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Hansi Flick. Foto: dpa
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Hansi Flick.

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Hansi im Glück

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Ein möglicher Bundestrainer Flick wäre auch sportpolitischer Botschafter des deutschen Fußballs. Ist er sich dessen bewusst?

Als Hansi Flick 2006 Co-Trainer von Joachim Löw wurde, bat der Deutsche Fußball-Bund ausdrücklich, den Neuen an der Seite des Bundestrainers konsequent „Hans-Dieter“ Flick zu nennen. Als „Hansi“ war der damals 41-Jährige zuvor nur Trainer des FC Victoria Bammental in der Verbandsliga Nordbaden gewesen, ehe er mit der TSG Hoffenheim nicht schnell genug in die Zweite Bundesliga aufstieg und von Dietmar Hopp geschasst wurde. „Hans-Dieter“ sollte der Respekt entgegengebracht werden, fand der DFB, den ein „Hansi“ niemals erlangen könnte. So die Theorie.

In der Praxis ist er dann schnell wieder der gute alte Hansi geworden und gemeinsam mit dem „Jogi“ 2014 Weltmeister. Flick war an der Seite von Löw der perfekte Hansi im Glück. Aber seine öffentlichen Auftritte gerieten seinerzeit oft derart ungelenk, dass niemand je glaubte, dieser nette Kerl könnte dereinst das Zeug zum Bundestrainer haben.

Als er bei einer Pressekonferenz bei der EM 2012 die Formulierung „Stahlhelm auf und groß machen“ benutzte, musste er sich entschuldigen. Der Fauxpas hätte kaum größer sein können. Denn ganz in der Nähe hatten deutsche Kriegsschiffe 1939 Polen angegriffen. Leicht auszumalen, zu welchem Shitstorm eine solche Äußerung mittlerweile führen würde.

Flicks Auftreten ist inzwischen von viel mehr Souveränität geprägt, er hat eindrucksvoll bewiesen, welch hervorragender Chefcoach er sein kann, nachdem seine Ausflüge ins Sportdirektorium weder beim DFB noch in Hoffenheim nachhaltig Erfolg zeigten. Bei den Bayern könnte seine Überperformance nicht größer sein. Aber als potenzieller Bundestrainer müsste er eine umstrittene WM in Katar auch politisch einordnen und sich zu vielen Fragen äußern, die Fallen verbergen. Joachim Löw hat derlei Unannehmlichkeiten vorm Turnier in Russland stets an den damaligen Präsidenten Reinhard Grindel abgeschoben. Doch das ist zu einfach. Flick wäre künftig auch sportpolitischer Botschafter des deutschen Fußballs. Dessen sollte er sich bewusst sein, wenn er gegebenenfalls Interesse an einer Rückkehr zum DFB zeigt.

Dass der Hansi dort mit offenen Armen aufgenommen würde, steht außer Zweifel. Er ist im Guten vom Verband geschieden, viele konnten nachvollziehen, dass einem wie ihm die langen Entscheidungswege durch die Instanzen mehr und mehr zum Gräuel wurden. Deshalb ist er im Januar 2017 gegangen und könnte unkompliziert zurückkehren. Wenn denn die Bayern ihn lassen.

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