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Santa Claus muss immerhin den Heiligabend nicht mit dem Fußball teilen.
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Santa Claus muss immerhin den Heiligabend nicht mit dem Fußball teilen.

Terminstress

Heiligabend ist mal frei

  • Frank Hellmann
    vonFrank Hellmann
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Durch den Corona-Kalender werden die Profis bis Sommer ausgepresst wie Zitronen. Die Folgen sind sichtbar, doch es ist nicht davon auszugehen, dass die Verbände daraus Lehren für die Zukunft ziehen. Ein Kommentar.

Es gibt ja in der Pandemie den einen oder anderen, der die Festtage isoliert verbringt. Sei es, weil die Familie übereingekommen ist, in diesem Jahr sich aus Vorsorge getrennt zu besinnen, oder weil schlimmstenfalls gerade Corona-Fälle unter engsten Verwandten aufgetreten sind.

Wer Heiligabend dann zur Zerstreuung den Fernseher einschaltet und mehr oder weniger fröhlich durch die Programme zappt, wird feststellen, dass etwas anders ist als an allen anderen Tagen: Erstmals seit dem 19. November findet am 24. Dezember wirklich kein Fußballspiel statt.

Seit jenem Donnerstag lief täglich mindestens ein Livespiel. Die Vorweihnachtszeit war vollgepackt mit Partien der Ersten und Zweiten Bundesliga, Champions League oder Europa League. Die letzte Lücke vor der Bescherung hat glücklicherweise der DFB-Pokal gefüllt. Ob wirklich immer gute Unterhaltung lief, sei dahingestellt, zur Ablenkung taugt das kickende Angebot in Endlosschleife eigentlich immer. Und notfalls auch zum Einschlafen.

Entzugserscheinungen, und das ist für den echten Fußballenthusiasten die gute Nachricht, wird es in dieser Saison keine geben. Man muss sich nach dem Pflichtprogramm „Boxing Day“ – dem traditionellen Spieltag am zweiten Weihnachtstag in England – nicht noch wochenlang mit der Premier League vertraut machen, plötzlich Spiele von Crystal Palace, Brighton & Hove Albion und FC Burnley gucken, sondern kann ganz bei der Bundesliga bleiben.

Die Saison geht mit dem 14. Spieltag gleich am 2. Januar 2021 weiter. Der frühe Einstiegszeitpunkt ist dem Termindruck durch Corona geschuldet. Allein im Januar hat jeder Bundesligist schon mal sechs Spiele. Und für die internationalen Repräsentanten geht es dann im Februar und März in der engen Taktung weiter.

Bis Sommer 2021 ist der Terminkalender ausgepresst wie eine Zitrone – richtig bitter ist dieser Parforceritt für die Hauptakteure: In einer seltenen Häufung reißen bei den Berufsfußballern gerade Muskelfasern, rebellieren Bänder und Gelenke gegen den Stress. Von positiven Corona-Tests (die nicht immer wirklich auf eine Infektion hinweisen) ganz zu schweigen. Holger Broich, der dekorierte Fitmacher des FC Bayern mit breiter wissenschaftlicher Expertise, hat seine Bedenken gerade öffentlich gemacht. Das Limit sei erreicht. Und überschritten. Und doch wird niemand zur Besinnung kommen.

Im Gegenteil: Die großen Verbände sind infiziert vom Wahn nach mehr Wettbewerben, die niemand will. Die Uefa setzt 2021 einen dritten Europapokalwettbewerb aufs Gleis und plant schon ab 2024 mit einer aufgeblähten Champions League, die Fifa wartet nur darauf, eine Klubweltmeisterschaft nicht mit acht Teams wie vom 1 bis 11. Februar 2021 in Katar, sondern demnächst mit 24 Mannschaften zu spielen und träumt später von einer globalen Weltliga. Irgendeiner wird dann in ferner Zukunft anmerken, dass der 24. Dezember als Spieltag noch frei wäre.

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