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Zuletzt häufig auf dem Hosenboden gelandet: Darmstadt 98 um Kapitän Fabian Holland.
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Zuletzt häufig auf dem Hosenboden gelandet: Darmstadt 98 um Kapitän Fabian Holland.

Darmstadt 98

Hauptsache keine Panik

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Der SV Darmstadt 98 nähert sich in Liga zwei den Abstiegsplätzen an und trifft am Mittwoch auf den direkten Konkurrenten SV Sandhausen.

Markus Anfang wollte nicht, das war zu spüren, er wollte dieses vermaledeite Wort nicht über seine Lippen kommen lassen. Also begann er zu kreiseln, in der Mitte der böse Begriff, drumherum der sich erklärende Fußballtrainer des Zweitligisten Darmstadt 98. „Aktuell ist es nicht so, dass wir oben spielen“, sagte Anfang gestern zum wiederholten Male in den vergangenen Tagen und folgerte: „Wir spielen unten.“ Tatsache! Die Darmstädter verloren die vergangenen vier Partien, sie sind ohne Punktgewinn in diesem Kalenderjahr, rutschten deshalb in der Tabelle ab, und weisen vor dem ersten Rückrundenspieltag nur drei Punkte Vorsprung auf den 16. des Tableaus auf, den heutigen Gegner (18.30 Uhr) im Stadion am Böllenfalltor, den SV Sandhausen.

Während also der Darmstädter Trainer darum bemüht war, den unangenehmen Terminus zu umdribbeln, grätschte Fabian Holland beinhart dazwischen. „Wenn du in der Liga nicht oben dabei bist und mal ein paar Spiele verlierst, dann bist du zwangsläufig unten drin“, begann der Lilien-Kapitän, um dann Klartext zu sprechen: „Wenn man so will, dann ist man im Abstiegskampf.“ Abstiegskampf, so ist es, zumindest Stand jetzt, oder Herr Anfang? „Ob das einer Abstiegskampf nennt oder nicht, ist am Ende komplett egal.“ Man dürfe jedenfalls nicht in Panik verfallen.

Natürlich wird auch der Trainer seine Augen nicht vor der Realität verschließen. Intern wird er seiner Truppe versucht haben aufzurütteln, schließlich ist er ein direkter Typ, hat eine klare Ansprache. Öffentlich aber ist er darum bemüht, seine zuletzt arg ins Straucheln geratenen Spieler zu schützen. Entsprechend wollte er die Bedeutung des Spiels gegen Sandhausen nicht zu hoch hängen. „Wir haben jetzt 17 Schlüsselspiele und müssen alles tun, um endlich Punkte zu holen.“

Darmstadt kassiert zu viele Gegentore

Die Hinrunde mit nur 18 Zählern auf dem Konto habe man analysiert und festgestellt, dass neun verlorene Spiele „viel zu viel“ sind, so Anfang, aber: „Wir brauchen nicht mehr nach hinten gucken. Wir haben jetzt die Chance, in der Rückrunde viele Dinge besser zu machen.“ Die Enttäuschung der wenigen Punkte treibe das Team an, will der Coach erkannt haben, und „diese intrinsische Motivation ist am wertvollsten.“

Klar ist, dass die Südhessen alsbald liefern sollten, auch um ihres Trainers willen, der zwar (noch) nicht um seinen Job bangen muss, da genießt er genügend Vertrauen bei den Bossen, der gemeinsam mit seinem Team aber schleunigst diese Schwächephase beenden sollte. Irgendwann würden die Mechanismen des Fußballs auch in Darmstadt greifen. „Es ist nicht an der Zeit in Panik zu geraten, das macht auch keinen Sinn“, sagte Fabian Holland, der ebenso wie Teamkollege Tobias Kempe dieser Tage seinen Vertrag verlängert hat. Positive Signale in durchwachsenen Zeiten.

Lilien droht die Drittklassigkeit

Im Kampf gegen den Absturz in die Drittklassigkeit gilt es für die Darmstädter einige akute Schwächen schnell abzustellen. Hinten wie vorne. Mit 32 Gegentoren stellen die Lilien statistisch die viertschlechteste Verteidigung der Liga, dabei verkörpern Leute wie Immanuel Höhn, Nicolai Rapp oder Bayern-Leihgabe Lars Lukas Mai, der angeblich auch auf dem Zettel von Lazio Rom stehen soll, gehobene Zweitligaqualität. Allerdings: Es klingelt zu häufig im eigen Kasten. Besonders auffällig ist, dass die Hälfte aller Gegentore nach ruhenden Bälle entstanden sind. Eine eklatante Schwäche, „ein großes Thema bei uns“, wie Anfang sagte. Auf der anderen Seite erzielten die Darmstädter auch die Hälfte aller eigenen Tore nach jenen Standardsituationen.

Zuletzt aber haperte es im Offensivspiel sichtbar, zum einen, weil der beste Stürmer, Serdar Dursun, verletzt fehlte, zum anderen weil die guten Fußballer dahinter, genannt seien Kempe, Seungho Paik oder Marvin Mehlem, immer seltener gelungene Kombinationen zustande brachten. Dursun immerhin wird heute Abend wieder spielen können.

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