Sara Däbritz, Führungskraft beim Mitfavoriten Paris St. Germain, sagt: „Ich finde die Gruppenphase spitze, weil einfach sehr viele gute Teams vertreten sind. Das bringt uns noch mehr Champions-League-Feeling.“

Zur Wahrheit gehört freilich auch, dass es bei mehr Spielterminen unter der Woche für so manche Akteurin deutlich schwieriger wird, die duale Karriere voranzutreiben. Wer noch einen anderen Job ausübt oder studiert, ist künftig noch mehr eingespannt.

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