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Duell im Schneegestöber.

Bundesliga

Hannover 96 spielt gegen den Schnee und verliert

Ein leidenschaftlicher Auftritt reicht Hannover 96 nicht gegen Leverkusen - auch wegen der Witterungsbedingungen.

Hannover 96 ist der Zweiten Liga wieder einen Schritt näher gekommen. Das turbulente Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, das wegen starken Schneefalls sogar für mehrere Minuten unterbrochen werden musste, endete für den Tabellenvorletzten am Sonntag mit einer bitteren 2:3 (0:2)-Niederlage. Nationalspieler Kai Havertz (87.) sorgte am Sonntag für den Siegtreffer für die Gäste.

Der Brasilianer Jonathas (51.) und ein Eigentor von Mitchell Weiser (73.) hatten vor 33.800 Zuschauern zwischenzeitlich die starke Moral der Mannschaft von Trainer Thomas Doll belohnt. Leverkusen war durch zwei Tore von Kevin Volland (13./28.) in Führung gegangen und verschaffte sich dank des späten Siegtreffers von Havertz eine bessere Ausgangslage im Kampf um die Champions-League-Plätze.

Am Ende einer chaotischen Woche, die mit einem 1:5 beim direkten Konkurrenten VfB Stuttgart begann und mit einer massiven Teamschelte des eigenen Clubchefs Martin Kind weiterging („Die Mannschaft ist kaputt, schlecht zusammengestellt und gescheitert“), fing es kurz vor dem Anpfiff stark an zu schneien.

Was eigentlich ein Nachteil für die technisch deutlich Gäste sein sollte, verhinderte in diesem Spiel ein klares Tor für 96. Denn in der 33. Minute umspielte der Japaner Genki Haraguchi den Leverkusener Torwart Lukas Hradecky und schoss den Ball auf das leere Tor. Auf dem schneebedeckten Rasen blieb das Spielgerät jedoch kurz vor der Torlinie liegen, so dass Nationalspieler Jonathan Tah von Bayer 04 es ohne Probleme aus dem Strafraum schlagen konnte. Bei besserem Wetter wäre der Schuss von Haraguchi im Tor gelandet. An diesem Abend aber musste das Spiel acht Minuten später sogar unterbrochen werden.

Hannovers Trainer Thomas Doll reagierte auf das Debakel von Stuttgart mit gleich fünf Änderungen in der Startformation. Auch Toptalent Linton Maina war nach einer Knieoperation im Januar zum ersten Mal in diesem Jahr wieder mit dabei. Dass 96 deutlich mehr Engagement und Mut zeigte als vor einer Woche, war vor allem zu Beginn der beiden Halbzeiten zu sehen. Denn der Vorletzte legte in der 7. Minute gleich mit einer Chance für den neuen Kapitän Marvin Bakalorz los.

Der Unterschied zwischen einem Spitzenteam und einem Abstiegskandidaten zeigte sich aber zumindest in der ersten Halbzeit im Ausspielen und Ausnutzen guter Gelegenheiten. Leverkusen ließ den Ball zeitweise sogar auf dem nur schwer bespielbaren Untergrund gut laufen. Erst traf Volland per Abstauber, danach mit einem Lupfer.

Dass Hannover trotzdem noch einmal in dieses Spiel zurückkam, hatte mehrere Gründe: Der Außenseiter gab nicht auf. Die äußeren Bedingungen wurden für Leverkusen immer mehr zum Problem. Und auch auf ihrer Führung ruhten sich die Gäste etwas zu sehr aus.

Jonathas‘ erstes Bundesliga-Tor nach seiner Rückkehr im Januar war die Strafe dafür. Hannover zeigte nun beinahe soviel Leidenschaft und Offensivgeist wie in allen sieben Rückrunden-Spielen davor zusammen.

In der 67. Minute forderten die 96er vehement einen Handelfmeter, weil Tah den Ball mit dem Arm berührte. Sechs Minuten später war das nach dem viel umjubelten Ausgleich aber wieder vergessen. Erst danach wachte Leverkusen wieder auf, hatte in der Schlussphase durch Havertz (82.) und Karim Bellarabi (84.) die besseren Chancen - und belohnte sich mit dem späten Siegtreffer durch Nationalspieler Havertz. (dpa)

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