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Sieben Jahre Präsidentschaft: Werner Spinner tritt beim 1. FC Köln zurück.

1. FC Köln

Heiterer Ernst

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Präsident Spinner verliert beim 1. FC Köln den Machtkampf gegen Sportchef Veh.

Humor, das ist unbestritten, hat er, der Armin Veh: Der Sportchef des 1. FC Köln ließ es sich am Rosenmontag tatsächlich nicht nehmen, als Schwarzes Schaf durch die Gassen der Domstadt zu ziehen. Das Gesicht mit dunkler Farbe zugekleistert, die Haare grau-meliert, nun gut, das sind sie immer, und einen schwarz-weißen Ganzkörperanzug übergestreift. Angeblich soll der heitere Herr Veh sein Kostüm nicht gezielt als Spitze gewählt haben, auch Frau und Kinder waren als Tiere verkleidet, eine gewisse Doppeldeutigkeit aber hatte die Szenerie allemal. Denn: Nur einen Tag zuvor hatte der Ex-Trainer von Eintracht Frankfurt zum großen Schlag ausgeholt, einen Machtkampf beim Traditionsverein in Köln angezettelt - und diesen, wie sich am Mittwoch herausstellte, schließlich gewonnen.

Was war passiert? Am vergangenen Sonntag nach dem dritten Erfolg des Zweitliga-Tabellenführers binnen einer Woche sprach Veh von einem „Problem innerhalb des Vereins“, das „mit Vertrauen zu tun“ habe und „wenig reparabel“ sei. Adressat der Kritik war Werner Spinner. Der ehemalige Bayer-Vorstand, der seit April 2012 bei den Kölner Kickern als Präsident fungierte, bewegte sich bei Zukunftsfragen offenbar nicht auf einer Linie mit dem Sport-Geschäftsführer. Veh also machte diese Unstimmigkeiten öffentlich, ganz nach dem Motto: Er oder ich. Zusammen geht’s nicht weiter.

Spinner wiederum traf sich daraufhin mit dem Gemeinsamen Ausschuss der Kölner, fand im Mitgliederrat allerdings keine Mehrheit, um Veh zu stürzen. Stattdessen trat der 70-Jährige nach 2508 Tage im Amt am Mittwoch zurück, ohnehin wäre er im September aus seinem Amt ausgeschieden. „Ich habe mich bereits zuvor dazu entschieden, für eine weitere Amtszeit über den Herbst hinaus nicht zur Verfügung zu stehen“, sagte Spinner: „Nun ziehe ich diesen Schritt vor, weil mir klar geworden ist, dass es über die künftige Ausrichtung des 1. FC Köln Differenzen gibt.“ Armin Veh ließ anschließend verlauten, dass das Ganze für ihn „nie ein Machtkampf war“. Gewonnen hat er ihn trotzdem. Und dazu auch Humor bewiesen.

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