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Deutscher Kader für die WM 2022: Erste Plätze im Kader von Flick schon vergeben

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Von: Stefan Schmid

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Die Winter-WM in Katar wirf ihre Schatten voraus und so richtet sich auch der Blick auf den möglichen Kader von Hansi Flick, auch Überraschungen sind möglich.

Frankfurt – Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar beginnt am 20. November mit dem Auftaktspiel des Gastgebers gegen Ecuador. Die Deutsche Nationalmannschaft startet am 23. November, drei Tage später gegen Japan in das Turnier. Eine Neuerung ist, dass Hansi Flick seinen Kader mit bis zu 26 Spielern – mindestens mit 23 – füllen kann. Beim Blick auf die vergangenen Nations-League-Partien im Juni ist ein fester Stamm an Spielern zu erkennen, die auch mit nach Katar fahren werden. Nichtsdestoweniger sind noch einige Fragezeichen offen und Überraschungen in der schlussendlichen Zusammensetzung des Kaders möglich.

Der genaue Zeitpunkt der Verkündung des Kaders steht noch nicht fest, aber eine entsprechende Veröffentlichung wird wohl für Ende Oktober zu erwarten sein. „Binnen der im maßgebenden Zirkular vorgegebenen Frist“ ist die entsprechende Formulierung im Reglement der FIFA, in dem die Verbände ihre „definitive Liste“ – also den finalen Kader – einreichen müssen. Für Sie werfen wir hier einen Blick auf die sicheren WM-Fahrer, inklusive der Fragezeichen und möglichen Überraschungen.

Gesetzte Spieler

Wie er im Vorfeld der Juni-Spiele der Nations League bereits betonte, war die dortige Kader-Zusammensetzung von Hansi Flick bereits ein Fingerzeig in Richtung WM 2022. Diese Zusammensetzung bietet damit eine erste Grundlage für die sicheren WM-Fahrer des DFB.

Tor

Als Kapitän der Nationalmannschaft ist Manuel Neuer im Tor gesetzt. Sein Vertreter ist Marc-André ter Stegen, der nach seiner Pause von der DFB-Elf im Sommer wieder an seinem angestammten Platz hinter Neuer rutschen wird.

Abwehr

In der Abwehr-Reihe gibt es einige Fragezeichen, dementsprechend kurz fällt die Liste der sicheren WM-Fahrer aus. Nico Schlotterbeck, Thilo Kehrer und Matthias Ginter werden allerdings sicher die Reise mit nach Katar antreten. In ihren jeweiligen Vereinen sind die Spieler gesetzt, auch wenn alle drei diesen Sommer den Verein wechselten. Wichtig war das vor allem für Thilo Kehrer, der in Paris aussortiert wurde und mit dem Wechsel nach West Ham weiter die nötige Einsatzzeit sammeln kann. Auch für Antonio Rüdiger ist aufgrund seiner Wichtigkeit für das System von Flick, trotz geringeren Einsatzzeiten bei Real Madrid, ein Platz fest eingeplant.

In Sachsen bei RB Leipzig beackert David Raum die linke Seite. Für seine präzisen Flanken und offensiven Läufe genießt er dort großes Ansehen, welches er auch von Flick gespiegelt bekommt.

Mittelfeld/Sturm

Das Mittelfeld, besonders in der Zentrale, ist dicht besetzt und bringt vor allem einen großen Bayern-Block mit sich. Mit Jamal Musiala, der bereits jetzt beim FC Bayern die Fäden im Mittelfeld zieht, ist darunter auch das wohl vielversprechendste deutsche Talent. Außerdem können die Vereinskollegen Joshua Kimmich sowie Leon Goretzka und İlkay Gündoğan von Manchester City als weitere Taktgeber im Mittelfeld agieren. Für Musiala dürfte aufgrund seiner Fertigkeiten wohl eher eine offensivere Rolle infrage kommen.

Doch auch weiter vorne ist die Qualität im deutschen Kader enorm. Die Position im offensiven Mittelfeld könnte neben Musiala beispielsweise der erfahrene Thomas Müller bekleiden. Auch Kai Havertz, beim FC Chelsea längst Leistungsträger, ist eine Top-Alternative - auf sämtlichen Positionen im vorderen Drittel. Weiter vorne im Sturm kann Timo Werner, der sich mit der Rückkehr zu RB Leipzig seines Platzes im WM-Kader sicher sein kann, eine zentrale Rolle einnehmen. Flick ist ein Fan des pfeilschnellen Angreifers.

Mit Serge Gnabry und Leroy Sané dominieren auch zwei Bayern-Spieler die offensiven Flügel, auf denen ihnen Jonas Hofmann als starker interner Konkurrent gegenübersteht. Der Gladbacher war in den letzten Einsätzen im DFB-Dress in der Form seines Lebens, ist aber auch eine Option für die rechte Abwehrseite.

Die Fragezeichen im WM-Kader

Rund um den sicheren Stamm für die Weltmeisterschaft tummeln sich eine Menge Spieler, die zwar bereits für die Nationalmannschaft nominiert waren, aber sich ihres Platzes im Kader von Hansi Flick sicher sein können.

Tor

Sowohl Kevin Trapp als auch Oliver Baumann standen in dieser Nations-League-Saison schon im Nationalmannschaftskader, allerdings wird einer von ihnen ter Stegen weichen müssen. Trapp, der am Ende der Transferperiode noch ein Angebot von Manchester United ausschlug und sich diese Saison in der Champions League beweisen kann, hat die besseren Karten für den letzten Platz im Torhüter-Trio der Mannschaft von Hansi Flick.

