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Heiß begehrt bei den europäischen Topclubs: Kai Havertz. Foto: Bernd Thissen/dpa

Begehrter Nationalspieler

Havertz will bei Zukunftsfrage auch Löws Meinung

Kai Havertz wird eine rosige Zukunft vorausgesagt. Wohin und wie schnell es geht auf dem Weg nach oben, bestimmt der Jung-Leverkusener selbst. Ansprüche im Nationalteam will er erst einmal keine stellen.

Dortmund (dpa) - DFB-Shootingstar! EM-Hoffnungsträger! Nationalmannschaftsjuwel! Wenn in diesen Tagen von oder mit Kai Havertz gesprochen wird, geht es immer auch um die hoffnungsvolle Zukunft des 20 Jahre alten Fußballers.

Ohne Frage ist der Mittelfeldspieler von Bayer 04 Leverkusen eine der interessantesten Figuren im Ensemble von Bundestrainer Joachim Löw und sogar darüber hinaus.

Doch Havertz will nach seiner Länderspiel-Torpremiere beim 2:2 gegen Argentinien und vor einer erneuten Bewährungschance am Sonntag in der EM-Qualifikation in Estland von einer Sonderrolle nichts wissen: Natürlich wolle eine Stammplatzgarantie im DFB-Team "jeder haben", bemerkte Havertz am Freitag in Dortmund. Er möchte sich in nächster Zeit mit guten Leistungen in der Nationalelf und in Leverkusen weiter aufdrängen: "Der Rest kommt von alleine."

Havertz will sich bei der Entscheidung für einen möglichen Wechsel zu einem großen Verein, der nach der EM 2020 anstehen dürfte, auch die Ansichten von Löw anhören. "Ich würde dann die Ratschläge des Bundestrainers gern auch annehmen, weil er viel Erfahrung hat. Deshalb wäre es schlecht, dazu nein zu sagen", sagte er: "Ich höre gerne auf viele Leute. Im Endeffekt aber entscheide ich." Havertz' Vertrag bei Bayer läuft noch bis 2022. Topclubs von Bayern München bis Real Madrid sollen an ihm interessiert sein. Über eine dann dreistellige Millionen-Ablöse wird öffentlich längst spekuliert.

Löw geht seit dem ersten Länderspieleinsatz von Havertz am 9. September 2018 beim 2:1 gegen Peru vorsichtig mit dem Leverkusener Jungstar um. Für Bayer hatte Havertz schon vor seiner DFB-Premiere über 50 Bundesliga-Partien bestritten. "Bei ihm geht es uns auch darum, ihn behutsam aufzubauen und zu integrieren. Aber klar ist: Er kann für die Nationalmannschaft ein prägender Spieler sein. Für ihn finden wir einen Platz, auf jeden Fall", erklärte der Bundestrainer. Welchen Platz das auf Dauer sein könnte, das ist auch vor Havertz' siebtem Länderspiel am Sonntag in Tallinn noch nicht klar.

Auch nach dem lange Zeit starken Auftritt gegen Argentinien in der Mittelfeld-Zentrale neben Joshua Kimmich bleibt der gebürtige Aachener zurückhaltend bei seinen Ansprüchen im Nationalteam: "Ich stelle gar keine Ansprüche. Das ist zu früh für mich. Ich will so viel spielen wie möglich", erklärte das Ausnahmetalent, dass sich Bayer 04 schon im Alter von zehn Jahren gesichert hatte.

"Es haben viele Spieler bewiesen, dass sie das Potenzial haben, auf diesem Niveau spielen zu können. Das tut uns als Mannschaft gut", sagte Havertz. Teamgedanke statt persönliche Vorteile - das verdeutlicht er auch in dieser Länderspielwoche. "Im Endeffekt", weiß er, "zählen die Taten auf dem Platz. Da bringt es nichts, wenn man jetzt hochgejubelt wird. Ich weiß genau, wie das Business ist: An einem Tag bist du der Held, am anderen Tag ist wieder der Druck zu hoch." Über sein Tor aber hat er sich sehr gefreut: "Es ist schon ein Kindheitstraum, ein Tor in der Nationalmannschaft zu schießen."

In der A. Le Coq Arena von Tallinn möchte Havertz bei Löw weiter für sich werben, um vielleicht doch schon bei der EM-Endrunde 2020 zur Stammkraft aufzusteigen. Er würde dabei auch "nicht viele Ansprüche stellen", was seine Position betrifft: "Da ist es mir relativ egal, ob ich ein bisschen defensiver oder offensiver spiele."

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