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Cheftrainer Hansi Flick FC Bayern Muenchen
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Hansi Flick wirft beim FC Bayern genervt das Handtuch. Wechselt er beruflich nach Frankfurt?

Aus beim Rekordmeister

Hansi Flick schafft Klarheit: Trainer will FC Bayern München im Sommer verlassen

  • VonMirko Schmid
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Das Verhältnis zwischen Chefcoach Hans-Dieter „Hansi“ Flick und Sportchef Hasan Salihamidžić beim FC Bayern gilt als zerrüttet. Flick zieht nun die Konsequenzen.

München - Es ist ein Paukenschlag: Hansi Flick, in weniger als einem Jahr sechsfacher Titelgewinner mit dem FC Bayern München, möchte seine Zelte an der Säbener Straße schon nach weniger als zwei Jahren wieder abbrechen. Flick will diesen Schritt gehen, obwohl er den Verein in kürzester Zeit aus der, in der Retrospektive als bleiernes Missverständnis betrachteten, Ära des Niko Kovač in luftige Titelhöhen gecoacht hatte.

Obwohl Hansi Flick mit dem deutschen Rekordmeister erstmals seit 2013 wieder einen nennenswerten internationalen Titel an Land ziehen konnte. Und obwohl der Co-Trainer der Weltmeister von 2014 sich damit umgehend in die erste Liga der Trainergilde katapultiert hatte. Obwohl – oder vielleicht gerade deswegen? Aus dem Münchener Umfeld waren zuletzt immer häufiger Stimmen und Informationen durchgesickert, welche vermuten ließen, dass sich Flick unter seinem Vorgesetzten Hasan Salihamidžić nicht genügend wertgeschätzt fühlte.

Hansi Flick und Hasan Salihamidžić: Beim FC Bayern München konnte es nur Einen geben

Die Riege deutscher Fußball-Fachleute war sich zuletzt einig: Über die Saison hinaus, so viel stehe fest, werde es beim FC Bayern nur einen von beiden geben können. Entweder Hans-Dieter Flick oder Hasan Salihamidžić. Entweder „Hansi“, den unter den Fans des Vereins hoch wertgeschätzten Erfolgstrainer, oder „Brazzo“, dessen Handeln im Münchener Stadtteil Giesing seit jeher mit Skepsis begleitet wurde. Entweder der Mann, dem Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge stets den Rücken stärkte oder der „Sportchef-Azubi“, für den besonders Ehrenpräsident Uli Hoeneß in die Bresche springt.

Nun ist dieser Kampf entschieden. Hansi Flick hat genug und will weg, Hasan Salihamidžić darf (wohl) bleiben. Was für Rummenigge eine klare Niederlage bedeutet – schließlich hatte er immer wieder betont, unbedingt mit Flick in die kommende Saison gehen zu wollen –, ist ein Punktsieg für den immer noch immens einflussreichen Patriarchen Uli Hoeneß. Das Festhalten an Salihamidžić, den einer Umfrage der TV-Talkrunde „Doppelpass“ zufolge über 80 Prozent der Teilnehmenden gerne losgeworden wären, um Flick zu halten, ist ein deutliches Signal: Der FC Bayern lässt sich seine Personalpolitik, getreu dem Vereinsmotto „Mia san Mia“, nicht von außen diktieren.

Hansi Flick zieht erfolgreicher Zusammenarbeit mit FC Bayern den Stecker

Dass letztlich Hansi Flick der kurzen und extrem erfolgreichen gemeinsamen Zeit den Stecker ziehen würde, war spätestens nach einem emotionalen Interview des Fußballlehrers im Anschluss an das Ausscheiden aus der Champions League gegen Paris Saint-Germain von vielen Beobachtern und langjährigen Weggefährten Flicks vermutet worden. Zu deutlich klang der minutenlange Monolog nach Abschied, zu deutlich erwähnte Flick den DFB als möglichen neuen Arbeitgeber.

Mit einem Wechsel von der Säbener Straße in München an die Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt, wo der DFB residiert, würde Hansi Flick in die Fußstapfen seines Förderers Jogi Löw treten und damit einen Kreis schließen, wie es schon Löw nach dem freiwilligen Abgang von Jürgen Klinsmann tat. Sowohl Löw als auch Flick galten jeweils als Mitarchitekten der erfolgreichen Turniermannschaften des DFB, die 2006 im eigenen Land begeistert und 2014 am Zuckerhut den vierten Stern geholt hatten.

NameHans-Dieter FlickHasan Salihamidžić
VereinFC Bayern MünchenFC Bayern München
FunktionCheftrainerSportvorstand
Alter56 Jahre (24. Februar 1965)44 Jahre (1. Januar 1977)

Vertrag von Hansi Flick beim FC Bayern läuft über die Saison hinaus - Leipzig will Nagelsmann halten

Eine Reaktion aus dem Umfeld der Vereinsführung des FC Bayern München ist bisher nicht bekannt, weder Hasan Salihamidžić noch Rummenigge oder Hoeneß haben sich zur Stunde geäußert. Gerade die Reaktion von Rummenigge als Vorstandschef der AG könnte mitentscheidend über den weiteren Verlauf der Dinge in München-Giesing sein. Denn Hansi Flick hat einen bis 2023 gültigen Vertrag - und keine Ausstiegsklausel. Und selbst wenn man den Erfolgstrainer ziehen lassen würde, muss alsbald ein neuer Trainer her, jetzt, da die aktuelle Saison nur noch fünf Spieltage währt.

Als Wunsch-Nachfolger für Hansi Flick in München gilt, auch hier sind sich die meisten sogenannten Fachleute einig, der Leipziger Julian Nagelsmann. Der 33-Jährige, der bereits seit rund fünf Jahren als Cheftrainer einer Bundesligamannschaft an der Seitenlinie steht und den Ex-Nationalspieler Sandro Wagner ein „Jahrhunderttalent“ nennt, hat allerdings - ähnlich wie Flick - einen laufenden Vertrag über die Saison hinaus. Der Sportchef der „Roten Bullen“, Markus Krösche, stellte bereits am Freitagabend am Rande des Spiels der Leipziger gegen die TSG aus Hoffenheim präventiv klar, dass man gar nicht daran denke, Nagelsmann ziehen zu lassen. (Mirko Schmid)

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