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Jonas Hofmann (rechts) hat im zentralen Mittelfeld offenkundig seine wahre Bestimmung gefunden.

Borussia Mönchengladbach

Hecking denkt an Rotation

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Borussia Mönchengladbach ist seit zweieinhalb Jahren ohne Sieg gegen Eintracht Frankfurt.

Am vergangenen Samstag hat sich Bundestrainer Joachim Löw mal wieder einen Eindruck von Jonas Hofmann verschafft – und bekam dabei das bekannte Bild geliefert: Einen bienenfleißigen Mittelfeldmann von Borussia Mönchengladbach, der auf dem Rasen des Berliner Olympiastadions 12,9 Kilometer abspulte. Damit war der frühere Dortmunder und Mainzer erneut der lauffreudigste Akteur auf dem Feld. Schon am ersten Spieltag gegen Leverkusen avancierte Hofmann, damals sogar mit über 13 herunter gesurrten Kilometern, zum Marathon-Mann. Und auch da war Löw im Borussia-Park bereits Augenzeuge.

Die Besuche des 58-Jährigen aus dem Badischen sind kein Zufall – am Rande des Fifa-Kongresses in London benannte er Hofmann im kleinen Kreis gerade als einen Kandidaten für das Nationalteam. Und zwar explizit mit Hinweis auf die ausschweifenden und zugleich wohlüberlegten Laufwege des gebürtigen Heidelbergers. „Er hat in den letzten Spielen einen guten Eindruck gemacht. Entscheidend ist am Ende immer die Leistung. Einige Spieler, die teilweise hochtalentiert sind, müssen das in den nächsten Monaten und Jahren auch unter Beweis stellen“, sagte Löw.

Hofmann ist der Hauptprofiteur der Gladbacher Systemumstellung auf nur einen Sechser, vor dem nun dafür zwei Spieler eine Doppel-Acht bilden. Einer davon ist Hofmann, der im zentralen Mittelfeld offenkundig seine wahre Bestimmung gefunden hat – und am Mittwoch (20.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt zusammen mit den anderen Fohlen den ersten Rückschlag dieser Saison überwinden muss. Beim 2:4 bei Hertha BSC dilettierte die so stabil in die Runde gestartete Borussia plötzlich in der Defensive. Weswegen Hofmann, selbst mit Licht und Schatten, monierte: „Nach unserer Führung haben wir viel zu wild gespielt. Das war einfach dumm.“ Dumm gelaufen ist es für die Borussia, bei denen Angreifer Raffael (Wadenprobleme) weiter ausfällt, in letzter Zeit speziell auch gegen die Eintracht. 

Hecking will auf das Abwehrchaos reagieren

Die Halbfinalniederlage im DFB-Pokal im April 2017 vor eigenem Publikum hat eine tiefe Wunde gerissen, in der die Frankfurter mit ihren beiden Ligaerfolgen (1:0, 2:0) der vergangenen Saison noch weiter herumgestochert haben. Der letzte Gladbacher Sieg gegen die Hessen liegt zweieinhalb Jahre zurück – und man darf gespannt sein, wie Dieter Hecking auf das jüngste Abwehrchaos reagiert. Die klare Pleite in der Hauptstadt lastete der Borussia-Trainer („Das lag nicht nur an unseren Außenverteidigern – wir haben als Team so viele Fehler gemacht“) zwar mehr dem großen Ganzen an. Andererseits erwähnte er zuletzt immer wieder wohlwollend die außergewöhnliche Tiefe im VfL-Kader.

Die könnte der 54-Jährige, in der Vorsaison nicht eben als Rotationsfreund aufgefallen, nun nutzen. Etwa indem er den Schweizer WM-Teilnehmer Michael Lang zu seinem Debüt auf der rechten Abwehrseite verhilft. Langs Landsmann Nico Elvedi offenbarte auf dieser Position in Berlin enorme Probleme und könnte nun, wie zu Saisonbeginn geplant, neben Matthias Ginter in die Innenverteidigung rücken. Und womöglich schlägt gegen die Eintracht ja auch die Stunde von Christoph Kramer: Der Gladbacher Weltmeister von 2014 hat den aktuell einzigen Sechser-Job in dieser Runde an Tobias Strobl verloren – und scharrt seitdem besonders heftig mit den Fußballschuhen.

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