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Leverkusens Mitchell Weiser (l-r), Julian Baumgartlinger, Torschütze Kai Havertz, Julian Brandt und Kevin Volland feiern das 2:0 gegen Hertha.

Bundesliga

Havertz trifft doppelt für Bayer

Bayer Leverkusen kann nach dem Sieg über Hertha BSC etwas beruhigter in die Weihnachtspause gehen. Für Trainer Heiko Herrlich kommt der Sieg aber womöglich zu spät.

Dank des überragenden Doppel-Torschützen Kai Havertz kann Bayer Leverkusen nach dem 3:1 (2:1)-Erfolg über Hertha BSC etwas beruhigter in die Weihnachtspause gehen. Der Club hat sich damit in die obere Tabellenhälfte geschoben.

Für Trainer Heiko Herrlich kommt der Sieg aber womöglich zu spät. Nach Kevin Vollands Führungstreffer in der 6. Minute erzielte der 19-jährige Havertz unter Mithilfe von Hertha-Keeper Rune Jarstein das kuriose 2:0 (23.) und krönte seine Leistung mit dem 3:1 (49.). Mit dem siebten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga schloss die Werkself bei 24 Punkten zu den Berlinern auf. Für die Hertha verkürzte Jordan Torunarigha in der 26. Minute auf 1:2.

Vor der Partie hatte Sportdirektor Simon Rolfes einen Kommentar zur Situation des umstrittenen Trainers verweigert. „Dass Spekulationen normal sind, ist auch klar. Jetzt zählen aber nur die Punkte“, sagte er dem TV-Sender Sky. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, dass Herrlich ungeachtet des Spiels gegen Berlin vor dem Aus steht. Demnach soll sich Bayer mit dem früheren Dortmunder Trainer Peter Bosz bereits finanziell geeinigt haben.

Bayer begann drei Tage nach dem 2:1 auf Schalke mit vier Neuen und viel Druck nach vorn: Tin Jedvaj, Charles Aránguiz, Julian Brandt und Volland als Sturmspitze bekamen von Herrlich das Vertrauen. Und das zahlte sich durch Volland schnell aus: Nach seinem Lattentreffer (3.) vollendete der 26-Jährige einen perfekten Angriff über Havertz und Aránguiz aus kurzer Distanz zum 1:0.

Ohne Salomon Kalou, der wegen einer Fußverletzung fehlte, und Per Skjelbred, der nach einer Zahnoperation passen musste, fielen dem Berliner Team von Pal Dardai zunächst kaum Antworten ein. Bayer kam über die rechte Seite immer wieder zu gefährlichen Aktionen.

Das 2:0 war dann Slapstick: Jarstein sprang nach einer harmlosen Rückgabe der Ball vom Fuß. Havertz bedankte sich für diese vorweihnachtliche Gabe des Norwegers mit einem herzhaften Lachen, weil sich der überraschte Bayer-Youngster selbst anschoss, das Spielgerät aber trotzdem über die Linie kullerte. Drei Minuten danach gelang dem 21-jährigen Torunarigha das 1:2. Erst am Freitag hatte der Innenverteidiger seinen Vertrag verlängert.

Jetzt wurde die Partie offener, wenngleich Leverkusen am Samstag vor 27 647 Zuschauern weiter gut kombinierte und trotz des Gegentores zunächst sicher wirkte. Doch gegen Ende der ersten 45 Minuten mehrten sich im 600. Erstliga-Auswärtsspiel der Berliner die Hertha-Chancen, bei denen Leverkusens Schlussmann Lukas Hradecky (40./42.) zweimal eingreifen musste.

Die kurze Schwächephase der Herrlich-Auswahl vor der Pause wurde schnell beendet. Vier Minuten nach Wiederanpfiff brachte Aránguiz Havertz so in Position, dass der Teenager mit einem herrlichen Lupfer zum 3:1 erfolgreich war. Das Dardai-Team blieb indes gefährlich und hatte vor allem durch den eingewechselten Pascal Köpke und Davie Selke Top-Möglichkeiten, die Begegnung noch einmal spannend zu machen. Bayer rettete den Zwei-Tore-Vorsprung aber recht souverän über die Zeit. (dpa)

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