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Hansi Flick: Anruf von Kimmich

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Von: Jan Christian Müller

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Immer erreichbar, also fast immer: Bundestrainer Hansi Flick.
Immer erreichbar, also fast immer: Bundestrainer Hansi Flick. © dpa

Der Bundestrainer rät dem Mittelfeldspieler, der auf die Geburt seines dritten Kindes wartet, in jedem Fall in München zu bleiben. Ganz uneigennützig ist das nicht von Flick.

Es ist völlig unüblich, dass sich ein Fußball-Bundestrainer während seiner Pressekonferenz von einem Anruf auf seinem Handy ablenken lässt. Am Montag, als Hansi Flick vor dem Abflug nach Amsterdam zum Testspiel am Dienstagabend gegen die Niederlande (20.45 Uhr/ARD) gerade letzte Details zum Team verkündete, passierte es: Das Mobiltelefon brummte, Flick schaute drauf und sah, dass kein Geringerer als Joshua Kimmich versuchte, ihn zu erreichen. Sollte das sehnlichst erwartete dritte Kind endlich da sein?

Flick wollte nicht während der laufenden Pressekonferenz ans Handy gehen. Eine Viertelstunde später rief der Bundestrainer den Mittelfeldspieler zurück und kehrte umgehend durch eine Seitentür in den Konferenzsaal zurück. Seine Botschaft an die dort eher spärlich versammelten Medienleute, von denen vor allem der Boulevard in Aufregung versetzt worden war: „Es ist alles noch ruhig. Der Nachwuchs lässt auf sich warten.“

Etwas später erläuterte Flick im ARD-Interview, er habe dem mit den Hufen scharrenden Kimmich „gesagt, dass er auf jeden Fall zu Hause bleiben soll, sich auf seine Frau konzentrieren und freuen soll, was da kommt“. Also keinesfalls selbst im Falle einer Geburt vor dem Anpfiff noch hurtig aus München in Richtung Amsterdam Arena aufbrechen soll. „Der Fußball“, dozierte Flick, „ist in diesen Zeiten sowieso nur Nebensache, eine Geburt ist viel wichtiger.“

Flick hätte bei nüchterner Betrachtung so kurzfristig und ohne jedes Mannschaftstraining ja ohnehin keine Verwendung für Kimmich, den ansonsten wichtigsten Feldspieler im Kader. Es wäre den Teamkollegen kaum vermittelbar gewesen, dass der Bayern-Profi kurzfristig anreist und dann gleich spielt. Und es wäre Kimmich schwer zu erklären gewesen, dass er eigens noch in die Niederlande kommt und dann nicht berücksichtigt wird.

An seiner statt dürften Ilkay Gündogan, Jamal Musiala, Julian Weigl oder Anton Stach im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen. Die Bewährungsprobe wird mutmaßlich schwer. jcm

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