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Siegtorschütze beim Afrika-Cup: Vincent Aboubakar.

Deutsche Gruppe beim Confed-Cup

Hausgemachte Probleme bei Kamerun

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Kamerun hat Stars aussortiert und Erfolg gehabt ? in der WM-Quali hinkt das Team aber den Ansprüchen hinterher.

Die bisher einzige Teilnahme Kameruns am Confederations Cup stand unter keinem guten Stern. 2003 wurde die Mannschaft mit Trainer Winfried Schäfer zwar Zweiter hinter Gastgeber Frankreich, aber das Turnier würde überschattet vom Tod des Kameruners Marc-Vivien Foé, der im Halbfinale bei großer Hitze auf dem Platz zusammengebrochen war. Trotz dieser tragischen Erinnerungen nutzte der aktuelle Trainer Hugo Broos beim Afrika-Cup im Februar in Gabun vor allem die Aussicht auf dieses Turnier zur Motivation für sein junges Team.

Die einstige afrikanische Fußball-Großmacht war als krasser Außenseiter in den Wettbewerb gegangen, nachdem viele Stammspieler abgesagt hatten, weil sie sich nichts ausrechneten und lieber ihren europäischen Klubs zur Verfügung stehen wollten.

Doch die jungen Nachrücker wie Christian Bassogog, damals bei Aalborg, inzwischen in China, Jacques Zoua vom 1. FC Kaiserslautern oder Vincent Aboubakar von Besiktas Istanbul spielten so mutig, engagiert und versiert, dass sie sich schließlich auch im Finale gegen Ägypten durchsetzten. Den Siegtreffer zum 2:1 erzielte Aboubakar.

Natürlich vertraut der belgische Trainer, der vor der überraschenden Anstellung in Kamerun eine sehr bescheidene Trainerkarriere absolvierte, auch für das anstehende Turnier in Russland im Wesentlichen dem Kader vom Afrika-Cup, nur wenige der damaligen Abtrünnigen fanden den Weg zurück. „Viele kamen nicht zum Nationalteam, weil sie wollten, sondern nur weil sie mussten“, sagte Broos in Gabun, „das mussten wir ändern“. Nun sei man eine Gruppe von Freunden.

Nigeria zieht davon

War der 65-Jährige in Kamerun vor dem Afrika-Cup und auch während der Gruppenphase noch heftig kritisiert worden, durfte er sich nach dem Sensationssieg bestätigt fühlen: „Ich hoffe, nun da wir den Cup gewonnen haben, wird das Verhältnis zu den Medien besser.“

Resultate wie das 0:4 am Dienstag im Vorbereitungsspiel gegen Kolumbien im spanischen Getafe sind da vermutlich nicht hilfreich. Allerdings hatte Broos gegen die starken Südamerikaner munter experimentiert und einigen Reservisten eine Chance gegeben, außerdem spielte das Team nach einem Platzverweis für Robert Tambe fast eine Halbzeit lang in Unterzahl.

„So etwas bringt das Team in eine schwierige Situation und ist einfach unakzeptabel“, schimpfte Broos, der den Confed-Cup auf jeden Fall so angehen will, als wäre es die WM selbst. Auch weil einiges darauf hindeutet, dass Kamerun der einzige Teilnehmer sein könnte, der im nächsten Jahr nicht wiederkommen darf. In der WM-Qualifikation liegt man nach zwei von sechs Spieltagen schon vier Punkte hinter Nigeria.

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