Abwehr

Die größten Fragezeichen gibt es in der Abwehr. Jonathan Tah, der zwar fester Teil der Startelf von Bayer Leverkusen ist, präsentiert sich nicht gerade in Bestform und hat somit auch einen Anteil am schlechten Saisonstart seines Teams. Diesen erwischte Niklas Süle mit dem BVB zwar nicht, dafür ist er mittlerweile persönlich zum Ziel von Kritik geworden. Beide miteinander werden sicherlich nicht aus dem Aufgebot für die WM gestrichen, es scheint aber durchaus im Rahmen der Möglichkeiten, dass einer von ihnen das Turnier vor dem Bildschirm verfolgen wird.

Für die defensiven Flügel stehen mit Benjamin Henrichs, Ridle Baku und Christian Günter drei Spieler in der Schlange um die begehrten WM-Tickets. Allerdings konnte keiner von ihnen größere Spuren im DFB-Team hinterlassen. Die besten Chancen sind momentan Henrichs zuzuschreiben, der gemeinsam mit David Raum die defensive Flügelzange in Leipzig bildet.

Mittelfeld/Sturm

Im ohnehin schon glänzend besetzten Zentrum der Nationalmannschaft hoffen gleich fünf weitere Spieler, den erhofften Anruf von Hansi Flick zu erhalten. Anton Stach, der nach seiner ersten Nominierung gerade mal auf 31 Minuten bei zwei Kurzeinsätzen kam, dürfte die geringsten Chancen haben. Diese Chance versucht sich Julian Draxler mit seinem Last-Minute-Wechsel zu Benfica Lissabon zu sichern. Beim Blick auf Marco Reus dürfte ohnehin nur eine Verletzung der Nominierung im Weg stehen. Da der Dortmunder jedoch für sein Verletzungspech bekannt ist, sei ein vorsichtiges Fragezeichen hinter dessen Kaderplatz gesetzt. Sein Teamkollege Julian Brandt gilt als wertvolle Alternative für kreative Momente. Qualität bringt auch Florian Neuhaus mit, der aber aufgrund der enormen Konkurrenz auf seiner Position im zentralen Mittelfeld wohl eher geringe Chancen haben wird.

Die Aussichten von Lukas Nmecha auf die WM-Teilnahme sind hingegen gar nicht so schlecht, liefert er in der Bundesliga doch konstant Leistung. Einziges Manko ist, dass er mit dem VfL Wolfsburg diese Saison in keinem europäischen Wettbewerb vertreten ist und er im Nationalmannschafts-Trikot bislang wenig überzeugte. Vom Verletzungspech ist Karim Adeyemi, Neuzugang beim BVB, verfolgt, der sicherlich eine Bereicherung für die Flick’sche Offensive wäre. Fraglich, ob er bis zum Turnier ein ausreichend hohen Fitnesslevel erreicht.

Aussortierte und Verletzte

Es gibt Spieler mit einem großen Namen, die viele fest mit der Nationalmannschaft verknüpfen, es diesen Winter aufgrund unterschiedlicher Gründe aber nicht in den Kader der DFB-Elf schaffen werden.

Chancen, zumindest auf den erweiterten Kader, hätten sicherlich Lukas Klostermann und Florian Wirtz gehabt, beide werden aber die WM aufgrund langwieriger Verletzungen verpassen. Selbiges gilt für Kevin Volland, der eine zusätzliche Alternative im Sturmzentraum gewesen wäre.

Der Kader für die Nations League hat es gezeigt: Mats Hummels‘ Zeit im Trikot des DFB ist endgültig vorbei. Auch dessen Teamkollege Emre Can hat keine Chance mehr auf ein WM-Ticket, beim BVB fehlt ihm schlicht die nötige Einsatzzeit. Dasselbe gilt für Robin Gosens bei Inter Mailand, der zwar in letzter Minute noch versucht hatte, den Absprung nach Leverkusen zu schaffen, nun aber weiter in Mailand mehr auf der Bank sitzt als auf dem Platz steht.

Von kleinen und sensationellen Überraschungen

Wie vor jedem großen Turnier gibt es auch diesmal wieder Spieler, die überraschend zum ersten Mal berufen werden könnten oder nach jahrelanger Abwesenheit ihr Comeback in der Nationalmannschaft feiern könnten.

Schließt man diverse Auftritte in den U-Mannschaften aus, wären es für Armel Bella-Kotchap, Ismail Jakobs und Marius Wolf die ersten Auftritte im Dress der DFB-Elf. Innenverteidiger Bella-Kotchap hat sich nach seinem Wechsel vom VfL Bochum zum FC Southampton in diesem Sommer zum unumstrittenen Stammspieler in der Premier League entwickelt und wird dort gefeiert. In der französischen Ligue 1 hat Linksverteidiger Ismail Jakobs noch nicht ganz diesen Status, entwickelt sich in seiner zweiten Saison beim AS Monaco aber immer mehr zum Stammspieler. Beim BVB ist gerade Marius Wolf auf dem aufsteigenden Ast, hat dort Thomas Meunier die Rechtsverteidiger-Position streitig gemacht.

Einen Vorteil aus der ungewissen Lage in der Defensive könnte auch Robin Koch ziehen und damit sein Comeback in der Nationalmannschaft feiern. Den letzten Strohhalm für ein WM-Ticket hat hingegen Julian Weigl ergriffen, als er im letzten Augenblick von Benfica Lissabon zu Gladbach gewechselt ist. Bei ihm wird abzuwarten sein, wie seine Leistungen in der Bundesliga zu bewerten sind. Das ohne Zweifel größte Comeback könnte der WM-Held von 2014 Mario Götze feiern, der nach der Station bei PSV Eindhoven nun wieder in Deutschland aufläuft. Götze selbst will von der WM aber (noch) nichts wissen. (sch)

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